• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu

Diskutiere CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu im Erkrankungen von Nieren und Harnwegen Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Hallo zusammen, ich habe mich entschieden einen extra Thread aufzumachen, auch wenn ich das Thema bereits in dem Thread meiner anderen Katze...
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Anshie

Anshie

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Hallo zusammen,

ich habe mich entschieden einen extra Thread aufzumachen, auch wenn ich das Thema bereits in dem Thread meiner anderen Katze angeschnitten habe. Es passt thematisch nicht in die andere Kategorie.

Ich fasse kurz zusammen: Ich habe 2 Katzen, 10 Jahre alt. Der Kater (Nikki) hat chronische Niereninsuffizienz, weit fortgeschritten. Die Katze (Mirai) war bisher immer fit.

Nun ging in den letzten 3 Wochen alles sehr schnell. Bei beiden nach der Reihe sehr schlechter Allgemeinzustand, Durchfall, Erbrechen, Essensverweigerung. Bei Nikki kam es zuerst. Es wurde per Ultraschall diagnostiziert dass er zusätzlich mehrere Knoten im Darm hat, Verdacht IBD oder tumorös. Da er wie gesagt schon immer viele chronische Probleme hatte, war ich leider nicht mal allzu überrascht, wenn auch nicht weniger am Boden zerstört. Er wurde stationör aufgenommen, 4 Tage Infusion. Während dieser Phase ging es bei Mirai auch los mit Durchfall (Stuhl komplett wässrig) und Übergeben. Da die Symptome gleich waren und bei ihr kurz nach dem Kater kamen, war der Verdacht nun doch irgendein ansteckender Magen-Darm-Virus. Deshalb gabs bei ihr erst mal keine weiteren Untersuchungen sondern aufgrund der Ansteckungsgefahr das gleiche Antibiotika und dazu unterstützende Mittel gegen Durchfall und Übelkeit.

Ich hab mich ehrlich gesagt psychisch schon drauf eingestellt, dass mein Kater sich nun nicht mehr erholt. Trotzdem durfte ich ihn wieder abholen, die Infusion hat es immerhin etwas besser gemacht, der Stuhl ist wieder ok. Sein Zustand ist nicht gut, aber wohl auch noch nicht so schlecht, dass man es beenden müsste. Mirai allerdings... zwischendrin war es mal wieder besser, dann wurde es wieder schlechter. Stuhl ebenfalls wieder ok, aber Übelkeit, Apathie und Erbrechen. Dann der Schock nach dem Blutbild: Krea 4,6. Die Werte wurden mir einen Tag nach Blutabnahme mitgeteilt, aber an dem Tag ging es ihr wieder relativ gut, also dachte ich, hm vielleicht doch nur irgend ein Medi nicht vertragen. Am Tag drauf ging es ihr aber wieder schlecht, also sofort stationäre Aufnahme, Infusion. Dann der nächste Schock: Krea plötzlich auf über 13 (unmessbarer Bereich) angestiegen. Akutes Nierenversagen.
Ihr Zustand in der Klinik wirkte trotzdem absolut stabil, auch als ich sie besucht hab, wirkte sie fit, sie lief rum, mauzte, sprang überall hoch, fraß und auch Urin und Stuhl waren komplett normal. Die Ärzte sagten "Wenn man sie so anschaut würde man niemals glauben was sie für Werte hat." Wir hatten alle Hoffnung, es war wirklich irgendwas akutes passiert und würde wieder werden. Leider war dem nicht so. Gestern nach knapp 4 Tagen Infusion neues Blutbild. Werte unverändert. Der Arzt ließ sie mich mit nach Hause nehmen. Quasi um mich zu verabschieden...

