Hallo ihr Lieben,
nach einiger Zeit gibt es von mir wieder etwas zu hören. Aber ich komme mit sehr guten Neuigkeiten

Am besten beginne ich ganz von vorne…
Wie ihr bereits wisst, bin ich riesiger Tierliebhaber. Von Reitunterricht zu Hasen und Meerschweinchen habe ich mich langsam „hinaufgearbeitet“. Da meine Eltern auf einem Bauernhof aufgewachsen sind war dies gar nicht so einfach - dort wurde zu den Tieren immer Distanz gewahrt, Beziehungen oder gar Tiere im Haus gab es nicht.
So war auch lange Zeit die Meinung meiner Eltern. Meerschweinchen im Garten schön und gut - mehr auch nicht. Vor zwei Jahren etwa hat es angefangen, dass ich mich mehr und mehr in Katzen verliebt habe. Schon zuvor bewunderte ich die tollen Samtpfoten, habe ganze Staffeln von Katzenbüchern gelesen.
Dann jedoch entstand der Wunsch nach einer eigenen Katze, mit der ich mein Leben teilen kann.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bei meinen Eltern keine Chance. Als nach über einem Jahr der Wunsch noch immer da war, mehr und mehr auch ausgesprochen haben meine Eltern angefangen nachzudenken. Noch waren es Gedankenspiele, keine Realität. Ich habe begonnen mich zu informieren, u.a. hier im Forum.
Da meine Leidenschaft immer größer wurde, die Chance nach einer eigenen Katze immer größer habe ich angefangen zu suchen.
Zu diesem Zeitpunkt war nur eine einzige Katze denkbar und selbst das noch nicht sicher. Die Suche war schwer - „normale“ Kitten alleine zu nehmen wurde mir hier ja abgeraten. Ich habe telefoniert (obwohl ich das über alles hasse

) und mich umgehört. Nichts. Alles Kitten, bei denen es keinen Grund gibt sie alleine zu nehmen. Irgendwann habe ich es sogar auf EBay Kleinanzeigen versucht. Überall seltsame, unseriöse Anzeigen bei denen man lieber Abstand hält.
Als ich fast aufgegeben hatte und mehr spaßeshalber noch einen letzten Schwung Menschen angeschrieben habe, wurde ich tatsächlich an eine private Pflegestelle vom TSV in unserer Nähe weitergegeben.
Dieser hat (noch immer) wahnsinnig viele Fundkatzen und weiß nicht wo hin mit ihnen.
So gab es wenigstens einen Grund eine junge Katze alleine zu nehmen, da der TSV wirklich am Überlaufen war.
So habe ich mit der Frau von der Pflegestelle telefoniert und einen Termin ausgemacht, an dem ich vorbeikommen kann. Meine Mama ist mitgekommen - schließlich gibt es genug Kinderfänger, deren Masche genau so abläuft.
Dem war natürlich und zum Glück nicht so - nur ein Ehepaar mit Katzenleidenschaft, das angefangen hat Katzen aufzunehmen (Sie haben auch drei eigene, die Fundkatzen haben aber eigene Zimmer). So eine nette und herzensgute Frau habe ich noch nie gesehen…

