Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma?

Diskutiere Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? im Zucht und Genetik Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Das ist ja genau der Punkt. Das Beharren auf Reinrassigkeit bewegt sich konträr zur Evolution und ist eine Art erzwungener Rückschritt im...
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #41
Und darum geht es - dass dieses Beharren auf Reinrassigkeit und Optiken genetisch und evolutionsbiologisch wenig Sinn ergibt.
Das ist ja genau der Punkt. Das Beharren auf Reinrassigkeit bewegt sich konträr zur Evolution und ist eine Art erzwungener Rückschritt im evolutionären Ablauf, zugunsten gewisser Merkmale, die vom Menschen als erstrebenswert angesehen werden.

Sinn ergibt das für den Menschen, der auf diese Merkmale abzielt. Das Wohl der Tiere ist dabei überhaupt nicht im Fokus. Körperliche Leiden werden billigend in Kauf genommen.
Gut dass darüber immer mehr aufgeklärt wird und das nicht nur unter Fachleuten.
 
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  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #42
Gut dass darüber immer mehr aufgekkärt wird und das nicht nur unter Fachleuten.
Im Podcast wird gesagt, dass da wohl langsam auch tatsächlich ein Umdenken (auch bei den Veterinärämtern, die verstärkt eingreifen) stattfindet. Bleibt zu hoffen, dass das tatsächlich so ist.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #43
Dem kann ich nur Zustimmen. Mein Kater, Norweger Waldkater hat ein Problem wegen dem verrückten Züchter. Sie haben dem Kater einen verkürzten Unterkiefer angezüchtet. Als ich mich beim Züchter darüber beschwerte, war der auch noch stolz darauf. Der arme Kater kann deshalb nicht gut futtern. Er schiebt das Futter meistens neben die Futterschale. Alle seine Zähne mussten raus.
So etwas habe ich noch nie gehört.Aus welcher Zucht stammt der Norweger? Mutter Vater genügt dein Zwinger Namen brauche ich nicht.
Oder hat der keine Papiere?
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #44
Im Podcast wird gesagt, dass da wohl langsam auch tatsächlich ein Umdenken (auch bei den Veterinärämtern, die verstärkt eingreifen) stattfindet. Bleibt zu hoffen, dass das tatsächlich so ist.
Hast du Rassetiere?
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #45
Hast du Rassetiere?
Nein. Ich finde stinknormale Lastramis tatsächlich am schönsten.

Das heißt übrigens nicht, dass ich Rassekatzen per se doof finde. Es gibt viele, die finde ich ausgesprochen hübsch. Und wenn ich irgendwann eine neue Katze suchen müsste und es im Tierschutz Rassekatzen gäbe (ja, die gibt es tatsächlich, auch mit Stammbaum) , die vom Wesen perfekt zu unseren verbliebenen Katzen passen würden und mit Freigang zurecht kämen, würde ich auch nicht nein sagen nur weil es Rassekatzen sind. Ich würde nur nicht explizit danach suchen.

Aber ich darf ja trotzdem eine Meinung zu Problemen der Rassezucht haben.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #46
Naja Hunde und Rassezucht kann man auch nicht über einen Kamm scheren.
Bei Katzen gibt es weit mehr Deckkater und Zuchtkatzen die eben keine Inzucht bedeuten. Es wird meines Wissen sehr darauf geachatte deshalb machen ja auch Stammbäume Sinn.
Rassetiere ohne Inzucht wird es wohl nicht geben. Ohne Inzucht keine Einheitlichkeit, das fing schon bei der Rassegründung an und geht bis heute so weiter.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #47
Dem kann ich nur Zustimmen. Mein Kater, Norweger Waldkater hat ein Problem wegen dem verrückten Züchter. Sie haben dem Kater einen verkürzten Unterkiefer angezüchtet. Als ich mich beim Züchter darüber beschwerte, war der auch noch stolz darauf. Der arme Kater kann deshalb nicht gut futtern. Er schiebt das Futter meistens neben die Futterschale. Alle seine Zähne mussten raus.
Das soll ein Rassemerkmal sein? Kann ich mir nicht vorstellen.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #48
Hm. Bei uns Menschen ist Inzucht aus gutem Grund verpönt und verboten.

Bei Rassekatzen und -hunden wird sie billigend in Kauf genommen.

Finde den Fehler ....
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #49
Hm. Bei uns Menschen ist Inzucht aus gutem Grund verpönt und verboten.

Bei Rassekatzen und -hunden wird sie billigend in Kauf genommen.

