Die trauer hat wohl viele Gesichter

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  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #1
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Ich habe vor 2 Tagen meine Kira letztlich ganz spontan nach langer Krankheit erlöst.

Habe sie viel zu spät gehen lassen und bereue es kein bischen, ganz im Gegenteil, bereue sie überhaupt gehen gelassen zu haben. Plötzlich kam es übermich den mut aufzubringen und ich ertappe mich bei dem Gedanken: "Ich hab sie so lange leiden lassen, auf ein paar monate mehr wäre es auch nicht angekommen".

Habe wie jede meiner Katzen in der praxis gelassen am nächsten tag jab ich auch das bereut. Hätte sie mitnehmen sollen dann wäre sie jetzt noch bei mir, hätte sie ausstopfen lassen sollen..

Zuhause fühlt es soch an als hätte es kira nie gegeben, war alles nur ein traum. Kira war nie in wirklichkeit bei mir.

Bin in dem Moment als ich die Entscheidung traf schier zusammen gebrochen, mir zeriss es das herz und ich heulte hemmungslos.
Seit dem kommen immer mal wieder tränen aber nur sehr kurz danach ist es gut und ich denke: "hä warum weinst du jetzt?".

Ich hatte kurz bevor ich mit ihr in die praxis bin noch gedacht ich will nicht das die Erinnerungen verblassen. Kaum komme ich mit leerem Transportkorb heim ist Kira komplett vergessen.
4 jahre lang drehte sich das gesamte Leben nur um die psychisch und körperlich beeinträchtigte katze und jetzt ist Plötzlich alles wie ausgelöscht aus meinem kopf.

Ich gucke mir viele Bilder an von ihr, bis heute kann ich das bei meinen anderen verstorbenen Katzen nicht.
Versuche angand der Bilder Erinnerungen zurück zu holen, gefühle zurück zu holen die ich für diese Katze auf den Fotos hatte aber es gingt kaum. Eine fremde katze die nur schemenhaft in meinen Erinnerungen zu finden ist.

Ich müsst wissen, ich bin so garnicht woe das was ich gerade beschrieben habe, ein komplett anderer mensch. Eine Freundin von mir hat mich gestern am Telefon kaum wieder erkannt. Vollkommen emotionslos und zeitgleich an einem toten seelenlosen körper klammernd.

Dazu muss ich sagen erst ein Tag vor kira musste der Hund meiner besten Freundin eingeschläfert werden. Ich hing sehr an ihm und er war auch oft bei mir. Seine letze Woche verbrachte er komplett bei mir weil ich Urlaub hatte und ihm noch schöne Tage machen wollte. Hing sehr an Jacko und er teilte sich mit Kira ein ähnliches Schicksal. Beide waren sie ihr keben lang stark beeinträchtig aber hatten einen unbändigen lebenswillen.

Der verlusst schmerzt unfassbar und das ich Kira zeitgleich verliren habe war definitiv einer zu viel...
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #2
Hallo Sunburst,
deine Verluste tun mir unendlich leid und ich denke auch dass es einfach zu viel für dich war.

Ich bin jetzt kein Psychologe, denke aber dass diese fehlende Erinnerungen/Emotionen eine Art von Selbstschutz sind.
Es ist erst zwei Tage her und du scheinst in einer Art Schockstarre zu sein.

Als ich meinen Seelenkater Shanks einschläfern lassen musste habe ich danach erst einmal ein paar Tage durch gesoffen. Das Leben und meine Achterbahn der Gefühle ließ sich im "Normalzustand" nicht ertragen.

Falls es dir nicht bald besser geht scheue dich nicht professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Du kannst dir hier jederzeit deinen Kummer von der Seele schreiben, wir versuchen dich aufzufangen.
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #3
Emotionslos klingt nach Trauma/Depression. Versuche nichts zu erzwingen. Ich stimme Tinaho zu, es wird eine Art Selbstschutz sein. Wenn du diesen jetzt brauchst, belasse es dabei. Wenn dann doch die Trauer kommt, lass sie zu.
Jeder Mensch reagiert anders auf solche Schicksalsschläge.
Sollte diese "Leere" sehr lange anhalten, würde ich meinen Arzt darauf ansprechen. Mir hat damals nach dem Tod meines Vaters eine leichte, harmlose Medikation über das Schlimmste hinweg geholfen.

