Zum Thema Freigang oder nicht möchte ich mich hier mit meinen Erfahrungen auch nochmal einmischen.
Wir hatten einen Kater, dank Katzenklappe konnte er rein und raus wie er wollte.
Ich mochte unser Haus mit dem "separaten Treppenhaus" (es wurde beim Bau in den 60ern so angelegt, dass man 2 separate Wohnungen, eben durch ein Treppenhaus getrennt, draus machrn könnte) nicht besonders gern.
Dieses Treppenhaus mit den zwei Wohnungstüren lernte ich SEHR zu schätzen, als wir unseren Freigänger hatten. Als die erste Maus durchs Wohnzimmer rannte und der Kater wenig später nachts mit eben einer solchen unter unserem Bett spielte, durfte er fortan nur noch bis ins Treppenhaus. Die Wohnungstüren hielten wir geschlossen. Im Treppenhaus standen mehrere Lebendfallen sowie eine Katzenklingel, damit wir ihn dann rein lassen konnten. So kamen wir dann einigermaßen klar.
Über die 14 Jahre fanden wir aber im Treppenhaus "jede Menge" Mäuse, Hasenkinder, Ratten, Kaninchen. Mal tot, mal halbtot, mal im Ganzen, mal halbiert.... kein schöner Anblick. Ja, auch wir wohnen ländlich.
Der Kater saß ab Frühjahr ständig voller Zecken, die gerne auch auf mich wechselten, wenn ich ihn auf dem Schoß hatte.
Häufig war er verletzt, nie wussten wir wirklich, was passiert war. Meistens durch Raufereien. Denn ja, er hatte draußen Kontakt zu anderen Katzen, aber es waren definitiv keine Freundschaften. Damals dachte ich auch, Freigänger kann man alleine halten. Würde ich heute nicht mehr machen. Spätestens in der kalten Jahreshälfte wurde ihm oft langweilig.
Und ich habe mir viele Sorgen gemacht. Wenn er länger nicht nach hause kam. Wenn der Postbote angerast kam, wenn die Felder gemäht oder gespritzt wurden, wenn die Nachbarsjungs, gerade 18, vorbei fuhren... Wenn wir Handwerker hatten, wenn die Jagdsaison begann, wenn er an Sylvester gerade noch rechtzeitig nach hause kam....
Wenn wieder der Spaziergänger seinen Jack Russel nicht angeleint hatte... Als die Nachbarn sich einen unkastrierten Kater zulegten, weil "das die Natur ist".
Wenn er krank war, blieb er draußen auf dem Hof sitzen, bis der Tierarzt geschlossen hatte.
Kotproben oder überhaupt Kontrolle des Kots waren fast unmöglich, da er selten das Katzenklo benutzte.
Sicher war er glücklich draußen und wir auch, wir waren viel zusammen im Garten, er ging mit uns spazieren... Und ich bin auch der Meinung, dass eune Katze nach draußen gehört. Ich wollte nur einmal die vielen Nachteile aufzählen, denn ICH hatte das alles am Anfang gar nicht bedacht.
Ich würde meine zukünftigen KatzEN wohl auch nur noch in den gesicherten Freigang (sprich: entsprechend umzäunten Garten) lassen.
Zur Zeit haben wir eine (alte) einzelne Katze, nur in der Wohnung; richtig glücklich sind wir damit glaube ich alle nicht, aber das ist ein anderes Thema.
Und jetzt hole ich mal Luft und beende hier meinen Roman.
