Genetisches Grundwissen - Farben

Diskutiere Genetisches Grundwissen - Farben im Zucht und Genetik Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Eine Bitte vorweg: In diesen Thread bitte nur Informationen posten, sonst geht hier die Übersichtlichkeit verloren, das soll ein Thread werden...
  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #1
S

saurier

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Eine Bitte vorweg:

In diesen Thread bitte nur Informationen posten, sonst geht hier die Übersichtlichkeit verloren, das soll ein Thread werden, in dem man nachlesen und sich informieren kann!

Alle, die hierzu gerne etwas Fachliches beitragen wollen, sind herzlich eingeladen, etwas zu posten!!!

Ich bin lediglich Laie und LH, bitte also zu beachten, dass meine Ausführungen Fehler beinhalten können und keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit erheben. Sollte jemandem ein Fehler auffallen, bitte melden!

Einen Thread zum Fragenstellen gibt es

DANKE

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Also:

Im Grunde (genetisch gesehen) gibt es nur Katzen (das ist jetzt geschlechtsunabhängig gemeint) der gen. Farben rot und schwarz. Alle anderen Farben basieren quasi auf diesen beiden.

Ist eine Katze genetisch rot (red), kann sie - kombiniert mit anderen genetischen Aspekten - noch die Farbe creme (cream) oder apricot (selten) annehmen.

Ist eine Katze genetisch schwarz, kann sie - kombiniert mit anderen genetischen Aspekten - neben der Farbe

schwarz (ebony, seal, black)

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noch die Farbe blau (blue)

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oder blue based caramel (selten),


braun (chocolate, havana)

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oder lilac/lavender

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oder lilac based caramel (selten),

sowie

zimtfarben (cinnamon/sorrel)

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oder rehfarben (fawn)

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oder fawn based caramel (selten) annehmen.

Das klingt auf den ersten Blick sehr verwirrend, wenn man sich aber einmal folgende Übersicht anzieht, wird das etwas klarer

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Ich danke einer berfreundeten Züchterin (Cattery: ), die diese Tabelle erstellt hat, dass ich sie nutzen darf! Auf ihrer Seite kann man auch die Tabelle noch einmal mit dementsprechenden Gencodes finden () und die Rotvererbung () nachlesen.

Natürlich gibt es auch Tiere, die rot und schwarz tragen (meistens weibliche Tiere, aber nicht ausschließlich!), die sind dann eben beidfarbig, auch "tortie" genannt. Die gibt es entsprechend in schwarz/rot, blau/creme etc.

Theoretsich sind alle Farben kombinierbar mit weiß, silber und einem Tabby-Muster ('Streifen', 'Tupfen' etc.) und einer Pointfärbung (= nur die 'kalten Stellen' des Körpers (Gesicht, Ohren, Schwanz, Pfoten, 'Klötchen' :wink:) sind in der entsprechenden Farbe gefärbt), jedoch lässt nicht jeder Rassestandard jede Kombination zu.
Die Pointfärbung gibt es z.B. nicht bei den Maine Coons.

Dafür gibt es Farben wie "amber" (gibt es nur bei den NFO, Ergänzung:
[...] die Fellfarbe amber [ist] genetisch auch nichts anderes [ist] als schwarz, nur eben ist in dieser Katze das Extension-locus in beiden Allelen modifiziert, so dass die Eumelanin-Synthese (der schwarze Farbstoff in rein schwarzen Tieren bzw in den schwarzen Bereichen von schwarz-tabby-Tieren) sich in eine Phämoelanin-Synthese ändert (Phäomelanin ist der braun-beige-rötliche[die vor allem in Verbindung mit Rufismus] Farbstoff welcher auch in jedem black-tabby-Tier vorkommt in den helleren Bereichen der gebänderten Haare sowie Tabbystreifen)

Davon zu unterscheiden ist der orange Farbstoff Trichochrom, welcher für die Farbgebung der roten / red, créme und apricot Katzen (bzw. der rot gefärbten Stellen bei Torties / Torbies) verantwortlich ist.[...]
) oder Spezialbegriffe wie mink, mitted etc., die es wiederum bei anderen Rassen nicht gibt (und über die ich auch nur bedingt Auskunft geben kann, weil es 'meine' Rasse nicht betrifft und ich daher dort nur oberflächlich fit bin).