Ich finde es übrigens gut, dass du deine Katze nicht hast ausstopfen lassen. Du würdest jeden Tag auf einen leblosen, leeren Körper schauen, der nicht mehr deine Katze ist. So würde es mir jedenfalls gehen.
Du könntest sie aber vielleicht einäschern lassen. Mit etwas Glück ist sie noch bei deinem Tierarzt. Aber vergiss nicht, deiner Katze geht es wieder gut, wo sie jetzt ist. Alles, was du jetzt noch tust, ist für dich. Du hast alles für sie getan, nun bist du dran.
Alles Gute!
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #4
Auch hier noch mal mein tief empfundenes Mitgefühl über den Verlust Deiner geliebten Maus.

Ich kenne diese Schockstarre. Bei Zoe, weil ich es - obwohl absehbar - letztlich innerhalb von Minuten entscheiden musste. Bei Oskar hat sich die Starre auch 2,5 Jahre später noch nicht völlig gelegt weil es zu überraschend kam.

Ich wünsche Dir sehr, dass Du Deinen Weg zu trauern findest. Ich halte diese anfängliche "Emotionslosigkeit" für eine sehr gesunde und sinnvolle Schutzreaktion der Psyche. Anderes wäre es vermutlich einfach nicht zu ertragen.
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #5
Ja ich denke ihr habt recht, vielleicht ist das eine schutzreaktion.

Wünsche mir allerdings nichts sehnlichster herbei als ihren körper bei mir zu haben (nicht als Asche). Ja vermutlich wäre es nicht schön, einen leblosen, kalten, steifen körper hier zu haben aber in meinen Gedanken ist er das nicht.
Heute morgen dachte ich , ich könnte sie neben mir aufs bett legen. Aus dem Kühlschrank holen kurz kuscheln und wieder rein in den Kühlschrank. Total absurd aber die Gedanken sind da. Dabei lag sie nie neben mir auf dem Bett. Davor hatte sie viel zu viel angst. Das kam mir aber erst hinterher, also das sie nie neben mir lag. Das sie sehr ängstlich war, ist mir in dem Moment wieder eingefallen. Seltsam.

Jedenfalls bin ich froh das ich hier auf Verständnis treffe. Vorallem weil ich mich selbst nicht verstehe.
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #6
Trauer hat wirklich viele Gesichter, Trauer kann man nicht planen, sie geht ihren eigenen Weg. Auch wenn du dich selber gerade nicht so ganz verstehst, denke ich, dass deine Trauer um Kira ganz tief ist und dass deine Emotionen dir im Moment nur vorgaukeln, dass du Kira nicht betrauerst, um dich zu schützen.

Deine Kira war immer etwas ganz Besonderes für dich, du hast alles für sie getan und du hast sie ganz bestimmt nicht leiden lassen. Deine Entscheidung, sie einschlafen zu lassen, war eine Erlösung für Kira und ein ganz schwerer Schritt aber richtiger Schritt für dich. Du hast genau den richtigen Zeitpunkt gewählt, damit sie nicht unnötig leiden musste. Mach dir also bitte keine Vorwürfe.

Komm langsam zu dir, lass dir Zeit, um das Geschehen zu verarbeiten und um mit dem Verstand und dem Herz zu erkennen, dass es richtig war, Kira jetzt gehen zu lassen. Es tut weh, dass sie nicht mehr bei dir ist, aber du wirst sie trotzdem immer in deinem Herzen haben. 🌈
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #7
Danke,
momentan hab ich auf automatik geschaltet.

Die anderen beiden miezen werden nurnoch versorgt. Ich wünschte sie wären nicht da.
Dachte es wäre eine gute idee drei katzen zu haben. Sonst hatte ich immer das problem wenn eine verstorben ist sofort nach einem neuen parter ausschau halten zu müssen egal wie es mir geht. Ich musste mich um die verbliebe katze kümmern. Den druck wollte ich nichtmehr haben. Wollte das es den verblieben gut geht und ich trauern kann.
So toll war die idee wohl nicht denn nun fällt mir die emotionale nähe zu beiden extrem schwer🙈
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #8
Dann ist es doch gut dass du noch zwei andere hast, die sich gegenseitig emotionale Wärme geben können, solange du nicht dazu in der Lage bist.

