@Miss_Katie und @goya
Vorweg: Wenn das alles bei Euch super funktioniert, ist doch alles Bestens. Dann gibt es auch keinen Grund, etwas zu ändern. Christine Hauschild und Sabine Schroll kenne ich beide und habe auch einiges von beiden gelesen. Gerade von Christine Hauschild habe ich vieles versucht, umzusetzen, gerade ihre Ratschläge bei Differenzen, die Ansätze sind einleuchtend, geklappt hat es dennoch nicht wirklich gut.
Anmerken möchte ich außerdem, dass niemand verpflichtet ist, das hier alles zu übernehmen. Jeder darf machen, wie er möchte und jeder hat die Verantwortung für seine Tiere.
Ich lese unendlich viel über Verhalten von Katzen und auch Ratgeber von bekannten Verhaltenstherapeuten einerseits und suche andererseits gezielt nach Fallbeispielen und wie diese gelöst werden sollen, was als Folge passiert, also hat es Erfolg oder nicht. Wie gesagt stoße ich dabei eigentlich immer wieder auf die gleichen Problematiken und Misserfolge. Wenn überhaupt sind Erfolge oft nur kurzfristiger Natur. Die Lösungsstrategien sind immer die Gleichen: Katzen viel bespielen, vorm Schlafengehen besonders viel, damit ausgepowert, alle gleich und gerecht behandeln, Clickern, Feliway, Belohnungen etc. Daher der Ansatz, mal eine ganz andere Herangehensweise auszuprobieren, die sich rein zufällig auch noch mit dem deckt, was man in Katzenpopulationen beobachten kann, die nicht oder nur peripher an den Menschen angeschlossen sind.
@Miss_Katie Die gleichen Jagdspiele meine ich schon auch. Warum ich diese nicht empfehle, (oder nur sehr eingeschränkt, jedenfalls bei Katzengruppen): Die Katzengruppe ist ein im Idealfall stabiles Gefüge, welche Du als Halter leitest und managst. In der Gruppe selbst gibt es auch einen Boss, in der Regel ein weibliches Tier. Der Boss spielt nicht mit rangniedrigeren Tieren, ergo spielst Du auch nicht mit den Katzen, weil Du damit Deine eigene Autorität selbst untergräbst. Du spielst auch nicht mit den Katzen, weil Du die ranghöchste Katze quasi dazu nötigst, dass sie auf das Spiel eingeht, aufgrund Ihres Jagdtriebs, den sie ja hat, somit untergräbst Du auch ihre Autorität. Das kann dann durchaus zu Konflikten innerhalb der Katzengruppe führen. Bitte nicht verwechseln mit Qualitytime, also Zuwendung in Form von Kuscheln o.ä., das natürlich schon. Oder Futter verstecken, das ist auch kein aktives Bespielen der Katzen. Die Katzen sollten schon Spielsachen zur Verfügung haben, aber immer selbst wählen können, wann sie sich dessen bedienen wollen. Es geht also nicht darum, den Alltag möglichst langweilig zu gestalten, sondern das extrem aktive Bespielen vor allem mit Spielangeln und Laserpointer.
Ich handhabe das hier so, dass ich mit meiner Katze spazieren gehe, aber nur mit ihr. Ich clickere auch mit ihr, allerdings ausschließlich alleine und ausschließlich draussen. Ich mag das auch sehr gerne, dadurch dass die Kater das aber nicht mitbekommen, da die Katze mit mir weiter weg von zu Hause draußen ist, gefährde ich nicht die Hirearchie innerhalb der Gruppe.
Unsere Kater spielen hier zu Hause sehr ausgelassen und harmomisch miteinander. Die Katze spielt in der Regel nicht oder nur ganz selten mit. Sie ist auch die einzige, die den Liegeplatz auf dem Schrank hat und auch da keinen der Kater duldet. Ab und an versucht schon der eine Kater, ob er da Chancen auf Ihre Ablösung haben könnte. Sie lässt ihn auch an sich schnuppern, sobald er Anstalten macht, sich zu ihr auf den Schrank zu legen, hat er eine. Das ist der Chefplatz. Unten auf dem Sofa oder Boden liegen sie sehr wohl nebeneinander.
Was mich zu Catwalks bringt. Katzen ziehen sich in der Regel aus zweierlei Gründen auf eine andere Ebene zurück: Mit Beute, um in Ruhe zu fressen oder aus Unsicherheit, um von oben zu beobachten. Wenn die Gruppe harmonisch ist, kann ein Catwalk als zusätzlicher Raum ja ganz in Ordnung sein, wenns sies als solchen nutzen, zum rennen und dösen. Sobald Catwalks aber zum einer andern Katze Auflauern dienen, kann das wieder die Ruhe und Stabilität durcheinander bringen. Auch wenn eine rangniedrigere Katze hier versucht, die ranghöhere so zu drangsalieren und der Halter unterbindet das nicht und stärkt der ranghöhren Katze nicht gleich den Rücken, gibt das Ärger. Daher auch nicht alle gleich behandeln, die Chefkatze braucht immer Rückendeckung durch den Halter.
Daher formuliere ich das bei Fragen nach Rat so. Das ist für mich schlüssig, logisch und funktioniert einfach super, ich weiß, dass es so ganz anderes klingt, als man es kennt und oft empfohlen bekommt.
Wie gesagt, das alles ist nicht in Stein gemeißelt und kann natürlich jeder auch völlig anders sehen und handhaben. Letztlich sollte man einfach bei sich selbst schauen, welche Variante die größtmögliche Ruhe in die Gruppe bringt. Das mag durchaus nicht überall gleich sein.