Noch immer blieb die geringe Hoffnung, weil ich gelesen habe, dass es nach einem solch akuten Fall Wochen dauern kann bis die Werte runter gehen, und das wichtigste wäre erst mal die Katze vom Befinden her stabil zu kriegen. Leider merkte ich gestern abend zu Hause sehr schnell, dass es ihr wohl nur wegen der Dauer-Infusion besser ging. Kaum ist sie davon weg, sitzt sie wieder nur rum. Selbst nachdem ich ihr was gegen die Übelkeit gegeben hab schmatzt sie. Und was noch schlimmer ist: Man sieht wie sie tief und schnell atmet und dabei laut schnurrt. Es klingt anders als ihr normales Schnurren. Es klingt, als würde sie das machen um sich selbst zu beruhigen. Katzen schnurren ja anscheinend auch bei Angst oder Schmerzen. Es ist furchtbar sie so zu sehen. Gestern kam sie tatsächlich überraschenderweise noch hoch zu mir ins Bett, lag neben mir und schnurrte non-stop. Es fühlte sich an wie ein Abschied. Ich bin gestern nacht zwei mal von irgendwelchen Schlägen wach geworden, beide male saß sie auf der Treppe. Ich vermute, sie kam die Treppen nicht mehr so gut hoch und ist gestolpert oder so. Sie sieht fit aus, hat nie Gewicht verloren, ihr Fell glänzt, im April waren alle Nierenwerte ok. Es kam wirklich erst in den letzten 3 Wochen mit den Magen-Darm Problemen. Ich wurde auch gefragt ob sie sich vergiftet haben könnte, aber das ist quasi unmöglich. Ich hab keine Pflanzen, kein Putzzeug rumstehen, sondern nur geschlossene Flaschen in der Kammer wo sie nicht dran kommen, keine Tabletten rumliegen. Allgemein bin ich sehr minimalistisch, wir sind vor 2 Monaten in einen Neubau gezogen, es ist alles top sauber und aufgeräumt. Zumal Mirai auch überhaupt nicht der Typ Katze ist, der einfach irgendwas fressen würde. Ich konnte es mir nur so erklären, dass es vom Antibiotika kam (Kesium), aber die Ärzte sagen das kann nicht sein. Ich bin ratlos.

Ich weiß gar nicht, wieso ich das alles schreibe. Es wirkt nicht so als könne ihr noch irgendwie geholfen werden, daher geht es hier wohl gar nicht großartig um Tipps. Wenn die Werte nach 4 Tagen Infusion immer noch unverändert sind würde wahrscheinlich noch ne Woche länger auch nichts bringen. bzw kann ich sie ja nicht non stop an die Infusion hängen weil offenbar sobald sie davon weg ist, wieder alles zusammenstürzt.
Aber es fühlt sich so an als müsse ich ihre Geschichte trotzdem erzählen. Ich bin schon wieder am heulen. Sie würde im November erst 10, war immer fit, bis auf ein paar Zahnproblemchen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich wahrscheinlich so bald, noch vor meinem dauerkranken Kater, von ihr verabschieden müsste. Und er wird ihr höchstwahrscheinlich in gar nicht allzu langer Zeit folgen, so wie sein Zustand ist. (Ich gehe auf ihn hier nicht weiter ein, weil ich dafür einen anderen aufgemacht hatte. Als sein Durchfall losging, hatte ich es erst mal als Stress nach Umzug fehlinterpretiert, deshalb ist der Thread unter Verhalten und Erziehung.)

Bei CNI bin ich mittlerweile leider ja Experte wegen meinem Kater. Aber diese ANI kam so plötzlich, das macht es irgendwie noch viel schlimmer. Mein Mädchen sieht fit aus, sie ist es nur nicht. Und nun stehe ich bei beiden Katzen vor der Frage: Wann lasse ich sie gehen? Diese Entscheidung musste ich noch nie treffen und es zerreißt mich so sehr...
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #2
Das tut mir wahnsinnig leid. Man kann heute ja schon viel mehr machen als noch vor ein paar Jahren, die Kleintiermedizin hat sich rasant entwickelt, trotzdem hat man nicht alles in der Hand.
Wurden denn außer Infusionen noch weitere Untersuchungen gemacht?
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #3
Das ist ja alles sehr schlimm. Allerdings ist es bei einer ANI tatsächlich möglich, dass es nochmal besser wird. Das wünsche ich euch von ganzem Herzen!
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #4
ich habe eure Geschichte gerade mit wachsender Bedrückung gelesen- es tut mir so leid;
das kommt ja wie ein absoluter Hammerschlag !
Fachlich kann ich nichts beitragen, aber alle unsere Daumen und Pfoten habt ihr für eine positive Wendung! 😽 🍀 🍀😽
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #5
Das tut mir wahnsinnig leid. Man kann heute ja schon viel mehr machen als noch vor ein paar Jahren, die Kleintiermedizin hat sich rasant entwickelt, trotzdem hat man nicht alles in der Hand.
Wurden denn außer Infusionen noch weitere Untersuchungen gemacht?

