Hallo zusammen,
gerade hab ich mich angemeldet, weil ich diesen Donnerstag meinen unendlich geliebten Kater für immer zum Schlafen schicken musste. Das trifft mich mit einer Wucht, die kaum zu ertragen ist.
In den 12 Jahren, die Rocky leider nur bei mir sein konnte, hat er tausendfach mein Herz erwärmt, meine Seele gestreichelt, mein Innerstes berührt, mich glücklich gemacht. So viele schöne Momente, so viel bedingungsloses Vertrauen, so viel ehrliche Liebe, so viel füreinander da sein, so viel Lachen, Streicheln, Schmusen, Schnurren, auch mal Sorgen und Weinen, so viele wunderbare Gefühle und geliebte Rituale, die mich jetzt gleich morgens daran erinnern, dass er nicht mehr da ist, wenn er nach dem Aufstehen nicht um meine Beine streicht, sich die erste Streicheleinheit abholt und mich freudig und erwartungsfroh die Treppe hinunter begleitet, weil er ja so schrecklichen Hunger hat

Dieser endlos geliebte kleine Knödel. Es war eine unglaublich schöne Zeit mit ihm die ich nie vergessen werde. Ich werde ihn immer im Herzen tragen und es tut mir unendlich leid, wie er diese Erde hat verlassen müssen.
Denn das macht es mir gerade besonders schwer. Bei meinem Rocky wurde Mitte Mai ein Rundzellen-Tumor an der Hinterpfote diagnostiziert, recht groß und sehr bösartig. In den folgenden Wochen wuchsen am Körper weitere Knoten, die auch recht schnell größer wurden. Aber, mein Rocky war weiterhin super drauf. Es war nicht zu spüren, dass in ihm drin irgendwas nicht stimmt und er Krebs hat. Er war verfressen wie eh und je, total verschmust, völlig entspannt, ging jeden Tag wie gewohnt einige Male auf Tour und strahlte so viel Lebensfreude aus, als wäre alles in bester Ordnung. Bei einem weiteren Arztbesuch sollte letzte Woche Montag weiter untersucht werden, wie es in meinem Katerle genau ausschaut, also Blut, Röntgen, Ultraschall. Der dortige Chefarzt empfahl mir aber ohne den Kater auch nur anzuschauen direkt die OP. Tumor müsse raus, danach eventuell Chemo in Tablettenform, die Katzen ganz gut vertragen würden. Und ich weiß nicht wieso, aber ich habe dieser OP direkt zugestimmt, die dann auch sofort statt fand. Die aber war der Todesstoß für meinen Kleinen. Die OP war schwierig (15 cm Wunde) und die Narkose wohl zu viel. Bis zum WE dachte ich noch, er würde sich langsam erholen und vor allem an der Halskrause stören. Aber ab Montag konnte ich Rocky kaum mehr zum Fressen bewegen und verkroch er sich die meiste Zeit und verlor offenbar jeden Lebenswillen. Donnerstag entschloss ich mich dann einen anderen Tierarzt aufzusuchen, um Rocky eventuell über eine Spritze noch mal aufzupeppeln und die Lebensgeister und die Fresslust zu wecken. Dort wurde aber per Ultraschall festgestellt, dass Milz und Leber stark vergrößert waren, Flüssigkeit im Magen war und auch der sonstige Zustand mache keine Hoffnung mehr auf Genesung. Man empfahl die Einschläferung. Und so ist es passiert. Ich war dabei, völlig geschockt und wie in Trance, als mein Knödel die Spritze bekam und nur eine Sekunde später sank er in sich zusammen und es war vorbei. Es ging total schnell und friedlich. Aber ich weine. Ohne Ende. Ich mache mir so sehr Vorwürfe, die OP nicht verhindert zu haben und praktisch sein Todesurteil unterschrieben zu haben. Und ja, ich weiß, seine Lebenserwartung war sowieso nur noch gering und vielleicht hätte ich einen qualvollen Tod provoziert, wenn ich ihn ohne OP weiter bei mir gehabt hätte. Aber ich glaube einfach nicht, dass es ihm schon so schlecht ging vor der OP, dass dieses Risiko akut bestand. Ich hätte ihn ja tagtäglich unter Kontrolle und sowieso ein aufmerksames Auge auf ihn gehabt.
So ist die Situation im Moment doppelt schwer. Zum einen ist er nicht mehr da und noch schwerer, ich habe das zu verantworten, wie das gelaufen ist. Es bricht mir das Herz. Ich hoffe Rocky geht es dort gut, wo er jetzt ist. Das hat er sich jedenfalls verdient. Er war mein Engel und Sonnenschein. Machs gut, kleiner Mann!