Auch gibt es weiße Katzen, die aufgrund verschiedener genetischer Vorbedingungen weiß sein können.

Wenn ihr euch mal ein paar Farbbeispiele aus verschiedenen Rassen anschauen wollt, kann ich euch folgende Seiten empfehlen:







Hier gibt es einen Überblick über Cinnamon & Co.


Hier etwas zum Thema 'weiße Katzen'



Our Cats, 01/97, Teil 6, Birgitta Kuhlmey



der passende Wikipedia-Artikel.


Und hier noch ein Tipp für alle, die wirklich lernen wollen:
Zwei Seminare, die sehr zu empfehlen sind:





Und hier noch ein paar Genetikseiten:













(kann nicht für alle Seiten die Hand ins Feuer legen!)

Soweit erst mal, demnächst mehr :wink:

Grüße, sauri
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Genetisches Grundwissen - Farben

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  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #2
Also:

Im Grunde (genetisch gesehen) gibt es nur Katzen (das ist jetzt geschlechtsunabhängig gemeint) der Farbe rot und schwarz. Alle anderen Farben basieren quasi auf diesen beiden.

Ich ergänze: Alle Säugetiere!
Auch wir Menschen haben nur zwei Arten von Pigmenten - rote und schwarze.
Bei mittelblondem Haar hätten wir zum Beispiel ganz wenig rot (sehr helles orange-rosé also)
kombiniert mit sehr hellem Schwarz (mattes grau) Die beiden Farben zusammengemischt in einem Haar gibt also mittelaschblond.

Hat hier nix zu suchen - ist aber für den Laien vielleicht ein guter Vergleich ;-)

.... jedoch lässt nicht jeder Rassestandard jede Kombination zu.
Die Pointfärbung gibt es z.B. nicht bei den Maine Coons.

Sehr interessant!

Bisher gabs das auch nicht bei den Angoras.Bzw, war mal ein Pointkitten dabei wurde es 'billig' abgegeben und fein verschwiegen.
Hier ein Link zu einem Züchter der diese Zucht speziell auf Point genehmigt bekommen hat:


Sauri, danke für die Anschauliche Aufklärung :)
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #3
Farbvererbungstabelle:

Katzen haben zwei x-Chromosomen, Kater ein x- und ein y-Chromosom.
NUR auf den x-Chromosomen können Farbinformationen getragen werden.

Hier nun die Möglichkeiten, Katzen zu kreuzen:


Katze gen. schwarz (.xx.), Kater gen. schwarz (.xy.):

♀\♂ |..x..|..y..|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|

Kitten ♀ (.xx.) alle gen. schwarz

Kitten ♂ (.xy.) alle gen. schwarz

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Katze gen. schwarz (.xx.), Kater gen. rot (.xy.):

♀\♂ |..x..|..y..|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|


Kitten ♀ (.xx.) alle schildpatt/tortie

und ♂ (.xy.) alle gen. schwarz

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Katze gen. rot (.xx.), Kater gen. schwarz (.xy.):

♀\♂ |..x..|..y..|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|

Kitten ♀ (.xx.) alle schildpatt/tortie

und ♂ (.xy.) alle gen. rot

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Katze gen. rot (.xx.), Kater gen. rot (.xy.):

♀\♂ |..x..|..y..|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|

Kitten ♀ (.xx.) alle gen. rot

Kitten ♂ (.xy.) alle gen. rot

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Katze gen. schwarz/rot (.xx.), Kater gen. schwarz (.xy.):

♀\♂ |..x..|..y..|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|

Kitten ♀ (.xx.) schildpatt/tortie oder (.xx.) gen. schwarz

Kitten ♂ (.xy.) gen. rot oder (.xy.) gen. schwarz

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Katze gen. schwarz/rot (.xx.), Kater gen. rot (.xy.):

♀\♂ |..x..|..y..|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|
-------------------
..x..|.xx.|.xy.|

Kitten ♀ (.xx.) schildpatt/tortie oder (.xx.) gen. rot

Kitten ♂ (.xy.) gen. rot oder (.xy.) gen. schwarz

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Ich hoffe, das hilft beim Verständnis weiter, es war eine ziemliche Puzzlearbeit, aber ich denke, man kann es sich so besser vorstellen (hoffentlich habe ich mich nicht vertippt *örks*).