Ja ich hab auch nach Möglichkeiten gefragt. Es gibt ja Dialyse Zentren aber das ist bei Katzen wohl sehr komplex - von den Kosten fangen wir erst gar nicht an. Und das nächste Zentrum wäre 3 Stunden Fahrt. In sofern einfach nicht umsetzbar in jeglicher Hinsicht.
Es wurde Ultraschall gemacht. Das Organ sieht komplett funktional aus. Es ist allen ein Rätsel wieso es auf einmal nicht mehr arbeitet. Ich hab solche Angst dass doch irgendwas im Haus ist und sie sich beide vergiftet haben, aber ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen. Zumal der Durchfall und zwischenzeitlich sogar das Erbrechen wieder besser wurde. Sie haben auch nich gespeichelt oder sowas. Es passt einfacht nichts zusammen...

Das ist ja alles sehr schlimm. Allerdings ist es bei einer ANI tatsächlich möglich, dass es nochmal besser wird. Das wünsche ich euch von ganzem Herzen!
Ich hatte diese Hoffnung ja auch, aber es ist so ein riesiger Unterschied wie ihr Verhalten in der Klinik beim Besuch war (also wo sie akut Infusion bekam) und jetzt auf einmal zuhause. Es wirkt als wäre da kaum noch Leben in ihr. Ich hab wie gesagt bisher keine Erfahrungen in dieser Hinsicht. Mein letzter Kater hat mir die Entscheidung abgenommen: HCM und bis zum Ende symptomfrei. Dann plötzliche Aortenthrombose - er war innerhalb weniger Minuten tot. Wie das ist wenn man sieht, dass es einem Tier schlecht geht und wahrscheinlich keine Hoffnung mehr besteht und man wissen soll wann man es beendet, ist eine neue und ganz grauenvolle Erfahrung.
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #6
Ich hab solche Angst dass doch irgendwas im Haus ist und sie sich beide vergiftet haben,
Du hast doch geschrieben, ihr seid in einen Neubau gezogen. Kann da nicht doch irgendwas sein? Ich finde schon seltsam, dass beide krank sind, genau nach diesem Umzug.
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #7
Du hast doch geschrieben, ihr seid in einen Neubau gezogen. Kann da nicht doch irgendwas sein? Ich finde schon seltsam, dass beide krank sind, genau nach diesem Umzug.
Ich überlege die ganze Zeit schon. Aber wir sind Anfang August eingezogen und erst jetzt Ende September kamen diese Symptome. Es ist keine "Baustelle" hier, also da liegt nirgends was offen rum, komplett fertige Räume. Am Anfang als es noch chaotisch war mit viel Möbel aufbauen, Kisten ausräumen usw. hatten die Katzen überhaupt keine Symptome. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es eigentlich insgesamt schon aus wie ein fertig eingerichtetes Haus ohne jegliche mögliche Gefahrenquellen.
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #8
Ich überlege die ganze Zeit schon. Aber wir sind Anfang August eingezogen und erst jetzt Ende September kamen diese Symptome. Es ist keine "Baustelle" hier, also da liegt nirgends was offen rum, komplett fertige Räume. Am Anfang als es noch chaotisch war mit viel Möbel aufbauen, Kisten ausräumen usw. hatten die Katzen überhaupt keine Symptome. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es eigentlich insgesamt schon aus wie ein fertig eingerichtetes Haus ohne jegliche mögliche Gefahrenquellen.
Natürlich kann es einige Zeit dauern, bis sich Symptome zeigen, wenn etwas auf den Körper einwirkt. Vielleicht ist es etwas, das sie einatmen, oder womit sie äußerlich in Kontakt kommen? Bei solchen Zufällen, wie hier Umzug und danach krank, bin ich immer sehr skeptisch.
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #9
Natürlich kann es einige Zeit dauern, bis sich Symptome zeigen, wenn etwas auf den Körper einwirkt. Vielleicht ist es etwas, das sie einatmen, oder womit sie äußerlich in Kontakt kommen? Bei solchen Zufällen, wie hier Umzug und danach krank, bin ich immer sehr skeptisch.
Geht mir genauso, aber ich bin mit meinem Latein am Ende. Man kann ja schlecht zur Baufirma gehen und fragen "Haben Sie was verbaut, was Tieren schaden könnte?"

