Liebe Foris,
Liebe Ratsuchende,
Lieber User der Einzelkatzenhaltung,
ich möchte hier gerne, weil ich mich gut aufgehoben fühle, meine eigene Katzengeschichte erzählen. Vielleicht wird es ja den ein oder anderen User, mit Einzelkitten irgendwie berühren. Vielleicht auch nicht. Jedenfalls ist mir einfach danach hier einmal darüber zu berichten.
Vor knapp 1,5 Jahren, kurz nach dem Tot meines Vaters, bei dem ich wohne, wurde der ständig wachsende Katzenwunsch in mir immer größer. Und da Babykatzen ja nunmal am niedlichsten von allen sind, wollte ich auch gerne ein Kitten haben. Hätte ich mich mal vorher informiert, was alles passieren kann...
Ich beschäftigte mich also eine Weile damit auf verschiedenen Portalen (Ebay Kleinanzeigen....) etc. etwas passendes in der Nähe zu finden. Schon dabei fiel mir doch auf, dass einige Vermehrer ihre Kitten nur zu zweit aus einem Wurf abgaben. Das kam mir schon etwas komisch vor, jedoch dachte ich nicht weiter drüber nach. Ich wollte ja nur eine Katze. 2 waren einfach zu viel. Warum? Das weiß keiner...nichtmal ich. Ich habe eine über 100m² Wohnung und könnte vermutlich sogar 5 halten. Aber zu dem Zeitpunkt sollte es eins sein. Bald fand ich einen Anbieter, der aus einem Wurf noch 2 Kitten abzugeben hatte. "Auch gerne alleine" hieß es. Mutter- und Vatertier seien zu besichtigen. Klang für mich alles total seriös. Von vererbbaren Krankheiten etc. hatte ich ja vorher noch nie etwas gehört. Hätte ich damals mal von Anfang an beide genommen, wäre ich heute vielleicht überglücklich. Die beiden waren zuckersüß und lieb miteinander.
Los ging es also....Transportbox ins Auto gepackt und 15 Minuten später kam ich zwar bei einem doch recht guten Eindruck machenden Wohnhaus an. Ich klingelte. Eine junge Polin/Russin irgendwas aus dieser Richtung öffnete die Tür und begrüßte mich. Mein Blick fiel gleich auf den Boden auf viele herumtollende Kätzchen, die aber ganz offensichtlich verschiedensten Altern angehörten, da sie unterschiedlich groß waren. Auch die Elterntiere durfte ich besichtigen. Der Vater machte alles in allem einen gesunden Eindruck. Glanzfell, wach. Eine Art
Siam Kater, wie ich an der Fellfarbe erkennen konnte. Die Mutter jedoch...eine langhaarige (ich würde sagen perser) Katze, trottete müde durch die Wohnung. Ihre Augen schienen Kraftlos. Ihr Körper träge. Das Langhaar Fell zottelig, filzig und ungepflegt. Die ganzen Geburten, die sie hinter sich hatte, hatten Spuren hinterlassen. Allein an dieser Stelle hätten bei mir wohl
spätestens alle Alarmglocken an gehen müssen. Sie stellte mir die beiden aktuell abzugebenden Kätzchen vor. Diese waren bereits etwas älter und größer. Ca. 16 Wochen werden es gewesen sein. Und obwohl die eine etwas scheuer war, als ihre anhängliche Schwester zog mich irgendwas zu dem Scheuchen hin. Sie war ja so niedlich. Ich entschied mich also für das Scheuchen und schnell war sie eingepackt. 250€ bezahlte ich für das Kitten. Ohne Schutzvertrag, ohne Grundimmunisierung, ohne Kastration (Sie war ja noch zu jung). Lediglich ein entwurmen hatte statt gefunden.