Vorsicht: Es geht hier nur um die gen. 'Färbung', die ist NICHT gleichbedeutend mit der phänotypischen Fellfarbe!

Wenn man allerdings verstanden hat, wie das funktioniert, hat man die Grundlage schon mal verinnerlicht.


So, jetzt gehe ich ins Bett *GÄHN*

Grüße, sauri
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #4
Vorsicht: Es geht hier nur um die gen. 'Färbung', die ist NICHT gleichbedeutend mit der phänotypischen Fellfarbe!

vielleicht eine kurze Info für Laien, der Phänotyp ist das was man äußerlich sieht, der Genotyp das genetische 'Gepäck' einer Katze, man spricht dabei auch von 'zeigen' oder 'tragen' einer genetischen Information.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #5
vielleicht eine kurze Info für Laien, der Phänotyp ist das was man äußerlich sieht, der Genotyp das genetische 'Gepäck' einer Katze, man spricht dabei auch von 'zeigen' oder 'tragen' einer genetischen Information.

Hat das was damit zu tun, dass ein 'blaues' Katzenhaar unterm Mikroskop niemals grau, sodern schwarz-weiß geringelt ist?

Hier ein Beispiel-Bild bei Wikipedia:
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #6
Noch mal die Bitte: In diesen Thread NUR Informationen posten, sonst geht hier die Übersichtlichkeit verloren, das soll ein Thread werden, in dem man nachlesen und sich informieren kann!

Einen Thread zum Fragen stellen gibt es

DANKE
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #7
Die 'Farbe' weiß

Es gibt verschiedene genetische 'Arten', wodurch Katzen ein weißes Fell bekommen können, es handelt sich streng genommen aber nicht um eine Farbe.

Zunächst einmal gibt es das sogenannte epistatische Weiß (das W-Gen). Es legt sich wie ein 'Mäntelchen' über alle anderen genetischen Farbinformationen der Katzen. Diese Katzen sind komplett weiß. Da die 'Farbe' weiß im Grunde bedeutet, dass dem Haar die Pigmentierung fehlt, wird vermutet, dass diese dadurch instabiler werden und vor allem im Ohrbereich, wo sie ja dazu dienen, das, was gehört wird, weiterzuleiten, nicht 'zu funktionieren', wodurch die Tiere ertauben. Das ist jedoch nur eine Theorie, bislang ist nicht belegt, wodurch die Taubheit endgültig ausgelöst wird, es ist nur bekannt, dass sie in Verbindung mit dem W-Gen gehäuft auftritt - jedoch auch nicht bei jeder Rasse, was es schwierig macht, Weißzucht generell als Qualzucht einzuordnen.

Eine FW ('Schneewittchen' [Eloise vom grünen See])

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Näheres hier:

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Daneben gibt es das sogenannte Scheckungsweiß (das S-Gen). Das sogenannte 'Piebald Spotting' tritt in unterschiedlichen 'großen Flächen' auf dem Katzenkörper auf. d.h., dass die Katze mal mehr, mal weniger weiße Stellen hat. Je nach Weißanteil nennt man die Färbungen dann auch Bicolor, Harlekin oder Van.

Link:

Diese Weißscheckung kann mit allen Farben auftauchen und ist nicht 'steuerbar', d.h., dass man im Vorfeld nicht wissen kann, an welchen Stellen des Körpers die Katzen eingefärbt sein werden. Hat die Mamakatze z.B. eine weiße Pfote, kann der Nachwuchs durchaus ein weißes Öhrchen haben. Diese weißen Flecken sind von Anfang an sichtbar.

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Als dritte Möglichkeit gibt es die Pointzeichnung. Bis auf die kalten Stellen des Körpers (Gesicht, Ohren, Schwanz, Pfötchen etc.) sind die Katzen nicht eingefärbt. Dies wird u.a. durch das cs-Gen (tritt z.B. bei den Siamesen reinerbig auf) verursacht (es gibt u.a. auch noch das cb (Burma-Abzeichen) und die Kombination cscb (Tonkanesen-Abzeichen)). Es handelt sich hier um eine Art Teilalbinismus, der in Kombination mit blauen Augen einhergeht (bei cb und cscb sind auch andere Augenfarben möglich und erlaubt).