Ich habe auch den Arzt gefragt ob so gravierende Schäden nur durch Einatmung von irgendwas passieren könnten, sie meinte aber, das kann nicht sein, da müsste schon orale Aufnahme von irgendwas giftigem erfolgt sein.

Nichtsdesto trotz ist es ja so, dass man an den Umständen wohl nichts ändern kann, wenn die Infusion 4 Tage lang nichts gebracht hat... Ich habe zwar gelesen, dass bei akuten Fällen es Wochen oder gar Monate dauern kann bis die Nieren ihre Arbeit wieder aufnehmen - und auch dass nach akutem Nierenversagen ein chronisches Problem bleiben kann, aber so wie ihr Zustand im Moment ist, bin ich einfach unsicher wie lange sie das noch aushält. Ich kann ja quasi nichts anderes tun außer abwarten wie es sich entwickelt. Die Hilflosigkeit ist ganz schlimm.
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #10
Das tut mir sehr leid. Sind es Freigänger? Dann können Sie auch draußen mit etwas in Kontakt gekommen sein, z.b. Pflanzenschutzmittel.
Es gibt doch noch ein Mittel von Heel, vielleicht könnte das helfen?
Edit: das Mittel von Heel heisst SUC
Viel Glück 🍀 🍀🍀
 
Zuletzt bearbeitet:
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #11
Das tut mir sehr leid. Sind es Freigänger? Dann können Sie auch draußen mit etwas in Kontakt gekommen sein, z.b. Pflanzenschutzmittel.
Es gibt doch noch ein Mittel von Heel, vielleicht könnte das helfen?

Nein, sind keine Freigänger. :'(
Meinst du SUC? Hat Mirai in der Klinik auch bekommen. Wie gesagt, leider sagen die Ärzte wenn 4 Tage stationär rein gar nichts an den Werten geändert haben, können sie auch nicht mehr machen. Nun sitze ich mit ihr daheim und bin ratlos.
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #12
Glaube ich dir gerne - zumindest hast du kompetente Ärzte.

Bleibt wohl nur hoffen und beten, schreckliches Gefühl :d038: 🍀🍀🍀
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #13
Glaube ich dir gerne - zumindest hast du kompetente Ärzte.