Finde den Fehler ....
Nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern von einigen Züchtern sogar als unverzichtbar angesehen.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #50
Da ich jetzt auch nicht der Podcast oder Video Nutzer bin, habe mir beides jetzt nicht angesehen bzw. angehört. Ich habe allerdings vor Jahren einen Bericht gesehen, der in eine sehr ähnliche Richtung ging. Als Züchter bekommt man natürlich sofort Puls, wenn dieses "Mischlinge sind gesünder-Gefasel" hört. Allerdings war der Bericht sehr fundiert und bezog sich auch vor allem auf Hundezucht (da konnte man als Katzenzüchter etwas entspannter sein).
Kann man sich als Katzenzüchter tatsächlich entspannt zurücklehnen?
Bloß weil die bei den Hunden schon durchgeführten Gentests noch ausstehen?
Die Strukturen etc. sind doch genau dieselben.

Beispiele von Bulldoggen, die weder auf normalen Wege trächtig werden konnten (weil die Beine so kurz gezüchtet waren, dass die Rüden gar nicht mehr in der Lage waren, die Hündinnen normal zu decken und daher zu künstlicher Befruchtung gegriffen wurde), noch auf normalen Wege werfen konnten. (Weil die Becken zu eng waren, um die Welpen zu gebären und daher alle per Kaiserschnitt geholt werden mussten) - Da braucht man nicht weiter drüber zu reden, dass finde auch (oder gerade) als Züchter abartig. Ebenso wurden da natürlich die Möpse thematisiert, die fast alle eine Weichteil OP brauchen, weil sie sonst nicht atmen können - oder Cavalier King Charles Spaniel, denen die Köpfe so klein gezüchtet wurden, dass die wohl fast alle neurologische Ausfälle haben, weil die Gehirne eigentlich nicht mehr in die Köpfe passen.

Und bei diesen Extremen (von denen es sicherlich noch mehr gibt) macht die Aussage, dass "Mischlinge gesünder sind" auch wirklich Sinn.

Diese Extreme gibt es in der Katzenzucht aber deutlich weniger. (Lassen wir jetzt mal Qualzuchten wie Munchkin, Folds usw. raus) Ebenso kritisch sehe ich Coons, die so massiv auf Größe gezüchtet werden, dass sie fast alle HD haben. Oder Perser, die keine Luft mehr bekommen.
Selbst wenn es stimmt, dass es weniger Extreme gibt, ist es doch wohl nur eine Frage der Zeit.
Siehe die Liste der Neukreationen etwas weiter vorn.
Wenn ich das jetzt mal auf eine eher "normale" Rasse - wie z.B. meine Briten übertrage: Rein optisch weichen sie jetzt nicht so weit von einer Hauskatze ab, auch wenn sie eher brachyzepahl sind, haben sie in der Regel keine Atemprobleme - mal ein tränendes Auge (was sie Katze selbst eher weniger stört, sondern eher eine optische Beeinträchtigung ist). Und wenn die jetzt ordentlich (!) unter Beachtung aller Vorsorgemöglichkeiten getestet werden, dann ist es einfach Unfug zu behaupten, dass eine Feld-Wald-und-Wiesen-Katze per se gesünder ist. Ebenso wäre es Unfung zu behaupten, dass irgendwas gesundheitlich besser würde, wenn ich eine BKH statt mit einer anderen BKH einfach mit irgendeiner anderen Rasse verpaare. Wenn ich denke, dass eine Rasse ein Problem hat, dann löst sich das nicht, indem ich sie mit einer anderen Rasse (die möglicherweise andere Probleme hat) verpaare. Dann habe ich Kitten, die sehr wahrscheinlich doppelt so viele Probleme haben - nämlich die von zwei Rassen. Wer glaubt, dass sich genetisch bedingte Probleme wie Plus und Minus einfach auflösen, hat Genetik nicht wirklich verstanden.
Offensichtlich wissen das Prof.Dr. Gruber, die Berliner Tierärztekammer und die anderen noch nicht, vielleicht müsste man ihnen das mal sagen?
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #51
Noch eine lesenswerte Quelle zum Thema "Rassekreuzungen sind gesünder":

Dr. Hellmuth Wachtel, "Hundezucht 2000"

Insgesamt lesenswert, wenn man sich ernsthaft für Zucht und Genetik interessiert.