Weitere Informationen:

Je dunkler die Farbe der Points desto schneller dunkeln auch Stellen des hellen Bereichs nach, so haben seal- oder chocolate-points z.B. relativ schnell dunkle Flankenflecken. Mitunter gibt es auch eine sogenannte Geisterzeichnung (das Durchscheinen der genetisch vorhandenen Zeichnung unter dem weißen Fell), die die Katzen fast wie Tiere mit einem vollständig gefärbten Fell aussehen lässt.
Siamesen werden alle komplett weiß geboren und färben sich erst im Laufe ihres Lebens ein, je dunkler die Pointfarbe, deso früher geschieht das.

Beispiele für Pointfärbungen bei der Siamkatze


Seal-Point (als Kitten)

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Seal-Point (jung)

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Sealpoint (als erwachsenes Tier)

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Blue-Point (als Kitten)

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Blue-Point (als erwachsenes Tier)

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Cinnamon-Point (als Kitten)

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Cinnamon-Point (jung)

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Cinnamon-Point (als erwachsenes Tier)

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Natürlich kann auch eine Pointzeichnung mit einem Scheckungsweiß und/oder einer Geisterzeichnung kombiniert auftreten.

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Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #8
@ Saurier,

deine Übersicht oben wird noch aussagefähiger, wenn du a) anstelle von seal bitte seal/black/[schwarz] schreibst (bei sehr vielen Katzenrassen wird die Farbe schwarz als "black" bezeichnet) und wenn du bitte noch ergänzt, dass die Fellfarbe amber genetisch auch nichts anderes ist als schwarz, nur eben ist in dieser Katze das Extension-locus in beiden Allelen modifiziert, so dass die Eumelanin-Synthese (der schwarze Farbstoff in rein schwarzen Tieren bzw in den schwarzen Bereichen von schwarz-tabby-Tieren) sich in eine Phämoelanin-Synthese ändert (Phäomelanin ist der braun-beige-rötliche[die vor allem in Verbindung mit Rufismus] Farbstoff welcher auch in jedem black-tabby-Tier vorkommt in den helleren Bereichen der gebänderten Haare sowie Tabbystreifen)

Davon zu unterscheiden ist der orange Farbstoff Trichochrom, welcher für die Farbgebung der roten / red, créme und apricot Katzen (bzw. der rot gefärbten Stellen bei Torties / Torbies) verantwortlich ist.

Danke für den Link auf meine Genetikseite, ich weiß dass ich sie überarbeiten muss, was ich nun bald in Angriff nehmen werde :-D
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #9
@ Saurier,

deine Übersicht oben wird noch aussagefähiger, wenn du a) anstelle von seal bitte seal/black/[schwarz] schreibst (bei sehr vielen Katzenrassen wird die Farbe schwarz als "black" bezeichnet)
Ähm, da steht doch als erste Farbbezeichnung:
[...] schwarz (ebony, seal, black)[...]
Was genau fehlt denn da noch? :cry:

und wenn du bitte noch ergänzt, dass die Fellfarbe amber genetisch auch nichts anderes ist als schwarz, nur eben ist in dieser Katze das Extension-locus in beiden Allelen modifiziert, so dass die Eumelanin-Synthese (der schwarze Farbstoff in rein schwarzen Tieren bzw in den schwarzen Bereichen von schwarz-tabby-Tieren) sich in eine Phämoelanin-Synthese ändert (Phäomelanin ist der braun-beige-rötliche[die vor allem in Verbindung mit Rufismus] Farbstoff welcher auch in jedem black-tabby-Tier vorkommt in den helleren Bereichen der gebänderten Haare sowie Tabbystreifen)

Davon zu unterscheiden ist der orange Farbstoff Trichochrom, welcher für die Farbgebung der roten / red, créme und apricot Katzen (bzw. der rot gefärbten Stellen bei Torties / Torbies) verantwortlich ist.

Danke für den Link auf meine Genetikseite, ich weiß dass ich sie überarbeiten muss, was ich nun bald in Angriff nehmen werde :-D

Das werde ich einfach so einbauen, Danke für die Ergänzung!!
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #10
Ich poste hier mal den Beitrag von Borealis, weil er hier viel besser hinpasst :wink::

Hallo,
weil in einem anderen Thema die Frage nach Gold und Silber aufkam, versuche ich, das möglichst einfach zu erklären.