Sie hat mich sofort herzlich begrüßt und zu den Katzen gebracht - zu diesem Zeitpunkt 3 Stück.
Ich konnte mit ihnen spielen, kuscheln.… um sie so kennenzulernen. Schnell hatte ich einen Favorit, den wir dann auch reserviert haben.
Leider war klar, dass die Katze erst ab 6. September kommen kann, da wir davor im Urlaub sind. Da ich aber schon davor Ferien hatte, war ich fast jeden Tag bei den Katzen. (Eine bessere Beschäftigung hätte es nicht geben können)
Auch die Frau von der Pflegestelle hat versucht, meine Eltern von einer zweiten Katze zu überzeugen - ohne Erfolg. So wurde der Bruder meines Kätzchens zu einer anderen Familie (mit Katze) vermittelt.
Ich war weiterhin dort, andere Fundkatzen kamen und gingen wieder.
Eines Tages saß wieder eine neue im Zimmer. Ein rabenschwarzer Kater (Geschlecht damals noch unbekannt, da man ihn nicht anfassen konnte). Zu sehen bekam man ihn nicht - er lag zusammengerollt in einer Höhle, kam nicht hervor und fauchte vor Angst sobald man kam. Nur die Augen blickten ab und an heraus - ein furchtbarer Anblick. So traurig und verletzt… schlimm!
Die meiste Zeit habe ich ihn ignoriert, habe mich mit meiner zukünftigen Katze angefreundet. Immer länger saß ich im Zimmer. Immer wenn meine Katze sich dann zurückgezogen hat, habe ich angefangen mit dem Kater zu reden. Manchmal stand ich einfach minutenlang vor ihm, und habe mit ihm gesprochen. Zugeblinzelt habe ich ihm auch - das soll ja eine nette Geste sein. So ging das einige Male, ohne Regung.
Irgendwann aber hat er tatsächlich angefangen zurückzublinzeln. Noch immer mit einem wahnsinnigen Schmerz in den Augen. Das war der Moment, als ich begonnen habe meine Hand vorsichtig zu ihm zu legen oder mit einem Spielzeug zu kommen. Meist wurde das mit Fauchen beantwortet, worauf ich ihn in Ruhe gelassen habe. Tatsächlich hat der Hübsche aber dann begonnen, die Pfote vorsichtig an meinen Finger/das Spielzeug zu strecken. Mittlerweile hatten wir ihn „Shadow“ getauft - immer war er wie ein Schatten in der Höhle - kaum erkennbar. (Außerdem ein Name, der sowohl männlich als auch weiblich gepasst hätte.)
Nebenher wurde natürlich meine Freundschaft mit der schließlich “Kiwi“ getauften, Frechen und aufgeweckten Kätzin immer größer.
Shadow wurde immer aufgeschlossener - begann sogar zu schurren als ich ihn berührte, bis ich ihn irgendwann am Bauch kraulen durfte. Doch immernoch in seiner Höhle mit diesem traurigen Blick.
So habe ich ihn verlassen um in den Urlaub zu fahren.
Dann die Nachricht von der Pflegerin, über die ich mich unfassbar gefreut habe: Shadow kam aus seiner Höhle und liegt mittlerweile mit Kiwi in einem Körbchen weiter unten. (Die Höhle ist ganz oben in einem Kratzbaum)
Und erneut die Anfrage der Pflegerin, ob wir nicht doch eine zweite Katze nehmen würden. Nur an uns würde sie Shadow geben, bei anderen zögerten sie und ihr Mann.
Ich wäre sofort dabei gewesen - die Antwort meiner Eltern könnt ihr erahnen. So habe ich die endgültige Nachricht geschrieben, dass wir bei Kiwi bleiben und das war’s.
An diesem Abend, nach dem Abendessen begann meine Mutter seltsamerweise mich über Shadow auszufragen. Ich erzählte ihr die Geschichte, die auch ihr eben lesen durftet. Mittlerweile ließ sich Shadow sogar auf den Arm nehmen - ein Kater.
Diesen Abend war meine Mutter sehr nachdenklich, hatte wohl einen großen inneren Kampf. Ich zeigte ihr noch die Sprachnachricht der Pflegerin. So gingen wir schlafen - eine zweite Katze auch nicht ansatzweise denkbar.
Heute morgen kam dann die Aussage: „Wir können Shadow nehmen“.
Ich bin fast vom Glauben abgefallen, habe vor Freude geweint. Kann es noch immer nicht fassen… wir können Shadow ein gutes Zuhause bieten und Kiwi ist nicht alleine… ich bin über, überglücklich! Keine Ahnung wie meine Eltern dazu kamen… ihr kennt sie nicht - das grenzt wirklich an ein Wunder! Erst auf keinen Fall eine Katze, dann eine und dann sogar zwei….
Am 7. September kommen die beiden nun endlich… ich kann es nicht erwarten!
Ich bin unfassbar dankbar, diese tolle Frau kennengelernt haben zu dürfen, die mir solche tollen Katzen vermittelt. Sie war ein großer Grund, warum ich überhaupt eine Katze bekomme.
Bei ihr haben alle Fundkatzen eine so tolle Zwischenstelle - alle werden liebevoll aufgenommen und um jede einzelne wird sich gekümmert.
Das war jetzt ziemlich lange… krass, falls ihr es bis hierher zu Ende gelesen habt. Einige Punkte musste ich sogar auslassen - es ist einfach unfassbar viel passiert. Alles in allem bin ich einfach nur überglücklich und meine beiden zukünftigen Katzen hoffentlich bald auch. Danke für eure Aufmerksamkeit und verzeiht Grammatikfehler - ich habe aktuell nicht so viel Zeit, wollte euch das aber unbedingt mitteilen