Den ganzen Heimweg miaute das kleine Kätzchen. Ich nannte sie Miya. Sie tat mir leid. Ich dachte sie ängstigte sich aufgrund des Transportes, aber was noch alles dahinter steckte, erfuhr ich erst viel später im
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Als ich zu Hause ankam, stellte ich die Box ab, öffnete die Tür und stellte eines der denkbar schlechtesten Futtersorten auf. (Sheba...extra viel Zucker und Getreide etc...möglichst wenig Fleisch). Miya hatte große, geweitete, ängstliche Äuglein. Tapfer erkundete sie dennoch ihr neues "Gefängnis". Die folgenden Tage jedoch, schrie Miya unaufhörlich. Sie maunzte und maunzte und maunzte UND MAUNZTE! Ununterbrochen. "Mama!!! Mama!!! Geschwister!! Geschwister!!! Wo seid ihr?? Warum bin ich hier ganz alleine??!! Ich will zurück zu meiner Mama und zu meinen Geschwistern! Warum sperrt man mich hier ganz alleine ein? Ich bin so allein!! Niemand da der mich versteht, mit dem ich reden und spielen kann!" Bis sie schließlich kraftlos und erschöpft jedes mal auf meinem Schoß einschlief. Damals verstand ich sie nicht. Heute würde ich ihre Sprache verstehen. Ich brachte sie erst einmal zum Tierarzt. Denn was schlechtes hatte ich ihr natürlich nie gewollt, ich wollte, dass sie gesund und munter bleibt und auch geimpft wird. Ein bisschen belesen hatte ich mich inzwischen, also fragte ich auch gleich nach einer Kastration. Der Termin wurde gemacht. Nach einem zweiten Kitten fragte mich die
Tierarzt allerdings damals nicht.
Ihr Geschreie ging weiter. Immer wieder miaute und miaute sie. Bis ich mich schließlich verzweifelt aufgrund ihres Miauens in einem Forum anmeldete, kurz meine Situation schilderte und fragte was ihr fehlte. Die Antwort war klar. Wie man dort allerdings mit meinem eh schon gereizt/erschöpftem Gemüt umging, war eine andere Sache. Es hagelte Vorwürfe über Vorwürfe, unsensible Belehrungen und Anfeindungen. Dem entsprechend reagierte ich natürlich und zog mich ganz schnell wieder zurück. Was bildeten die sich bloß ein? Alle Welt hält Katzen alleine. Und jetzt wurde mir empfohlen meine Katze wieder abzugeben, wo ich sie doch so lieb habe. Eine bodenlose Frechheit. Noch mehr gekränkt verzweifelte ich so langsam mit meiner kleinen Miya.
Wenig später zog dann mein damaliger Partner mit seiner weißen 3 Jährigen Persermix Katze ein. Tammy. Der Moment, an dem sich alles änderte und gleich 2 Katzen ihr großes Glück und die Erlösung des Einsamkeitsleiden fanden.
Mein Partner wusste damals auch nicht wirklich weiter und als ich ihm das mit dem Forum erzählte, hielt er sie auch alle für bescheuert. Er hielt seine Perserkatze ja schließlich auch seit mehr als 2 Jahren alleine.
Durch ihn kam ich glücklicherweise wieder etwas zu mir selbst. Obwohl wir beide dumm wie Bohnenstroh waren, was Katzenhaltung anging, so fühlte ich mich durch ihn wieder etwas bekräftigter. Immerhin hatte er mir ja 2 Jahre Katzenerfahrung voraus. Ich begann aber mir nach und nach etwas mehr Wissen anzueignen durch Foren und andere Internetportale. Relativ zügig wurde dann das Futter umgestellt und alles Sheba und Zuckerhaltige verschwand restlos aus unserem Haushalt. Meine Informationen, die ich an ihn weiter trug überzeugten ihn, das Futter für seine Tammy ebenfalls umzustellen.
