Hallo liebes Forum,
Ich weiß nicht ob das hier richtig ist. Es geht ja nicht hauptsächlich um seine Erkrankung sondern eher um meinen Kummer damit um um meine Unsicherheit mit der Situation. Es wird ein längerer Text werden ich entschuldige mich dafür schon mal.
Also zu unserem “Patienten“. Peet ist 8 Jahre alt, männlich, kastriert und der schwierigsten Fall den ich in meiner langen Laufbahn je getroffen habe.
Mein Mann und ich waren lange Jahre Pflegestelle und Auffanglager für all die armen Fellchen da draußen, die Hilfe brauchten. Wir sind eine Notstelle des Tierheimes gewesen für unter anderem Findelkinder. Wir haben aufgepäppelt, sozialisiert, gesundgepflegt und vermittelt.
Wir hatten immer Katzen die bei uns blieben entweder weil wir sie nicht wieder hergeben konnten oder weil sie schlichtweg nicht vermittelbar waren (zu alt, chronisch krank oder sonstiges)
Und dann, nun dann kam Peet. Ein Anruf vom Tierheim, wir haben einen total abgemagerten ca. 1 jährigen Kater in einer Kleingarten Anlage gesichert. Wir sind komplett überfüllt, könnt ihr ihn nehmen? Natürlich helfen wir.
Also kam dieses kleine unfassbar magere Männchen zu uns, verängstigt und schwer traumatisiert. Er wurde umsorgt und aufgepäppelt, sobald er stabil genug war kamen die Eierchen ab. Nach circa 8 Monaten hatten wir einen stattlichen Katzenmann UND waren extrem glücklich, dass wir das hinbekommen haben. Also starteten wir die Vermittlung.
Peet wollte nicht zu kleinen Kindern, die machen ihm Angst. Ein weiterer Kerl wäre auch nicht gut, ein Mädchen, die nicht gleich “Einknicken“ würde wäre wünschenswert. Es gab eine Anfrage, die uns und das Tierheim positiv stimmte, eine Katzenerfahrene Dame mit einem aufgeweckten Katzenmädchen im selben Alter. Die Begehung der Örtlichkeit machte auch einen guten Eindruck, Garten, Katzenklappe, Begegungsraum für die Zusammenführung mit Schnuppermöglichkeit. Alles sehr sehr schön und solide. Nach Bezahlung der Schutzgebühr zog Peet in sein neues Leben. Die Zusammenführung lief langsam ab und ganz behutsam, Kiki das Katzenmädchen fand Peet toll und schnuddelte immer vor der Kontaktmöglichkeit rum. Ich war drei mal dort in den ersten Monaten, ich versuche immer mit den Leuten in Kontakt zu bleiben und wenn nötig Hilfestellung zu leisten.
Irgendwann war die Zusammenführung abgeschlossen und Peet und Kiki kamen gut miteinander zurecht, lagen zusammen, spielten miteinander, ich freute mich das Peet ein schönes Zuhause gefunden hatte.
Nach ungefähr einem Jahr kam ein Anruf von Peets Besitzerin, sie war in Tränen aufgelöst. Peet hatte Kiki beim Abendessen so schwer verletzt, dass die operiert werden musste und leider ein Bein verlor. Sie schilderte mir die Situation und alles passierte wohl aus dem nichts. Sie könne nicht mehr mit dem Kater zusammen leben nach diesem Vorfall.
Also holten wir ihn wieder zu uns. Ausgiebiger Check in der Klinik ergab nichts. Kater ist gesund. Nun gut vielleicht einfach Pech, einfach ein schlimmes Missverständnis? 1 oder 2 Monate war er bei uns, als er anfing zu unseren Stammnasen garstiger zu werden, viel Gefauche, Geknurre und Gehaue. Also wieder in die Klinik CT machen lassen. Vielleicht ein Hirntumor? Wieder nichts. Kater ist gesund. Gut vielleicht will er Alleinherrscher sein.
Also wieder ein Vermittlungsaufruf, keine Kinder, keine anderen Tiere, mit Freigang. Wieder ein paar Anfragen mit offener Thematisierung der Probleme mit Kiki uns unseren Katzen.
