Hallo,
Ich hatte hier vor einiger Zeit schon einmal wegen meiner Katze Cindy geschrieben. (-> Kater jagt Katze) Naja, ich habe das, was dort geraten wurde, so gut wie möglich umgesetzt. (Safe room für Cindy, konsequent reagieren wenn Diego sie jagt, was er jetzt auch seltener tut)
Allerdings habe ich einfach das Gefühl, dass das Problem bei Cindy liegt. Sie ist einfach Dauergastes und reagiert auch bei Kleinigkeiten zirmlichKurz (oder auch etwas länger...) zu ihr:
Sie lebt schon seit sie ein kleines Kätzchen war bei uns und ich bin mit ihr zusammen aufgewachsen (ich bin 13, sie dementsprechend auch) Anfangs hatte sie keine Probleme mit anderen Katzen, lag sogar neben ihnen auf dem Bett... Aber das hat sich leider geändert. Sie lebte nach dem Tod von Caesar (gestorben als sie vier war) und Cleo (gestorben als sie noch eins war) einige Jahre mit Freddi, der recht scheu und auch schon alt war, zusammen, bis schließlich Sheriff und Jeanny einzogen. Sie waren ein MainCoon-Mix- Geschwisterpärchen von einem unseriösen Züchter, doch wir wussten es leider nicht besser. Nun, je älter Sheriff wurde, desto dominanter wurde er auch...(er war natürlich kastriert, so wie alle unsere Katzen) Er jagte Cindy und machte ihr ziemlich zu schaffen damit. Man merkte ihr an, dass sie sich nicht mehr entspannen konnte und quasi auf Dauerstress stand. Nach dem Tod von Jeanny wurde es noch schlimmer und auch später, als Toffee bei uns einzog änderte sich nichts. (Ja, das war keine gute Kombination, doch ich kann es leider nicht mehr ändern)
Heute ist auch Toffe tot (sie wurde ebenso wie Jeanny kaum ein Jahr alt, sie wurden beide überfahren...) und Sheriff ist seit über einem Jahr verschwunden. Doch Cindy ist immer noch sehr ängstlich und reagiert gestresst auf unsere anderen beiden Katzen, wobei es trotzdem noch besser ist als mit Sheriff, so traurig es auch ist. Unsere anderen beiden Katzen sind Diego (ca. *2017) und Shira (ca. *2016)
Ich weiß nicht ob das helfen kann, aber ich schreibe einfach mal dazu, wie ihr Leben bisher verlaufen ist:
Diego lebte drei Jahre mit zwei weiteren Katern bei einer älteren Frau, die sich nicht mehr genügend um ihn kümmern konnte. So landete er in der Katzenhilfe, wo er wiederum von einer kleinen Katze gemobbt wurde und sehr schüchtern auftrat. Das war auch einer der Gründe, warum wir Diego aufnahmen. Wir dachten, er wäre eine eher scheue und zurückhaltende Katze und mit einer solchen hätte Cindy sich, wenn auch ohne allzu große Sympathie, verstanden. Bzw. hätte ihn einfach akzeptiert und ignoriert, die kannte ja andere Katzen und hatte nur mit Sheriff so schlechte Erfahrungen gemacht. Als Diego dann bei uns einzog (das war so ca. Mai 2019) war er auch schüchtern und ein ziemlicher Angsthase. Heute nicht mehr, er ist definitiv kein Kämpfer, er wird auch ab und zu von einem großen schwarzen Kater aus unserer Nachbarschaft gejagt (wenn wir ihn dabei erwischen scheuchen wir ihn selbstverständlich vom Grundstück) doch er versucht immer wieder Cindy zu jagen oder etwas mit ihr zu raufen. Und das stellt ein Problem für Cindy dar, denn es ist inzwischen (eigentlich war sie sowieso nie so ein Katzenfreund) so, dass sie ihn nur zu sehen braucht, dann wird geknurrt und mit Bauch am Boden weggehuscht. Er muss noch nicht einmal wach sein oder in ihre Richtung schauen, damit sie so reagiert.
Shira ist eine ehemalige Straßenkatze. Im Juni oder Mai 2019, ich weiß es nicht mehr so genau, habe ich angefangen alle 1-2 Wochen in ein Tierheim in unserer Umgebung zu gehen und mich dort ein wenig mit den Katzen dort zu beschäftigen. Dabei lernte ich Shira kennen. Sie war total am abgemagert , ängstlich und sie hatte bei einem Unfall ihre ungeborenen Jungen und ihr linkes Auge verloren. Doch sie suchte trotzalldem Zuwendung, wobei sie sich auch oft selbst im Weg stand. Sie erschrak leicht wenn man sie an ihrer blinden Seite berührte und man ging meist mit ein paar Kratzern mehr nach Hause. Doch nach 6 Monaten im Tierheim war sie zutraulicher geworden und sehnte sich einfach nur nach einem Zuhause. Mit etwas Überredungskunst schaffte ich es, dass wir sie bei uns aufnahmen (September 2019) und sie ist mit nichts als etwas Zeit zu einer der größten Schmusekatzen geworden die ich kenne. Nun zu ihr und Cindy: Shira verhält sich wie eine normale Katze, sie schläft meistens...aber manchmal versucht sie auch mit Cindy zu spielen, nicht gerade wild, sie selbst ist auch kein Raufbold und mag es auch nicht, wenn Diego versucht mit ihr zu raufen, bei Fangenspielen macht sie manchmal nur.

Tja, und das kommt dabei heraus...Cindy war ausnahmsweise draußen (auch da ist ein Problem doch dazu später) und Shira schlich sich von hinten an und wollte spielen. Cindy jagte nach drinnen und kauerte sich knurrend unter einen Stuhl (Shira folgte ihr nicht)
Da Cindy sich in meinem Zimmer am sichersten fühlt und sich dort auch entspannt (Diego hat keinen Zutritt) verlässt sie es leider kaum noch. Draußen ist sie fast gar nicht mehr und dann auch nur sehr vorsichtig, ins Wohnzimmer geht sie nur wenn sie beim Fressen oder anderem von Diego gestört wurde und wetzt unter das Sofa. Andere Räume (mit Ausnahme des Bades, dort trinkt sie) benutzt sie kaum. Es ist einfach schrecklich zu sehen, wie sie sich so fertig macht... Ich kenne sie ja auch und weiß, dass das nicht immer so war. Sie kann auch anders, doch sie reagiert eben nur noch mit Stress, sobald sie eine andere Katze sieht. Da sie auch schon älter ist, ist dieser Stress ganz sicher auch nicht gerade gut für ihre Gesundheit. Wie kann ich ihr helfen wieder mehr Vertrauen in die anderen Katzen zu legen und nicht schon bei solchen kleinen Dingen mit Knurren und Fauchen zu reagieren? Kann sie irgendwie wieder lernen, dass, nur weil einmal kurz etwas war, sie trotzdem noch sicher ist und sie sich entspannen kann?

So sieht sie in meinem Zimmer aus...

Und so draußen...