Hast du schon einmal überlegt dir professionelle Hilfe zu holen?
Soweit ich weiß gibt es auch eine Trauerbegleitung für Tierhalter.
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #9
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #10
Hast du schon einmal überlegt dir professionelle Hilfe zu holen?
Soweit ich weiß gibt es auch eine Trauerbegleitung für Tierhalter.
Das wusste ich garnicht, wie finde ich sowas denn? Meinst du das macht schon nach so kurzer zeit sinn?
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #11
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #12
Danke da mache ich mich auf jedenfall mal schlau.

In meinem Umfeld verstehen viele zum glück was es bedeutet ein Tier zu verlieren, allerdings würde niemand verstehen was mir speziell kiras Verlust bedeutet.
Ich habe auch erst einer person davon erzählt. Es würde mich zu sehr schmerzen. Meiner freundin hab ich es auch nur erzählt weil sie mit ihrem hund gerade einen ähnlichen schmerz durchlebt.
Zusammen trauern zu können hilft auch sehr aber andererseits ist es doppelt hart weil mir der Verlust ihres hundes ebenfalls sehr nahe geht.
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #13
Was mir auf jedenfall hilft ist hier meine Gedanken aufschreiben zu können ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen.
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #14
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #15
Da ich grad wegen einem anderen Thema hier wieder aktiv bin, bin ich hierrauf gestoßen.

Ich weis nicht ob es jemand interresiert oder gar helfen könnte aber ich teile mal meine Gedanken mit.

Hab mich durch meinen Text selbst an meine Gefühle und Gedanken nach Kiras Tod erinnert. Ganz spannend. Erstens musste ich weinen, tränen der trauer die zeitgleich erleichterung schafften.
Die hätte ich damals so dringend benötigt. Ihr wart echt lieb mit euren Kommentaren und ja die Gedanken gingen in die richtige Richtung.

Ohne Trauerbegleitung hätte ich die Trauer nicht überwinden können. Ich bin tatsächlich damals vor einem Burnout gestanden und hatte beginnende Depressionen. Ausgelöst durch ein Trauma in der Kindheit.

Ich bin noch immer in Terapie aber es geht mir so viel besser. Mittlerweile verstehe ich das Kira einiges das unterbewusst in mir schwelte aufgebrochen hat. In verbindung mit stress auf arbeit und den harten jahren davor die ich für meine kranken katzen da war.

Als ich es dann schaffte Kira gehen zu lassen brach alles in mir zusammen.

Ich hätte mir rechtzeitig Hilfe holen sollen, merkte auch das ich es nichtmehr schaffte aber die Hemmschwelle war einfach zu groß. Nun 2,5 jahre später bin ich klüger und schäme mich nichtmehr. Andere brechen sich das Bein und schämen sich nicht zum Arzt zu gehen. Mir wurde meine Seele gewaltsam gebrochen, warum sollte ich nicht auch zum passenden Arzt dazu gehen?

Jedenfalls kann ich mich tatsächlich leider (Krankheitsbedingt) nurnoch schemenhaft an Kira erinnern, an die schönen Momente mit ihr. Aber ich werde nie vergessen das es Kira gab und das ich nicht nur ihre Seele heilen durfte sondern sie auch meine.

Ich gucke ihr inzwischen groß gewordenes Kitten an und freue mich über das Geschenk das sie mir hinterlassen hat.❤️
 
  • Die trauer hat wohl viele Gesichter Beitrag #16
Schön dass du dir professionelle Hilfe geholt hast.
Manchmal kann man seine Trauer einfach nicht alleine bewältigen.
Sich Hilfe zu holen erfordert oft eine Menge Mut. Ich finde es klasse dass du es gemacht hast.
Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer und rückblickend wird einem dann oft klar, dass man eher hätte handeln können.
Vielleicht war es ja doch der richtige Zeitpunkt, weil du es aus eigenen Stücken getan hast.

Ich wünsche dir weiterhin gute Besserung.
 
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