Es tut mir so unfassbar weh, über meinen Bartleby zu schreiben. Aber ich hoffe so, mit der extremen Trauer umgehen zu können, die mir gerade den Boden unter den Füßen weg zieht.
Mein Bartleby bekam vor 2 Wochen die Diagnose Lungentumor, welche sich durch das CT letzten Mittwoch bestätigt hat. Zudem wurden weitere Metastasen gefunden, unter anderem in der Pankreas.
Er fraß nicht mehr gut, aber seine Dreamies hat er nach wie vor geliebt. Er kam schmusen und benahm sich wie eine normale Katze. Gestern Abend kam ich nach Hause, er begrüßte mich, setzte sich auf die Couch neben mich und ließ sich kraulen. Ich habe sein Schnurren gefilmt. 4 Minuten später bekam er einen Hustenanfall, nachdem er nur noch röchelnd und knisternd atmete. Auch ging es ein paar Minuten nur noch durchs Maul. Er beruhigte sich, aber kam nicht mehr wirklich hoch. Ich wusste nicht was ich tun sollte... Die Lunge klang langsam wieder besser, aber er schlief.
Also bin ich in der Nacht um 1 oder 2 in eine Tierklinik gefahren. Ich hatte gehofft man könne noch irgendetwas machen. Morphium hätte man geben können, wodurch er noch müder würde. Man könne ihn ans Sauerstoffgerät hängen, aber das ändert nichts am metastasierenden Lungenkrebs. In der Klinik bekam er dann wieder Hustenanfälle, er konnte nicht mehr ruhig atmen. Es war Stress für ihn. Ich entschied mich, dass es an der Zeit war, ihn gehen zu lassen.
Beim Setzen des Katheters hat er sich gewehrt. Also musste ihm ein Narkose Mittel in den Muskel gegeben werden, wodurch er erstmal einschlief. In dieser Zeit hielt ich ihn fest im Arm, er durfte ganz nah bei mir einschlafen. Ich hielt seine Pfote, wie eigentlich jede Nacht beim einschlafen. Durch die Narkose erbracht er sich leider während der Einschlafphase...
Dann ging es schnell. Ich fande seinen Abschied nicht schön, ich wollte es anders und nicht so würdelos mit vielen Einstichen...
Heute hab ich ihn zu einem Tierbestatter gebracht. Er wird einzeln eingeäschert und bekommt eine schöne Urne. Vorher durfte er nochmal auf seinem Sessel liegen, den er in den letzten Tagen und Wochen so geliebt hat.
Ich weiß nicht, wie ich mit dieser Trauer umgehen soll. Sie tut körperlich weh. Es zieht sich alles zusammen. Er war mein Seelenkater, mein ein und alles. Er war immer in meiner Nähe und ist mir in der Wohnung nach gelaufen. Wenn ich duschen war schrie er mich danach an, war wohl empört dass ich weg war. Ins Arbeitszimmer durfte ich auch nicht, denn dann war ich ja nicht bei ihm.
Er sagte immer auf seine Art "Mama" zu mir. Ja haltet mich für doof, aber das hat er ganz oft gemacht. Danach hat er sich oft auf den Boden plumpsen lassen und wir scherzten, dass dann die Erde bebt. Sein Spitzname war Schwartelby. Oder Schwabbelby. Ich habe ihn so sehr geliebt und bin fertig. Mein kleiner Staubsauger ist weg.... Es tut so verdammt weh.