Bleibt wohl nur hoffen und beten, schreckliches Gefühl :d038: 🍀🍀🍀
Ja an der Ärztekompetenz habe ich hier keine Zweifel. Meine Stiefmutter arbeitet auch dort, von daher sind die Katzen bestens versorgt.
Auch wenn ich mir eingestehen muss, dass wohl wirklich nur hoffen und beten bleibt und es hier nicht unbedingt ein Thema ist wo man mir noch viele Tipps geben könnte, tut es gut, es unter Gleichgesinnten herunterzuschreiben.
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #14
Ich hoffe und bete mit dir, es geschehen immer wieder Wunder :d038:
Ich kenne das Gefühl leider zu gut..
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #15
Habe mich heute Abend noch lange mit meiner Stiefmutter unterhalten währenddie Katzen im gleichen Raum mit uns waren. Heute morgen habe ich ein Video gemacht weil Mirai so schnell geatmet hat dass es den ganzen Körper mitgeschüttelt hat. Sie meinte, es ist wahrscheinlich die Auswirkung der Anemie. An den Blutwerten konnte man sehen dass es keine Anemie ist die wieder vergehen könnte (ich kann es nicht so gut erklären wie sie). Die Schleimhäute sind komplett weiß. Nach diesem Video, sagte sie, hätte sie kaum noch lange gewartet mit dem Einschläfern, denn es könnte zu Atemnot und Ersticken führen. Jetzt im Laufe des Tages wurde die Atmung aber wieder etwas ruhiger, wenn auch immer noch nicht normal. Sie lief minimal herum, kratzte etwas an ihrem Brettchen und Kissen. Sie trank ein bisschen Soße und setzte sich neben meinen Schreibtisch und mauzte. Hochspringen alleine hat sie nicht probiert aber als ich sie hochnahm schlief sie einige Stunden neben mir auf dem Tisch.

Am Mittwoch haben wir einen "Kontroll"termin aber eigentlich ist da nichts mehr zum kontrollieren. Ich solle bis dahin beobachten und überlegen ob wir sie da schon erlösen oder noch bis Freitag abwarten können. Fakt ist, in ihrem jetzigen Zustand ist es keine "Ob" Frage mehr sondern nur noch "Wann".

Ich habe tatsächlich überlegt ob ich mich von beiden gleichzeitig verabschieden soll. Ich weiß nicht was härter wäre. Nikki wiegt nur noch 2 kg, aber dennoch wirkt er immer noch so als hätte er weniger zu kämpfen als Mirai. Er liegt zwar auch die meiste Zeit nur noch rum aber er wirkt nicht ganz so apathisch, läuft ab und zu noch herum, schlabbert von selbst ein bisschen Futter, kommt zu mir und lässt sich kraulen.

Und auch wenn ich weiß dass es in erster Linie um ihr Wohlbefinden geht, habe ich mich natürlich auch gefragt was für mich zu schaffen ist. Beide zusammen gehen lassen, dann hätte ich das Horrorszenario "wenigstens" nur einmal. Aber andererseits hab ich Angst dass ich mich nicht angemessen verabschieden kann wenn ich das von beiden gleichzeitig muss.
Niemals hätte ich gedacht dass das Ende so aussehen würde...
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #16
Das tut mir sehr Leid für dich und deine beiden Schätzchen und es ist eine schwere Entscheidung die jeder für sich treffen muss. Ich als Außenstehende würde wohl beide gleichzeitig gehen lassen.
Aber ich kenne deine Tiere nicht kann es jetzt nur anhand deiner Schilderungen beurteilen.
Einen Rat sonst kann ich dir nicht geben.
Ich wünsche dir viel Kraft du wirst das richtige tun dessen bin ich sicher.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #17
Es tut mir unendlich leid. Einen Rat kann und mag ich in der schweren Situation auch nicht geben.
Ich kann Dir nur ganz viel Kraft wünschen.
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #18
Hallo zusammen,

ich melde mich erst jetzt wieder, da die Zeit einfach zu schwer war... trotzdem wollte ich mich noch mal für alle lieben Worte bedanken und meine beiden Schätze haben es verdient, dass ich ihre Geschichte zuende erzähl.

Am 17.10. wurde Mirai erlöst. Am 20.10. folgte Nikki ihr.

Mein Herz ist gebrochen, anders kann ich es nicht sagen. Ich denke, alle hier verstehen und kennen das Gefühl. Für mich war es das erste mal, dass ich ein Haustier erlösen lassen musste - und dann auch noch beide in einer Woche.

