Ich denke, dass dieser Kater eine Chance verdient hat auf ein Zuhause, in dem er Zuwendung erfahren kann und das seinen Bedürfnissen gerecht wird. Und dieses Zuhause hat er sich mit dem Ehemann deiner Chefin wohl selber ausgesucht.
Wenn der Kater in der ganzen Zeit, in der er von dem Mann deiner Chefin besucht wird, Vertrauen aufgebaut hat und sich freundlich verhält und auch deiner Chefin gegenüber keine Agressionen zeigt, sollte er nach so langer Zeit wenigstens die Chance erhalten, dass ein Übernahme-Versuch gemacht wird. Dass das Tierheim, wenn er sich nicht eingewöhnt oder wenn er im neuen Zuhause doch wieder aggressiv werden sollte, ihn wieder zurücknehmen sollte, müsste natürlich vorher geklärt sein.
Deine Chefin und ihr Mann werden sicherlich nicht erwarten, dass der Kater zum Schmusekater mutiert und dass insbesondere sie ihn jederzeit streicheln oder auf den Arm nehmen kann. Aber wenn man sein Wesen akzeptiert ist das Leben in einer Familie für ihn doch schöner, als in einem Tierheim, wo die Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter ihn zwar versorgen, aber anscheinend doch Angst vor ihm haben und ihm zumindest nicht wirklich nahe kommen können.
Ich denke, dass er den Freigang weiterhin braucht, würde ihn also nur kurze Zeit drinnen lassen, wenn er mit den geschlossenen Türen nicht klar kommen sollte. Ich glaube kaum, dass er freiwillig zum Tierheim zurück kehrt, aber wenn das der Fall ist, findet er wohl auch wieder den Weg zurück. Wenn das nicht der Fall ist, kann das Tierheim ihn immer noch wieder zurück nehmen.
Bei Tierarztbehandlungen musste das Tierheim ihn doch auch einfangen, da können die deiner Chefin bestimmt noch Ratschläge geben. Wenn sie ihn vor dem Umzug noch einmal untersuchen lassen und eventuell entwurmen lassen oder nötigenfalls impfen lassen, sollte so schnell auch kein neuer Tierarzt-Besuch nötig werden.
Die andere Besuchskatze sollte eigentlich kein Problem sein, den auch im Tierheim gibt es ja andere Katzen, somit dürfte er an das Miteinander mit anderen Katzen gewöhnt sein.
Ich würde mich freuen, wenn du berichtest, wie es mit dem Kater weitergeht.