Ich weiß, es gibt bereits verschiedene Fragen hierzu, aber jedes Problem ist anders und es schadet nicht, mal zu fragen....
Ich beginne mit Adam und Eva, zum besseren Verständnis:
Als Oscar vor etwas mehr als einem Jahr zu uns kam, war er noch sehr krank. Zuvor hatte er sich (laut griechischer Pflegestelle) alle Behandlungen beim Arzt und Medikamentengaben durch die PS brav gefallen lassen. Ich schätze das hing auch mit seiner Kraftlosigkeit durch die schwere Erkrankung zusammen. Als er dann zu uns kam musste ich ihm täglich ein flüssiges Antibiotikum geben. Da er außer ein paar Bröckchen Trockenfutter nichts zu sich nahm, musste ich es ihm direkt einflößen. Alle Versuche scheiterten, er zerfleischte mich regelrecht bei dem Versuch zu flüchten unbeabsichtigt. Es war auch nicht möglich, ihn durch ein Handtuch zu fixieren und ihm zu zwei das Zeug zu geben. Also mussten wir zum Tierarzt, zumindest das einpacken in die Transportbox war anfangs absolut unkompliziert. Beim Tierarzt bekam er dann ein Langzeitantibiotikum gespritzt, auch das ließ er sich gefallen.
Als Oscar dann nach und nach gesünder wurde und nicht mehr so oft zum Tierarzt musste, wurde es immer schwieriger. Ihn in die Box zu bekommen artete in Stress aus und jedes Mal sah ich anschließend furchtbar aus, beim Tierarzt konnte er nur mit mindestens zwei Helfern mit Falknerhandschuhen überhaupt untersucht werden.
Natürlich habe ich es mit Boxentraining versucht. Ich ließ seinen Korb wochenlang stehen mit einem kuscheligen Kissen darin. Er schlief darin, kuschelte mit den anderen darin, aber bevor ich auch nur probeweise den Deckel schließen konnte (auch ohne Arzttermin) war er weg. Ihn mit Fressen oder Leckerchen reinzulocken klappte auch nicht, er mag KEINERLEI Leckerchen und für Fressen geht er nicht in die Box.
Eine Zeit lang habe ich es spielerisch versucht und die Angel wie zufällig in die Box flattern lassen. Er ist auch brav hinterher gesprungen, aber sobald ich zumachen wollte war er weg.
Die letzten Male habe ich ihn nun mit einem Trick in die Box bekommen. Ich habe im Bad beschäftigt getan, er und auch die anderen kommen dann oft rein um zu schauen, was ich mache. Sobald Oscar im Bad war, habe ich die Tür geschlossen und die zuvor auf dem Regal abgestellte Box auf den Boden gestellt. Beim ersten Mal musste ich ihn in ein Handtuch wickeln, um ihn in die Box zu schaffen, danach ist er jedes Mal mehr oder weniger freiwillig reingekrochen sobald er gemerkt hatte, dass es keinen Ausweg gibt (das Bad ist extrem klein und es gibt keine Versteckmöglichkeiten). Manchmal hat er sich direkt vor der Tür auf die Fliesen gepresst, ich habe ihn dann in Richtung Box geschoben und durfte ihn zwei Mal sogar die letzten Zentimeter tragen- eigentlich lässt Oscar sich weder festhalten noch hochheben!
Jetzt war er in den letzten Wochen jedoch wieder häufiger beim Tierarzt und meidet deswegen seit einer Woche konsequent das Bad- er ist ja nicht blöd! Er kommt zwar bis zur Tür, wedelt dort ganz aufgeregt mit dem Schwanz und haut sofort wieder ab ohne das Bad zu betreten. Und das auch dann, wenn die Box gar nicht da ist.
Heute mussten wir wieder zum Arzt. Ich bin also in den Keller in unsere Abstellkammer gegangen, alle drei Kater folgten mir neugierig, sie schnüffeln furchtbar gerne darin herum. Ich schloss die Tür, als sie drinnen waren und alle drei bekamen sofort Angst und ich hatte einen einzigen, schwarz-weißen Klumpen, der zitternd vor der Tür kauerte und schrie. Es tat mir in der Seele weh, allen dreien so eine Angst zu machen!
Ich holte eine alte Bos aus dem Regal und konnte Oscar wieder erst in Richtung Box über den Fußboden schieben, dann tatsächlich ganz kurz hochheben und das letzte Stück ist er dann alleine gegangen.
Wie kann ich es anstellen, ihn stressfreier in die Box zu bekommen? Vermenschliche ich das Ganze zu sehr wenn ich es als absoluten Vertrauensmissbrauch ansehe, ihn so hereinzulegen? Ich befürchte, dass er irgendwann ein Trauma bekommt und sich gar nicht mehr in geschlossene Räume traut oder in Panik ausbricht, wenn man die Tür schließt- auch wenn er gar nicht zum Tierarzt soll.
Ansonsten haben Oscar und ich eine sehr innige Beziehung. Er ist auch nicht mehr nachtragend, wenn wir vom Arzt zurück kommen. Seit dem letzten Mal läuft er dann nicht mehr vor mir davon und lässt sich streicheln, heute hat er das erste Mal nicht in die Box gekotet.
Habe ich durch die Medikamentengabe am Anfang schon unser Verhältnis nachhaltig gestört? Oder vermenschliche ich das Ganze und es wäre sowieso so gekommen?
Und die wichtigste Frage: wie bekomme ich ihn demnächst in seine Box?