Inge und Tigerlily, ihr wißt vielleicht aus meinem 1. Beitrag, dass ich auf dem Land wohne, in einem winzigen Dorf, wo es kaum Bebauung gibt, aber doch eine Schnellstraße durch den Ort führt, und auf der kann man 80 fahren.
Wie schnell da dann wirklich gefahren wird, steht auf einem anderen Blatt. Ist aber auch völlig egal, denn schon in einer 30-Zone ist es zu gefährlich für Katzen.
Und wie oben erwähnt ist die Straße nicht die einzige Gefahr, die es für Katzen gibt.
es sprechen mehrere Punkte für diese Haltung, wie ich persönlich meine:
1. hab ich den Kater aus dem Tierheim, da hat er es beim mir schon wesentlich besser, ob er nun frei läuft oder in der Wohnung lebt
Wo spricht dies für Freilauf? Er würde nur bei Dir in der Wohnung mindestens genauso gut leben.
2. arbeite ich ganztags, bin alleinstehend und mindestens 10 Stunden am Tag weg
Dann solltest Du auf jeden Fall, auch bei einem Freigänger, eine zweite Katze dazu nehmen. Auch das ist kein Argument für dieses unnötige Risiko.
3. hätte ich gerne als Gesellschaft für die Katze noch eine weitere, aber wenn ich in Urlaub oder sonstwie mal weg bin, versorgt meine Vermieterin die Katze und die rollt schon mit den Augen, wenn ich ihr meine Pläne mit der "Vermehrung" offenbare
Wo ist der Unterschied, ob sie ein oder zwei Katzen versorgt? Wenn sie Tiere mag, sollte ihr klar sein, dass es nicht gut ist, nur eine Katze allein zu halten, wenn man voll berufstätig ist, egal ob Freigänger oder nicht.
Die Katze ist ein total ausgeglichenes Tier. Total gut erzogen (Dank dem unbekannten Vorbesitzer), kratzt an keinem Möbelstück. Ich brauche keinen Kratzbaum und die Katzentoilette benutzt er im Sommer kaum (da lasse ich ein Fenster auf und er kann raus und rein wie er möchte).
Das könnte er auch bei Wohnungshaltung sein. Sicher ist es schön, wenn er draußen, vor allem bei einem Pferdestall, viel Beschäftigung hat. Diese kann aber auch innerhalb des Hauses haben.
Ich kann aber auch Tierhalter verstehen, die ihre Katzen in der Wohnung halten wollen. Ich meine, es gibt reichlich Argumente dafür und dagegen, das sollte jeder selbst entscheiden.
Nein, es gibt keine wirklichen Argumente für Freilauf! Eine Katze muß Beschäftigung haben, soviel ist klar. Aber diese kann auch innerhalb einer Wohnung oder Haus stattfinden. Man muß nicht ihr Leben riskieren, um sie zu beschäftigen! Auch ihre natürlichen Instinkte kann sie innerhalb des Hauses ausleben. Es muß keine echte Maus sein, die sie jagt ...
Sicherlich könnte man sagen: Das muß jeder selbst wissen. Problem ist dabei nur: Diese Entscheidung kann die Katze das Leben kosten!
Die optimalste Haltung ist die des eingeschränkten Freilaufs, also der Einzäunung des Grundstücks, so dass die Katze zwar raus, aber nicht weg kann. Dann hat sie frische Luft, kann Schmetterlinge jagen, vielleicht sogar mal Mäuse, ist aber keinen unnötigen Risiken ausgesetzt. Sicherlich kann sich das nicht jeder leisten. Ein vernetzter Balkon tut’s aber durchaus auch.
Wer sich ein Tier anschafft, muß sich darüber im Klaren sein, dass er auch die Verantwortung dafür übernimmt. Die Tür aufzumachen und das Tier sich selbst zu überlassen reicht da nicht aus! Ein Tier
kann nicht wissen, welche Gefahren da draußen lauern, weil die überwiegenden Gefahren von Menschen gemacht sind: Autos, Jäger, Tierfänger, Tierquäler, auf Katzen abgerichtete Hunde ... Die natürlichen Gefahren (Revierkämpfe, Infektionen etc) bilden da nur noch das i-Tüpfelchen.
Viel Glück mit der Katze aus dem Tierheim !
Dem kann ich mich nur anschliessen mit der Bitte: Gib dem Tier eine Chance, alt zu werden!
Gruß, Inge