In der Nacht vom 16. zum 17. sagte ich zu Mirai "Wenn es nicht mehr geht, dann werden wir es morgen beenden. Dann wird das deine letzte Nacht bei mir auf der Erde sein." Ich ließ sie in ihrem Karton im Wohnzimmer wo sie sich verkrochen hatte. Sie wollte nicht mehr hochgenommen werden. Sie und Nikki schliefen seit beide krank wurden nicht mehr oder nur selten oben bei mir im Bett so wie früher. Ich denke die Treppe wurde ihnen zu anstrengend und ich wollte sie nicht zwingen. In der Nacht aber dauerte es keine fünf Minuten als ich im Bett saß, da kamen plötzlich nacheinander beide zur Tür hinein, sprangen aus eigener Kraft aufs Bett, legten sich mit auf die Decke, ließen sich streicheln und schnurrten. Es war noch einmal wie als die Welt noch in Ordnung war. Wie ein Abschiedsgeschenk. Als wüssten beide, dass es unsere letzte Nacht zu dritt als kleine Familie sein würde.

Am nächsten Mittag brachte ich Mirai zum Arzt. Ihr Verhalten war die ganze Zeit so sprunghaft, dass ich bis zuletzt ratlos war. Da war kein "Ich sah ihr in die Augen und wusste es." Nur die Blutwerte sprachen eine deutliche Sprache. Ich bat die Ärztin noch mal Blut zu nehmen. Ich musste wissen, ob es wirklich rein gar keine Hoffnung mehr gab. Leider war es dann auch so... Urea im nicht mehr messbaren Bereich, Anämie ebenfalls so stark, dass es nicht mehr messbar war. Und auch der Wert der anzeigt dass neues Blut gebildet wird (ich weiß nicht mehr genau wie das heißt, aber so ungefähr wurde es mir erklärt) wieß darauf hin, dass sich nichts mehr bessern würde. Überhaupt waren irgendwie fast alle Werte im roten Bereich... Die Ärztin sagte mir, alles ab jetzt sei nur noch Quälerei für Mirai und für mich.

Das Einschläfern ging schnell und ich stand einfach nur noch unter Schock, auch wenn ich es im Prinzip zuhause schon wusste, dass es ihr letzter Tierarztbesuch sein würde. Ich wollte es nur nicht wahr haben, die Hoffnung blieb bis zum Schluss. Es war besonders hart, denn sie hatte noch Energie, sie lief beim Arzt noch im Zimmer herum, sprang überall hoch, kletterte auf meinen Rücken... Als wir sie zum Einschläfern auf meinen Schoß setzten wollten, sprang sie noch mal runter. Ich sagte zur Ärztin "Kraft zum Wehren hat sie aber noch genug!" Und die Ärztin meinte "Nein, sie nutzt nur gerade alle letzte Kraft die noch übrig ist." Sie wollte nicht gehen, ihre Zeit sollte noch nicht um sein. Nur ihr Körper wollte es nicht mehr mitmachen. Es war unfassbar schmerzhaft. Ende November wäre sie erst 10 geworden... Ich kann es immer noch nicht glauben, dass mein kleines Mädchen nun einfach nicht mehr da ist. Fast 2 Stunden saß ich danach noch mit ihr zuhause, ließ Nikki sich verabschieden und putzte ihre Pfote bevor sie beerdigt wurde. (Weißes Fell - war vom Blutabnehmen ganz besudelt - ich wollte nicht, dass sie mit schmutziger Pfote ihre letzte Reise antreten muss... Das wäre der kleinen Königin unwürdig gewesen. Sie sollte so schön aussehen wie immer.)