1. Silber

Das normale Haar zeigt bei getigerten Katzen die so genannte Agouti-Bänderung. D.h. die Spitze ist meist dunkel und zum Haargrund hin wechseln sich hellere, rötliche und fast farblose Bänder ab. Ganz unten am Ansatz ist das Haar meist farblos, was normalerweise aber nicht auffällt, weil das von den anderen Haaren abgedeckt wird. Die Verteilung der Bänder ergibt dann die unterschiedlichen Tabbymuster. Selbst bei schwarzen, nicht getigerten Katzen ist das Haar am Ansatz viel heller, allerdings nur in einem kleinen Bereich, wobei natürlich die Bänderung fehlt.

Bei Katzen mit Silber ist nun der ungefärbte Bereich am Haaransatz vergrößert. Verantwortlich für die Unterdrückung der Farbbildung am Haaransatz ist das Inhibitor-Gen I, das dominant gegenüber der Wildform i ist.

Bei nicht getigerten Katzen ist das Gen I auch wirksam, aber man spricht hier nicht von "silver", sondern von "smoke", z.B. black smoke oder chocolate smoke, obwohl es sich um die Wirkung des selben Gens handelt.

Einfaches Beispiel:

Verpaart man eine mischerbig silberne Katze (Ii) mit einer Katze ohne Silber (ii), so bekommt man je zur Hälfte Nachkommen mit und ohne Silber.
Reinerbig Silber (II) x ohne Silber (ii) = 100% mischerbig Silber (Ii)

Konkret:
black smoke (reinerbig) x black = 100% black smoke
chocolate x black smoke (reinerbig für Silber und black) = 100% black smoke (trägt chocolate)
black silver tabby (reinerbig für Silber und tabby) x black = 100% silver tabby
black silver tabby (reinerbig für Silber, mischerbig für tabby) x black = 50% silver tabby, 50% black smoke

Es vererben sich also Farbe, Muster und Silber unabhängig voneinander.


Bei den Tabbies unterscheidet man nun 3 Formen von silbernen Katzen, je nachdem wie stark der gefärbte Bereich in Richtung Haarspitzen gedrückt wurde:

nur noch 1/8 der Haarspitze gefärbt: chinchilla
höchstens 1/3 der Haarspitze gefärbt: silver shaded
mehr als 1/3 der Haarspitze gefärbt: silver tabby

Man nimmt nun an, dass es ein weiteres Gen Wb (= wide band) gibt, das nur bei Tabby-Katzen wirksam ist und das Ausmaß der Versilberung bestimmt:

silver tabby: Ii wbwb oder II wbwb
silver shaded: Ii Wbwb oder II Wbwb
chinchilla: Ii WbWb oder II WbWb

Es wird vermutet, dass I und Wb auf demselben Chromosom liegen und deshalb üblicherweise zusammen vererbt werden.

Beispiel:

Chinchilla (II WbWb) x ohne Silber (ii wbwb) = 100% mischerbig shaded (Ii Wbwb)

Bei Shaded (Ii Wbwb) x ohne Silber (ii wbwb) muss man noch beachten, dass I und Wb in der Regel auf demselben Chromosom liegen und auch gemeinsam vererbt werden. Es sollten deshalb theoretisch aus dieser Verpaarung 50% shaded silver und 50% normale Tabbys geboren werden.

Dass dies durch die Vorliebe der Natur für eine möglichst große Vielfalt nicht immer so ist, führt uns zur Entstehung von golden.

Ganz wichtig noch, weil das oft falsch geschrieben und weitergegeben wird: Silber kann man nicht 'tragen', kann also nicht einfach mal eine Generation überspringen.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #11
2. Gold

Bei der Verpaarung von silbernen Persern stellten Züchter schon vor 100 Jahren fest, dass hin und wieder "komische" Tabbys geboren wurden. Durch kräftig beige bis rotbraun gefärbte Haare in den nicht-schwarzen Fellbereichen zeigen sie einen sehr warmen Farbton. Man konnte feststellen, dass diese "golden Tabbies" regelmäßig bei der Verpaarung von silbernen Katzen auftreten, sich jedoch nie silberne Katzen aus der Verpaarung von zwei goldenen züchten lassen.
Niemals tritt Silber und Gold gleichzeitig bei einer Katze auf und es wurden bisher nur golden tabbies, nie aber ungemusterte Katzen mit Gold gefunden.