Ein Ehepaar schreckte dass alles nicht ab und beide fanden Peet toll. Wieder Begehung wieder alles fein, Schutzgebühr Bezahlung und Umzug von Peet. Wieder in der ersten Zeit alles wunderbar, Peet war ein Schnuddel Schmuser vorallem mit seinem neuen Papa. Nach dem ersten Jahr in seinem neuen Zuhause war ich mir sicher, er hatte seinen Platz gefunden. Ich war so happy.
Nach ungefähr 1 1/2 Jahren kam auch hier wieder ein anruf Peet hatte die Ehefrau schwer gebissen, als sie sich auf die Couch zu ihrem Mann legen wollte. Wohl ohne Vorwarnung, die Frau musste ins Krankenhaus gebracht werden und hatte Glück dass ihre Sehnen nicht durch waren. Die Frau hatte danach so Angst vor Peet das sie ihn schweren Herzens zu uns brachten.
Peet oh Peet ... Wir haben ihn wieder checken lassen, da stimmt doch was einfach nicht. Wir nahmen keine neuen Plegenasen mehr auf, weil Peet war zu unberechenbar solange wir nicht wussten wo sein Problem lag.
In den folgenden zwei Jahren attackierte Peet zwei mal mich aus dem nichts und einmal meinen Mann, ich hätte fast ein Auge verloren und mein.Mann wurde heftig in die Hand gebissen. Alle Attacken kamen aus heiterem Himmel ohne einen ersichtlichen Grund.
Wir waren echt mit unserem Latein am Ende. Peet ist zu 99% ein lieber süßer Kerl und zu 1% ein unberechenbares Monsterchen.
Vor einem Jahr bekam Peet einen Knubbel am Kinn, da der Knubbel nach zwei Wochen nicht weg ging ließen wir ihn erneut untersuchen. Therapie war erstmal klassisch mit einer Punktion, Ergebnis war eine Entzündung, keine Tumorzellen. Also erstmal Antibiotika, der Knubbel wurde kleiner, kam aber nach der Absetzung sehr schnell wieder. Eine weitere Punktion ergab wieder nur Entzündung. Empfehlung war ein CT. Also wurde ein Termin zum CT gemacht, Wartezeit waren 7 Wochen. In den 7 Wochen veränderte sich Peet, er wurde grantig, misslaunig, fauchig und aggressiv. In den 7 Wochen verletzte er mich ein weiteres Mal und meinen Mann 2 mal.
Wir waren uns sicher das stimmt was ganz und gar nicht. Wir sehnten den CT TERMINE herbei um endlich Gewissheit zu haben. Bei dem Termin kam dann heraus Peets Nieren sind verändert, er hat Wucherungen in der Lunge, in der Nase und im Bauch. Diagnose seltene Ausprägung von esophilinen Granulomen. Die Schübe können auch Vehaltenänderungen auslösen. Lebenserwartung unklar, Heilung nicht möglich.
Therapie Vorschlag tägliches Cortison und 1 x wöchentlich Leukeran. Also fingen wir letztes Jahr mit den Tabletten

an. Peet bekommt das Leukeran nicht gut, ihm ist jedes Mal nach der Tablette übel, er mag dann nicht essen. Er baut ab, er ist jeden Tag ein bisschen weniger.
Wir tun uns schwer mit seinem Schicksal, vorallem damit zu entscheiden wann es “genug“ ist. Bei unseren Oldies war das “einfach“ sie haben es gezeigt wann es Zeit war. Aber Peet, nun Peet ist 8 Jahre und will eigentlich nicht gehen. Er hat gute Tage, da sind wir dann froh dass er da ist und ein bisschen Freude hat, aber es gibt auch viele schlechte Tage.
Was will ich mit dem Beitrag eigentlich sagen? Wie geht es euch damit, dass eure Nasen unheilbar krank sind oder langsam vor sich hin sterben oder eher “verschwinden“ wann w habt ihr die Reißleine gezogen, woher wusstet ihr das es Zeit ist sie gehen zu lassen.
Ich meine wir haben soviel mit ihm “durch“ ...