Da ich jetzt auch nicht der Podcast oder Video Nutzer bin, habe mir beides jetzt nicht angesehen bzw. angehört. Ich habe allerdings vor Jahren einen Bericht gesehen, der in eine sehr ähnliche Richtung ging. Als Züchter bekommt man natürlich sofort Puls, wenn dieses "Mischlinge sind gesünder-Gefasel" hört. Allerdings war der Bericht sehr fundiert und bezog sich auch vor allem auf Hundezucht (da konnte man als Katzenzüchter etwas entspannter sein).
Beispiele von Bulldoggen, die weder auf normalen Wege trächtig werden konnten (weil die Beine so kurz gezüchtet waren, dass die Rüden gar nicht mehr in der Lage waren, die Hündinnen normal zu decken und daher zu künstlicher Befruchtung gegriffen wurde), noch auf normalen Wege werfen konnten. (Weil die Becken zu eng waren, um die Welpen zu gebären und daher alle per Kaiserschnitt geholt werden mussten) - Da braucht man nicht weiter drüber zu reden, dass finde auch (oder gerade) als Züchter abartig. Ebenso wurden da natürlich die Möpse thematisiert, die fast alle eine Weichteil OP brauchen, weil sie sonst nicht atmen können - oder Cavalier King Charles Spaniel, denen die Köpfe so klein gezüchtet wurden, dass die wohl fast alle neurologische Ausfälle haben, weil die Gehirne eigentlich nicht mehr in die Köpfe passen.
Und bei diesen Extremen (von denen es sicherlich noch mehr gibt) macht die Aussage, dass "Mischlinge gesünder sind" auch wirklich Sinn.
Diese Extreme gibt es in der Katzenzucht aber deutlich weniger. (Lassen wir jetzt mal Qualzuchten wie Munchkin, Folds usw. raus) Ebenso kritisch sehe ich Coons, die so massiv auf Größe gezüchtet werden, dass sie fast alle HD haben. Oder Perser, die keine Luft mehr bekommen.
Wenn ich das jetzt mal auf eine eher "normale" Rasse - wie z.B. meine Briten übertrage: Rein optisch weichen sie jetzt nicht so weit von einer Hauskatze ab, auch wenn sie eher brachyzepahl sind, haben sie in der Regel keine Atemprobleme - mal ein tränendes Auge (was sie Katze selbst eher weniger stört, sondern eher eine optische Beeinträchtigung ist). Und wenn die jetzt ordentlich (!) unter Beachtung aller Vorsorgemöglichkeiten getestet werden, dann ist es einfach Unfug zu behaupten, dass eine Feld-Wald-und-Wiesen-Katze per se gesünder ist. Ebenso wäre es Unfung zu behaupten, dass irgendwas gesundheitlich besser würde, wenn ich eine BKH statt mit einer anderen BKH einfach mit irgendeiner anderen Rasse verpaare. Wenn ich denke, dass eine Rasse ein Problem hat, dann löst sich das nicht, indem ich sie mit einer anderen Rasse (die möglicherweise andere Probleme hat) verpaare. Dann habe ich Kitten, die sehr wahrscheinlich doppelt so viele Probleme haben - nämlich die von zwei Rassen. Wer glaubt, dass sich genetisch bedingte Probleme wie Plus und Minus einfach auflösen, hat Genetik nicht wirklich verstanden.