Ebenso empfehlenswert ist das Buch "Kleine Kynologie" (mit einem Anhang über Katzen), verfasst 1978.
Bei Hunden gibt es immer noch erschreckende Parallelen, man sieht, wie wenig sich verbessert hat.
Bei Katzen jedoch kann man erkennen, wie alles den Bach heruntergegangen ist seitdem. Es gab nicht annähernd so viele Krankheiten wie heute. Es wird nicht unterschieden nach Rasse- oder Nichtrassekatzen, scheint also alle zu betreffen.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #52
Nachtrag: Rassekreuzungen bzw. Mischlinge sind gesünder
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #53
Ich habe mir heute Morgen doch die Mühe gemacht und das Postcard angehört.
So einfach wie es dort geschildert wird ist es sicher nicht! Zudem gehts da um Hundezucht.
Generell finde es verantwortungslos darstellen zu wollen dass Mix oder Straßenkatzen gesünder sein sollen! Davon wird mich sicher keiner überzeugen.
Worin bestehen denn die angeblichen Unterschiede zwischen Hunde- und Katzenzucht?

Naja Hunde und Rassezucht kann man auch nicht über einen Kamm scheren.
Bei Katzen gibt es weit mehr Deckkater und Zuchtkatzen die eben keine Inzucht bedeuten. Es wird meines Wissen sehr darauf geachatte deshalb machen ja auch Stammbäume Sinn.
Stammbäume sind offensichtlich nicht aussagekräftig bezüglich des tatsächlich vorliegenden Inzuchtkoeffizienten.
Auch bei den Katzenrassen gehen so einige auf wenige Individuen zurück.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #55
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #56
Worin bestehen denn die angeblichen Unterschiede zwischen Hunde- und Katzenzucht
Eine Katze ist kein Hund und ein Hund ist keine Katze. Die Probleme die bei der Hundezucht auftreten treten nicht bei der Katzenzucht auf.
Stammbäume sind offensichtlich nicht aussagekräftig
Natürlich sind die Aussagekräftig

Ich finde stinknormale Lastramis tatsächlich am schönsten.
Ich nicht

Das heißt übrigens nicht, dass ich Rassekatzen per se doof finde. Es gibt viele, die finde ich ausgesprochen hübsch. Und wenn ich irgendwann eine neue Katze suchen müsste und es im Tierschutz Rassekatzen gäbe (ja, die gibt es tatsächlich, auch mit Stammbaum
Das ist vernünftig
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #57
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #58
Ich versuche es nochmal.

Oben schrieb ich ja schon, dass Einkreuzungen von anderen Rassen oder auch Hauskatzen bzw. Mischlingshunden für die Verbesserung der Gesundheit mit Sinn und Verstand erfolgen müssen.

Nehme ich jetzt eine Handvoll Tierschutzkatzen und vergleiche deren Gesundheit mit der von Rassekatzen, werden die Tierschutz-Katzen wahrscheinlich tatsächlich nicht unbedingt besser abschneiden. Wobei dann auch Faktoren wie schlechte Versorgung im Kittenalter mit rein spielen, also nicht per se genetische Ursachen.

Hier geht es aber um die Genetik. Würde man sich die Hunde und Katzen ohne menschlichen Einfluss verpaaren lassen*, würden sich auf Dauer die genetisch gesündesten Tiere durch die natürliche Auslese durchsetzen. Diese "Mischlinge" wären von dem Standpunkt aus dann tatsächlich gesünder.
Wenn ich da jetzt keinen gravierenden Denkfehler habe.

* Natürlich gibt es gute und tierschutzrelevante Argumente, dies nicht zu tun und die unkontrollierte Vermehrung durch Kastration zu verhindern.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #59
Eine Katze ist kein Hund und ein Hund ist keine Katze. Die Probleme die bei der Hundezucht auftreten treten nicht bei der Katzenzucht auf.

Die Probleme treten bei allen Zuchten auf, egal ob Hunde, Katzen, ...
Selbst beim Menschen sind die Probleme bekannt, siehe die blaublütigen Adelsgeschlechter früherer Zeiten, die vorwiegend Verwandtenehen eingingen, um ihre Macht zu erhalten und zu festigen.
Nach ein paar Generationen sind sie wegen genetischer Probleme ausgestorben.
Natürlich sind die Aussagekräftig
Vielleicht liest du einfach mal ein wenig in den geposteten Links nach.

Bleibt dir unbenommen.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #60
....

Hier geht es aber um die Genetik. Würde man sich die Hunde und Katzen ohne menschlichen Einfluss verpaaren lassen*, würden sich auf Dauer die genetisch gesündesten Tiere durch die natürliche Auslese durchsetzen. Diese "Mischlinge" wären von dem Standpunkt aus dann tatsächlich gesünder.
Wenn ich da jetzt keinen gravierenden Denkfehler habe.
....
Es gäbe dann auch nur die Art "Katze", die genetisch breit aufgestellt ist und super anpassungsfähig auf alle Widrigkeiten des Lebens reagierten kann.
 
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