Hallo Ihr Lieben,
da ich mich in einer ziemlich verzwickten Situation befinde, schreibe ich hier ins Forum.
Vor ca 2 Jahren bin ich mit meinem Partner in das Zweithaus seiner Eltern eingezogen. Wir wollten uns hier ein eigenes Reich schaffen bzw eine Anliegerwohnung bauen.
Im Laufe der Zeit hat sich leider mein Partner mit dem Mann seiner Mutter sehr arg verstritten.
Wir müssen jetzt zum nächsten Monat hier ausziehen. Ich erwähne es, weil es relevant für die Gesamtsituation ist.
Als wir hier vor 2 Jahren einzogen, kam Nachbars 3 Monate alte Baby Katze Max uns fast jeden Tag im Garten besuchen.
Er hat uns quasi gleich "adoptiert", und seit dem sind wir unzertrennlich.
Die Nachbarn, eine junge Familie mit 2 Kindern und mehren Tieren, 2 Hunde, Kaninchen, Hühner usw, waren/ sind nur sehr selten zu Hause da beide tagsüber arbeiten waren.
Der kleine Kater, sehr zutraulich und menschenbezogen, kam immer öfter zu uns, offensichtlich in Not, auch mit Verletzungen, Zecken, die wir ihm entfernten usw.
Dann fuhr die Familie im Sommer in den Urlaub und ließ den kleinen Kater alleine. Zwar kam die Mutter des Nachbarn täglich einmal kurz vorbei, um die Tiere zu füttern, der kleine Kater stand allerdings mehrfach am Tag bei uns auf der "Matte" und jaulte und jammerte herzzerreissend.
Die Mutter des Nachbarn kam zu uns rüber und fragte ob wir den Kater gesehen haben, da sie ihn nie sehen würde, wenn sie zum Füttern käme.
Wir sagten ihr dann dass er bei uns war, und sie fragte ob wir ihn füttern können und gab uns ein paar Futter Packungen.
So fing es an, das wir ihn mehr und mehr versorgten, und er quasi zu uns abwanderte.
Das Grundstück der Nachbarn ist gleich nebenan.
Es war immer offensichtlich, dass der Kater meist bei uns war.
Vor ziemlich genau einem Jahr, als die ganze Lockdown Situation sehr akut war, verlor die Frau des Nachbarn ihre Arbeit und war plötzlich zu Hause. So fiel ihr wohl auf, dass der Kater gar nicht mehr zu ihnen kam.
Sie hatten sich noch eine zweite Baby Katze geholt, und wollten diese mit dem Kater sozialisieren, und sperrten den Freigänger Kater 3 Wochen in der Wohnung ein.
Daraufhin entwickelte sich ein Nachbarschaftsstreit, denn nach 3 Tagen der Abwesenheit des Katers, machten wir uns große Sorgen, und ich fragte die Nachbarn worauf die mir sagte dass sie den Kater einsperren, damit er wieder zu ihnen kommt.
Für mich war das eine ganz schlimme Zeit. Ich habe bitterlich geweint, denn ich liebe den Kater sehr.
Als sie ihn rausgelassen haben, kam er gleich wieder zu uns, allerdings sichtbar verhaltensgestört... Mit viel Liebe haben wir es dann wieder hingekriegt und es hat sich normalisiert.
So kam er wieder zu uns... Im August letzten Jahres, wurde Kater Max krank, hatte einen schlimmen Abszess am Bauch, und musste über Wochen brechen...
Wir sagten den Nachbarn Bescheid, dass er krank war, denn beide wieder am arbeiten, haben es nicht mitbekommen.
Die Nachbarin fuhr dann mit dem Kater zum Tierarzt, wo er Antibiotika Tabletten sowie Schmerzmittel, die er über Tage verabreicht bekommen sollte.
Da beide ja tagsüber nicht da waren, habe ich ihm also die ganzen Tabletten verabreicht, sowie ihn gesund gepflegt.
Dadurch hat sich das Nachbarschaftverhältnis wieder entspannt, und sie meinte auch, dass es OK ist, wenn er zu uns kommt...
In der Zwischenzeit, hatten die Nachbarn einen ganzen Katzenwurf Babys bekommen, weil die andere Katze unsterilisiert rausgelassen und gleich schwanger wurde, selbst erst 6 Monate alt... Daraufhin ging Kater Max gar nicht mehr zu Nachbarn rein und war dann ausschließlich NUR noch bei uns.
