Hallo zusammen,
ich hatte vor einigen Wochen bereits eine Frage gestellt und einige hilfreiche Tipps bekommen.
Die Vorgeschichte noch einmal in Kürze:
Wir leben mit drei kastrierten Katern, alle drei gleichalt, zwei davon sind Geschwister.
Vor über 1,5 Jahren ging die Wildpinkelei bei uns los und nach einer Odyssee an Tierarzt-Besuchen usw. stellte sich raus, dass es am Stress lag.
Es pinkeln Max und Moritz, Jürgen nicht. Es gibt kein Muster und keine bevorzugte Stelle. Die gesamte Wohnung ist unsicher. Es wird markiert, als auch "richtig" gepinkelt.
Wir haben mit Zylkene und Calmin einen guten Erfolg feiern können. Ganz abgestellt hat sich das Thema nie, jedoch war es für uns "erträglich" geworden und bei weitem nicht mehr täglich.
Nun sind wir seit rund 4 Wochen eine Person mehr im Haushalt, wir haben Nachwuchs bekommen.
Vorsorglich haben wir - mit dem Tierarzt abgesprochen - das Zylkene extrem hoch dosiert gegeben und versucht, die Katzen so gut wie möglich in den Tag mit Baby zu integrieren. Das funktioniert leider gar nicht, Max und Moritz haben richtig "Angst" vor dem Baby, die Lage beruhigt sich auch nicht. Sobald geweint wird, rennen die beiden fluchtartig in ihre Verstecke, Moritz schläft nur noch auf dem Stuhl im Esszimmer unter dem Tisch oder unter dem Sofa. Mein Herz bricht. So gut es geht, versuchen wir natürlich Zeit nur mit den beiden zu verbringen, jedoch ist unser Tag noch sehr unbeständig und das Baby nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Mein Mann arbeitet bereits wieder.
Von Anfang an wurden die Babysachen markiert. Es ist mehrfach passiert, dass ich nachts beim füttern in Pinkelstellen vor dem Beistellbett getreten bin, da dort dauernd markiert wird. Stellen wir das Bett an die Wand, wird daneben an die Wand markiert.. Es ist eine Katastrophe.
Mein Herz bricht, denn ich kann den beiden kleinen nicht erklären dass sie keine Angst haben müssen. Sie kommen auf zig Meter nicht an mich ran, wenn ich das Baby auf dem Arm habe und verlassen teils wirklich fluchtartig den Raum wenn wir füttern oder mal gequakt wird.
Da das teilweise wirklich wieder sehr extreme pinkeln absolut keine Option mehr ist, haben wir überlegt, ob man die beiden noch an Freigang gewöhnen kann?! Der Gedanke sie abzugeben bricht mein Herz, jedoch bitte ich um Verständnis, dass das so weder für die beiden, noch für uns, ein schönes Zusammenleben ist.
Wir haben ein gesichertes Gehege, ca. 10qm, das nutzen die beiden bei Sonnenschein gerne. So richtig draußen kennen sie aber nicht.
Wir wohnen in einer Siedlung in Waldnähe, mit normalem Verkehrsaufkommen. Keine Schnell- oder Umgehungsstraßen o.Ä.
Es leben hier viele Freigängerkatzen in der NAchbarschaft und ich habe viele Ängste und Sorgen um meine beiden kleinen, alten, gestressten Jungs. Beide sind 12 Jahre alt, mit 3kg wirklich kleine, zierliche Kätzchen.
Kann man diese überhaupt noch an Freigang gewöhnen? Oder müssen wir uns nach einer alternativen Bleibe für die beiden kümmern?
Wobei ich mir das auch sehr schwer vorstelle, da ich den Fakt des pinkelns niemals verschweigen würde und wer nimmt gerne zwei "alte", nicht stubenreine Katzen..
Bitte versteht das nicht falsch, wirklich. Ich liebe die beiden und fühle mich wie ein Versager, ihnen nicht gerecht werden zu können.
Wir haben so vieles probiert in den letzten Jahren, so viele Tierarztbesuche, so viele Mittelchen und Wege, aber wenn hier bald ein Kleinkind seine Runden dreht muss ich sicher sein können, das nicht alles an liegen gelassenem Spielzeug angepinkelt wird und auch mein Sofa und die restliche Wohnung verschont bleibt.
Bitte keine bösen Nachrichten, wir sind wirklich bemühlt für alle in diesem Haushalt lebenden Wesen die beste Lösung zu finden.
Und wer sich wundert, wieso nur von zwei Katzen gesprochen wird.. Jürgen hat, in seiner bekannten Entspanntheit, gar kein Problem mit dem Baby. Liegt mit uns auf dem Sofa oder im Bett. Auch wenn das Baby schreit.