Im letzten Juni sind bei uns zwei Katzen eingezogen. Da wir beide voll berufstätig sind, war es klar, dass zwei sein müssen, gleichgeschlechtlich und möglichst gleich alt. Als wir erfahren hatten, dass jemand Kitten aus einem "Ups-Wurf" zu vergeben hatten, haben wir zugesagt und zwei Schwestern aufgenommen.
Zunächst war alles gut. Die beiden waren echt toll - haben schnell gelernt und unsere Regeln ganz schnell verstanden. Wir haben uns immer wieder gefreut, wie toll sie sind und wie viel Glück wir mit den beiden haben.
Recht schnell wurde deutlich, wie unterschiedlich die beiden sind.
Jule ist sehr inteligent, neugierig, anhänglich aber nicht schmusig. Sie hält sich immer in unserer Nähe auf, ist permanent "online" und folgt uns auf Tritt und Schritt. Dennoch ist sie keine "Schoßkatze", sie bleibt immer auf Armlänge und holt sich ihre Streicheleinheiten ab.
Cleo wirkt sehr zufrieden mit sich und ihref Umwelt. Sie ist gerne unterwegs, kuschelt sich aber gerne ein, wenn sie nach Hause kommt. Genießt auch ein absolut entspanntes Schläfchen auf dem Sofa (bevorzugt breitbeinig auf dem Rücken liegend) in dem warmen Wohnzimmer.
Mittlerweile kommen die beiden Schwestern leider nicht mehr gut mit einander aus. Sie fressen zwar weiterhin aus einem Napf und geben sich auch Nasenküsschen, wenn sie sich begegnen. Aber es kommt immer wieder zum Streit, mit Fauchen und Knurren. Dabei ist es immer Jule, die Cleo aus heiterem Himmel angreift und in die Ecke drängt.
Wenn sie spielen und sich dabei jagen sieht es anders aus. Dann wechseln sie sich auch ab, wer wen jagt und es ist zu erkennen, dass es Spiel ist. Aber in der letzten Zeit kommt es häufiger vor, dass Jule Cleo angreift. Und nicht locker lässt, obwohl Cleo faucht und versucht sich zu verstecken. Wenn wir es mitbekommen greifen wir ein, und mittlerweile akzeptiert Jule unser "Stopp" und lässt sich aus der Situation nehmen.
Zusätzlich zu dem Streit ist noch hinzu gekommen, dass Jule angefangen hat in die Wohnung zu pinkeln. Bei ersten Mal hat mein Mann erwischt, wie Jule im Bad über den Bodenablauf gepinkelt hat. Noch nicht schlimm, aber irgendwie nicht richtig, weil sie entweder draußen oder aufs Katzenklo geht. Dann wurde sie von meinem Mann erwischt, wie sie im Flur über ein im Boden eingelassenes Gitter gepinkelt hat (direkt zwischen Katzenklappe und Katzenklo) und heute hat sie sich im Wohnzimmer im Beisein meines Mannes auf ein Kissen gesetzt und dahin gepinkelt.
Mein Eindruck ist, dass es Jule nicht gut geht. Der Kontakt zur Schwester ist schlecht (weil diese so andere Interessen hat), wir Menschen als Bezugspersonen sind viel außer Haus und sie ist einsam. Andererseits verjagt sie jede fremde Katze, die sich unser Grundstück nähert, sehr vehement und auch erfolgreich.
Das Wildpinkeln stresst uns zusätzlich, und wir sind ein wenig am Ende unserer Ideen und Kräfte. Ich habe ein permanent schlechtes Gewissen Jule gegenüber und mein Mann hat ein Problem mit dem Wildpinkeln in der Wohnung (zu recht).
Meine Fragen jetzt:
- wie gehen wir mit dem Stress zwischen den beiden Katzen um?
- wie unterbinden wir das Pinkeln in der Wohnung?