Nachbarn fragten seitdem nie wieder wie es ihm geht, was er macht etc..
Und jetzt kommt es: Trennung zum Jahreswechsel bei den Nachbarn, Frau und Kinder ausgezogen. Was macht der Nachbar, vor ein paar Wochen sperrt den Kater einfach über Tage ein, ohne Bescheid zu sagen. Wir haben uns wieder Sorgen gemacht wo er war, denn er ist uns sehr verbunden und kommt mehrmals täglich 4 Std Takt oder noch öfter rein, sowie zum Schlafen auch, und fragten den Nachbarn wo der Kater ist. Er sagte gleich er ist bei ihm drin, er kommt wieder und wenn die Kinder da sind soll er reinkommen.
Ich bin daraufhin ausgerastet, dass er ihn schon wieder eingesperrt hat. Es hat sich jetzt sehr verhärtet, und wir reden kein Wort miteinander. Er schleppte noch seinen Vater mit an, und drohte uns mit einer Klage wir hatten das Tier angefüttert, usw... Kater darf jetzt also offiziell nicht mehr bei uns rein...
Vor Wochen, hatte der Kater was an der Pfote dass er kaum laufen konnte, sowie einen Abszess, was nicht abheilen wollte.
Wir sagten das dem Nachbarn, doch keine Reaktion.
Da er es nicht behandeln ließ, und der Kater schon begann den Abszess selbst aufzubeißen, schnappte ich ihn mir, und bin mit ihm zum Tierarzt... Und schilderte auch die Situation mit dem Nachbarn.. Die Ärztin war sehr verständnisvoll, und wollte auch erst die Behandlung dem Nachbarn in Rechnung stellen, da sie ihn auch entfernt kennt.
Sie meinte auch ausdrücklich, dass es oft der Fall ist dass Katzen abwandern, wenn sie sich in ihrem alten zu Hause gestresst fühlen. Sie gehen dahin wo die Liebe ist sagte sie noch. Das Einsperren fand sich auch gar nicht gut, und hat sogar den Nachbarn angeschrieben, es zu unterlassen.
Die gedrohte Klage fand sie auch lächerlich, wegen dem geringen Streitwert. Wahrscheinlich eh nur Drohgebärden.
Habe es dann aber selbst bezahlt. Sie meinte, wenn der Abszess nicht abheilt, muss es operiert werden, und wir hätten schon eher kommen müssen. Er hat dann wieder Antibiotikum Tabletten verschrieben bekommen.
Leider konnte ich ihm diese nicht wie es verschrieben verabreichen, da der Nachbar ihn wieder einsperrte, da die Kinder an dem Wochenende bei ihm waren...
Ein paar Tage später sahen wir dann, wie der Kater von Nachbarn aus dem Fenster rausgelassen wurde, und er nicht wusste wie er mit seiner Pfote vom hohen Dach runterkommen sollte... Er jaulte und mauzte ganz laut auf dem Dach, haben auch ein Video davon. Obwohl wir ihn baten, ihn mit der Pfote zu schonen und ihn nicht da runterspringen zu lassen...
So das zur längeren Vorgeschichte. Das Dilemma ist jetzt Folgendes : Wir müssen jetzt hier ausziehen. Ich habe selbst noch eine 2 Zimmer Stadwohnung.
Ich weiß jetzt nicht was ich mit diesem Kater machen soll... Ihn hier lassen zu müssen, bricht mir das Herz...
Denn ich weiß dass er hier nicht gut versorgt ist...
Wenn wir hier raus sind, kommen die Eltern meines Partner wieder ins Haus... Diese hassen Katzen und werden ihn nicht versorgen.
Das heißt konkret für ihn, er hat tagsüber niemanden der ihn versorgt...
Das heißt quasi, ich lasse ihn hier hängen, und das tut mir so im Herzen weh...
Wenn ich ihn mitnehme, in meine Stadwohnung, kann er nicht mehr raus, und ich würde ihm seine geliebte Freiheit nehmen... Lasse ich ihn hier, geht er vielleicht vor die Hunde...
Wie seht ihr die Situation mit dem Nachbarn? Sich nicht ums Tier kümmern,
aber kann er jetzt Ansprüche noch geltend machen? Nach all dem?
Was ist wichtiger? Die Bezugsperson für eine Freigänger Katze, oder die Freiheit??
Ich möchte zeitnah einen neuen Wohnort finden, wo er auch wieder raus kann... Das wäre jetzt eine Notsituation ihn mit in die Stadt zunehmen.