Hallo liebe Community,
ich bin neu hier und melde mich direkt mit einer Frage, bzw. mit der Bitte um Einschätzung von Euch Katzen-Profis.
Ich habe vor gut 3 Wochen den süßen 2jährigen Milou adoptiert. Er kam aus einem Haushalt, in dem er von einem älteren, schweren Artgenossen drangsaliert wurde. Hinzu kam ein Menschenbaby und die Anspannung in der Familie war kaum zu toppen. Milou markierte, was das Zeug hielt und es war auch nicht klar, wie viel Futter ihm sein Rivale übrig ließ. Also nahm ich mich seiner an. Ich habe Katzenerfahrung und kam bisher immer sehr gut mit den Katzen und Katern in meinem alten Zuhause sowie zur Pflege in meiner aktuellen Wohnung zurecht (immer Einzelhaltung).
Ich vermutete, dass Milous Markieren und Kratzen Stressreaktionen waren. Bei mir in der Wohnung hat er sich auch bisher sehr gut eingelebt: es gibt kein Markieren, kein übertriebenes Kratzen und ein paar Mal ist er auch schon zu mir unter die Sofadecke geschlüpft. Er reibt sein Köpfchen ständig an meinen Beinen, wo ich gehe und stehe. Schmusen tut er leider bisher gar nicht, springt nicht auf den Schoß und lässt sich nur selten am Kopf und Rücken streicheln. Wird ihm schnell zu viel und dann knabbert er oder schlägt sanft mit der Pfote und will spielen.
Er ist ein
sehr verspielter (kastrierter) Kater, und daher rührt auch meine Frage: ich spiele täglich mehrfach mit ihm. Oft mal 5 bis 10 Minuten zwischendurch, am Abend gibt's nochmal eine längere Einheit. Ich versuche auch, ihn gut zu beschäftigen mit selbstgebastelten Fummel-Röhren, Spielzeug, Katzenminze und Wasserstrahl aus der Dusche.

Er nimmt das meiste auch sehr gut an. Ich habe jedoch das Gefühl, dass es nie genug ist! Er ist ziemlich aufgekratzt und hat gestern sogar angefangen, aus dem Nichts mit peitschendem Schwanz meine Hand auf der Computermaus abzuschlecken und leicht zu knabbern. Ich weiß, dass er das nur im Spiel macht und es keinesfalls als Angriff zu werten ist -- ich frage mich allerdings, was ich noch tun kann, damit er mehr Auslastung erfährt. Er ist nun 2 Jahre und 2 Monate alt. Da nimmt der Spieltrieb schon noch nennenswert ab, oder?
Mein Plan ist jedenfalls, nächste Woche eine Katzenfaltleiter zu installieren. Somit kann er vom Balkon endlich zum ersten Mal in seinem Leben in der Natur sein. Ich hoffe stark auf Besserung seiner Aufgedrehtheit. Oder bin ich hier auf der völlig falschen Fährte und ein Spielgefährte wäre wichtiger? Durch seine negative Erfahrung mit dem vorherigen Artgenossen dachte ich, ihm zunächst Ruhe zu gönnen sei richtig.
Ich freue mich total, dass es dieses Forum hier gibt und bin sehr gespannt auf Eure Meinungen und Einschätzungen!
Liebe Grüße und danke im Voraus,
Lo & Action-Cat Milou