Was Nikki angeht war die ganze Situation komplett anders. Er hatte schwache Phasen (als Mirai stationär war zB) und dann mal wieder 1-2 gute Tage (als Mirai noch mal zuhause war. Offenbar hing er doch viel mehr an ihr als mir je bewusst war). Nachdem Mirai uns am Dienstag verlassen hatte, ging es dann rapide bergab. Seine Zuckungen wurden häufiger, wenn er sich nach dem Trinken schüttelte, fiel er dabei fast um, weil seine Hinterbeine so schwach geworden waren, er lief somit sehr wackelig, lag die meiste Zeit nur noch auf seinem Lieblingsplatz im Flur neben der Treppe (zudem ich ihm Stufen aus Kartons gebastelt hab), fressen wollte er gar nicht mehr, auch keine Leckerli. Ich erhielt ihn nur noch mit Recovery-Spritzen am Leben und es tat mir so furchtbar leid. Jeden Morgen hatte ich Angst, dass ich die Treppen runterkomme und sehe dass er womöglich über Nacht gestorben ist. Aber sein Körper machte weiter. Was ich noch erwähnen will: Bis zur letzten Minute ging er zum Wasser lassen aufs Klo und stand auf um zu Trinken. Er war so tapfer - kein Tröpfchen hat er in die Wohnung gemacht. Ich erwähne das, weil er ja nach dem Umzug ein Problem mit Unsauberkeit hatte (siehe anderer Thread) - und nun lag er wortwörtlich im Sterben und ging trotzdem noch so tapfer aufs Klo. Selbst als es an der Zeit war zum Arzt zu gehen und ich ihn fragte "Möchtest du noch etwas? Noch einen Schluck trinken? Doch noch ein Leckerli bevor wir fahren? Noch mal aufs Klo?" Da ging er tatsächlich noch mal Wasser lassen bevor ich ihn ins Körbchen setzte. Das sind diese Momente, wo ich sicher bin, sie verstehen jedes Wort von uns. Genau wie beide in der Nacht auf Dienstag wussten, dass es die letzte Nacht zu dritt sein würde.
Ich hätte ihn eigentlich einen Tag nach Mirai schon erlösen lassen sollen, aber es ging aus beruflichen Gründen nicht, ich konnte nicht noch einen Tag fehlen, weil ich erst einen neuen Job angefangen habe vor ein paar Wochen und schon sehr dankbar bin, dass mein Chef so verständnisvoll war und ich den Tag für Mirai "krankmachen" durfte. Somit war Nikkis Termin dann Freitag nachmittag gekommen.

Bei ihm fühlte es sich anders an. Er wehrte sich gar nicht mehr, hatte keine Kraft mehr dazu. Er war mehr als bereit zu gehen. Er bekam die Narkose und kurz darauf gab die Ärztin die Überdosis. Ohne zu warten (wie bei Mirai) checkte sie gleich im Anschluss seinen Puls und sagte "Da ist kein Herzschlag mehr. Er ist schon weg..." Ich fragte nur "Die Narkose hat wahrscheinlich schon gereicht, oder?" und sie nickte. Er dauerte keine paar Sekunden. Und trotz aller Trauer emfpand ich in dem Moment eine gewisse Erleichterung. Es war schlimm, ihn so abgemagert, zittrig und kraftlos zu sehen. "Jetzt hast du es endlich geschafft", sagte ich ihm. "Jetzt bist du wieder bei deiner Fee." (Mirai's Spitzname.)

Wie man sich denken kann, hab ich das alles gerade auch unter Tränen geschrieben. Trauer ist seltsam. Manchmal würde ich gerne weinen und es geht nicht mehr, so als wäre ich leer. Manchmal denk ich nur an eine Kleinigkeit und die Bäche fließen. Seit ich die beiden hatte, also seit 8 Jahren hab ich das Gefühl von Einsamkeit nicht mehr gekannt. Jetzt schlägt es zu wie eine Bombe. Die ganzen Spielsachen, Futter und Kratzmöbel auszusortieren, auf dem Dachboden zu verstauen oder zu verkaufen tat weh. Das Haus sieht so leer und kalt aus. Jeden Abend wenn ich vom Sofa aufsteh, möcht ich sagen "So ihr zwei, auf gehts ins Bett." Es fühlt sich einfach falsch an, dass der Alltag so weitergeht wie bisher, man steht auf, geht arbeiten, einkaufen, essen... und wenn man heimkommt sind sie nicht da. Mirais Gemecker fehlt. Nikkis Anhänglichkeit fehlt.