Tammy und Miya konnten sich anfangs natürlich nicht wirklich riechen. Tammy war älter und auch sehr gemütlich. Die Jahre alleine ohne Spielpartner hatten sie ziemlich ruhig werden lassen. Miya war hingegen frisch aus einem Wurf noch etwas sozialer und versuchte immer wieder Kontakt mit Tammy zu knüpfen, diese auch anzuspielen. Diese fauchte sie allerdings immer nur an. Da sie sich aber nicht blutig kämpften oder ähnliches ließen wir sie einfach machen. Es dauerte etwa 3 Monate, bis wir mit bekamen, wie Miya Tammy das erste mal putzte und sie das in vollen Zügen genoss. Das schönste Bild, dass wir jemals gesehen hatten. Gepfötelt und Gespielt wurde nach und nach mehr. Tammy wurde wesentlich aktiver, Miya hörte das schreien auf. Nach und nach wurden die beiden zu einem unzertrennlichen Dreamteam trotz Altersunterschied. Es gibt nichts schöneres als zu sehen, wie sehr sich 2 Katzen lieb haben können. Alle Probleme, die je existiert hatten, waren erledigt. Ich musste den Foris also Recht geben, obwohl ich mit der Herangehensweise bis heute nicht einverstanden bin....
Ein wenig später, trennten sich mein Partner und ich. Es hatte einfach nicht sollen sein. Egoistisch wie er damals war, kam für ihn eine sachliche Diskussion über den Verbleib der Katzen nicht in Frage. So nahm er seine Tammy wie er sagte "selbstverständlich" mit und ließ meine kleine Miya allein zurück. Kurz darauf verlor ich meinen Job...es war also mit mir mal wieder nicht wirklich viel anzufangen. Trennung, Jobverlust, Verlustdepressionen von meinem Vater, die habe ich manchmal heute noch. Kurz darauf ging natürlich Miya's Leidensgeschrei von vorne los. "Tammy!!! Tammy!!!! Wo bist du???!" Dieses mal jedoch verstand ich sie genau. In meinem Zustand traute ich mir jedoch keine zweitkatze und erneute Vergesellschaftung zu und entschied mich für eine Abgabe zu einem Artgenossen.
Genau 1 Versuch unternahm ich, nach einigem stöbern in erneut diversen Kleinanzeigen Portalen. Nachdem ich dann aber mitten in der Nacht, seelisch völlig am Ende mit meiner Mutter gemeinsam meine Katze wieder abholen musste, weil die Dame mich anrief und sagte es käme zu furchtbaren kämpfen, blieb es bei einem Versuch. Noch so eine Tortur wollte ich meiner armen Miya nicht antun.
Und obwohl ich einen Hass auf meinen damaligen Ex-Partner hatte, entschied ich mich um meiner Miya Willen ihr ihre Freundin zurückzugeben und bat meinen Ex-Partner Miya ebenfalls zu übernehmen. Er willigte ein. Zu meinem Leidwesen geschah dies ohne jeglichen Vertrag. Sonst hätte ich vielleicht heute noch das Recht meine Miya noch einmal zu besuchen.
Als ich Miya abgab, freuten sich die beiden sichtlich sich wieder zu haben, doch mir zeriss es fast das Herz....aber ich wusste, dass es das richtige für meine Miya war. Ich sah sie an dem Tag das letzte mal, da mein Ex-Partner mich überall blockiert und nicht mehr will das ich "seine Katzen" wie er es immer besonders betont, besuche. Ich denke oft an sie und es tut mir auch oft heute noch weh, dass ich sie nicht wenigstens mal besuchen kann.
Naja 1,5 Jahre später sind die meisten Wunden zu Narben und Erinnerungen geworden. Der Katzenwunsch, aber nach wie vor stark. Nur dieses mal, machte ich natürlich nicht solch dämliche Fehler. So fanden Zara und Nerina, 2 bulgarische Mädels aus dem Tierschutz in mein Leben und ich gebe 2!!!!Notfellchen ein zu hause.

Und ich bin super, super glücklich.