Aus all dem ergab sich die Wideband-Gen-Theorie, die das alles ganz gut erklären könnte:

Wie oben beschrieben, sitzen Wb (= ausgeweitete helle Bänder) und I (= Silber) auf demselben Gen und werden deshalb normalerweise auch gemeinsam an die Nachkommen weiter gegeben. Nun gibt es bei der Entstehung von Ei- und Samenzellen einen Vorgang, Crossing-over genannt , der die genetische Vielfalt bei den Nachkommen erhöhen soll. Bei diesem Crossing over werden Gene zwischen den Chromosomen ausgetauscht, so dass aus den Zellen einer silver shaded Katze mit den Genkombinationen IWb und iwb Keimzellen mit Iwb und iWb entstehen können.

Trifft z.B. eine Samenzelle vom Vater (silver shaded) mit iWb auf eine Eizelle einer nicht silbernen Katze mit iwb, so entsteht daraus ein Kätzchen mit der Kombination ii Wbwb. Durch die Anlagen für nicht-Silber ii zeigt das Kätzchen natürlich weder Silber noch Smoke. Das Wb jedoch bewirkt, dass die hellen rötlichen bis beigen Bänder am Haaransatz ausgeweitet werden.
Das erklärt also, warum Gold und Silber nie gemeinsam an einer Katze zu finden sind.

Da Wb die hellen Bänder ausweitet, ist es nur logisch, dass Gold nicht an nicht-Tabbies vorkommt. Dort sind am Haar gar keine Bänder zu finden, die ausgeweitet werden können.

Verpaart man zwei goldene Katzen miteinander, ist auch klar, dass keine silbernen daraus geboren werden können:

Bsp.:
golden (ii Wbwb) x golden (ii Wbwb) = 75% golden (ii Wbwb bzw. ii WbWb) und 25% nicht golden (ii wbwb).


Bsp.: Bei der Verpaarung einer black silver shaded-Katze mit einem black tabby-Kater wurden folgende Kitten geboren: 2 x golden tabby und 2 x silver tabby.
Erklären lässt sich das dadurch, dass die Katze eine silver shaded mit den Allelen IiWbwb ist, der Kater dagegen iiwbwb trägt. Da bei allen 4 Kitten Wb getrennt von I vererbt wurde, ist das vermutlich schon bei der silver shaded Katze der Fall: Sie hat auf dem einen Chromosom die Allele Iwb und auf dem anderen iWb. Je nachdem, welche Chromosom das Kitten von der Mutter geerbt hat, ist es entweder golden oder silber.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben Beitrag #12
Point - Mink - Sepia

Sowohl bei den Orientalischen Rassen als auch bei der Ragdoll (je nach Land und Verein) gibt es verschiedene Arten von Pointtieren:
Point ist genetisch cs-cs
Mink ist genetisch cs-cb
Sepia ist genetisch cb-cb

Point sind die mit der ganz hellen Körperfarbe und den Dunklen abzeichen, bei
Mink sind die Körperfarbe dunkler, aber man erkennt noch gut Points, bei
Sepia ist die Körperfarbe sehr dunkel, man erkennt auch noch Points, aber nicht mehr so ausgeprägt.


Bei den Orientalischen Rassen sind beispielsweise
Siamesen --> Point gefärbt
Tonkanesen --> Mink gefärbt
Burmesen --> Sepia gefärbt

Die Augenfarbe variiert je nach ausprägung der Points:
Pointtiere (cs-cs) haben in der Regel blaue Augen,

Minks (cs-cb) haben von blauen über blaugrüne bis hin zu aqua gefärbte Augen und

Sepiatiere (cb-cb) haben in der Regel goldene über gelbe bis grüne Augen, ähnlich wie komplett durchgefärbte Tiere ganz ohne Pointgen. Sehr selten erreicht man durch gut ausgewählte Zuchttiere auch aqua gefärbt Augen, bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.

Verpaart man zwei mink gefärbte Tiere, können sowohl Points als auch Minks als auch Sepia-gefärbte Tiere entstehen.
 
Thema:

Genetisches Grundwissen - Farben

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