Und zwischen all der Trauer sind noch die typischen Schuldgefühle in Mirais Fall, weil es so plötzlich kam, dass die Ärzte sich natürlich nach allen möglichen Giftquellen erkundigt haben. Aber in meinem Haus gibt es wirklich gar nichts womit das hätte passieren können. Bis zum Schluss waren die Ärzte sich nicht einig: die eine tippten auf akut, die anderen meinten, das kann sich im letzten halben Jahr schon entwickelt haben und dann durch den Magen-Darm-Infekt komplett zusammengebrochen sein. Ich fragte sogar ob allein durch das Einatmen von irgendwelchen Substanzen so plötzliches Nierenversagen passieren könne (zB wenn ich mit Insektenspray gesprüht habe, bei offenem Fenster, und Mirai plötzlich ins Zimmer kam. Oder weil die Wände vom frisch gestrichenen Haus noch feucht waren im August und alles 24/7 nach nasser Farbe stank) aber man sagte mir, das könne eigentlich nicht der Grund für so eine extreme Reaktion sein. Für akutes Nierenversagen hätte sie schon oral irgendwas Giftiges aufnehmen müssen. Und da gab es einfach nichts. Ich weiß, dass es nicht zu ändern ist und dass wir nie erfahren werden wieso das so plötzlich passiert ist oder ob es überhaupt so plötzlich war. Aber diese Fragen finde ich im Moment am aller schlimmsten und quälendsten.

Mit Nikki - so lieb und teuer er mir ebenso war - ist es ganz anders. Seit ich ihn mit 2 bekam, hatte er ständig Wehwehchen. Seit 2021 hatte er schon die Niereninsuffizienz-Diagnose. Ich wusste immer, ich muss mich darauf einstellen, dass er nicht allzu alt werden wird und zuzusehen wie er immer dünner wurde, ließ mich wissen, dass es nur noch eine Frage der Zeit war. "Hoffentlich schaffst du den Sommer noch" wurde zu "Hoffentlich schaffst du den Umzug noch" und dann zu "Hoffentlich erlebst du deinen 10. Geburtstag noch." Alles drei hat er geschafft und alles drei war eine Überraschung und eine Freude für mich. Ich hab Nikki damals als Spielkameraden für Mirai gekauft. Es fühlt sich an, als hat er für uns beide durchgehalten, als wusste er, dass er derjenige ist, der die kleine Familie komplettiert und perfekt gemachthat. Und nachdem sie weg war, ging es Schlag auf Schlag bergab, als wolle er sagen "Okay, Mission erfüllt. Und auch alles noch geschafft, was du wolltest. Jetzt reicht's aber wirklich." Er war am Ende nur noch Haut und Knochen, wahrscheinlich nicht mal mehr 2 kg (ich hab ihm am Ende nicht mehr gewogen) und nur noch ein Schatten seiner Selbst. Deswegen ist es hier ein Gefühl von Erlösung. Ich hoffe, man versteht was ich meine.

Das ist jetzt ein ganz schöner Roman geworden. Aber wo sonst soll man so eine Geschichte hinschreiben, wenn nicht hier unter Gleichgesinnten. Dass unsere Katzen Familie sind, versteht niemand besser als ihr. Jetzt habe ich in einer Woche meine beiden Mitbewohner, besten Freunde und Kinder verloren. Es wird dauern, das zu verkraften... ich wünschte, ich könnte diese harte Zeit überspringen. Danke noch mal für alle lieben Worte und fürs bis hier hin lesen.

Ruhet in Frieden, meine zwei Babys. Ich bete dafür, dass wir eines Tages wieder vereint sein werden. ♥

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  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #19
Fühl dich mal ganz herzlich gedrückt…
Du hast deine beiden geliebt und sie wussten es, du hast sie umsorgt, gepflegt und bist den letzten schweren Weg mit ihnen gegangen.
:d038:
Fliegt frei ihr beiden Schätzchen 🕯️🕯️
 
  • CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu Beitrag #20
Die 2 wurden richtig geliebt und du hast alles gemacht damit sie ein schönes und glückliches Leben hatten.

Wünsche dir viel Kraft dabei das zu verarbeiten.
Hoffe die 2 schicken dir ein bisschen Trost.
Mein Beileid das es so schnell ging mit den 2 und kurz hintereinander.
 
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CNI Katze und plötzlich noch ANI Katze dazu

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