Hallo Iwana,
natürlich kann und darf jeder seine Katze

halten wie er es für richtig hält. :wink: Bis vor einer Woche hätte ich vielleicht auch noch gesagt, dass man in sehr ländlichen Gegenden durchaus Katzen frei laufen lassen könnte. Eine Freundin von mir ist nun sehr traurig. Sie wohnt sehr ländlich und ihr Kater ist nicht mehr heimgekommen - seit 14 Tagen. Er wurde bislang auch nicht gefunden. Vielleicht wurde er geklaut. Wer weiß. Die ländliche Gegend ist offensichtlich auch kein Garant mehr für Sicherheit.
Es gibt immer Argumente für und gegen Freigänger. In der heutigen Zeit überwiegen die Gegenargumente, das ist leider so.
Die Menschen sind heutzutage sehr rücksichtslos geworden. Nicht nur gegenüber der Natur und gegenüber den Tieren, sondern auch gegenüber ihren eigenen Spezies.
Ich lebe auch in einer Zone 30. Davon bemerke ich allerdings nicht viel. Hier rasen die Autos durch als wären sie auf einer Hauptverkehrsstraße. Vor meinem Haus führt ein Schulweg vorbei - jeden morgen ziehen lärmend die Jugendlichen in Scharen auf dem Fußweg entlang. Sie könnten sich auch leise unterhalten, aber sie müssen brüllen, warum auch immer.
Die Rücksichtslosigkeit hat Hochkonjunktur.
Meine Katzen kennen keine Gefahren. Sie kennen keine schlechten Menschen. Sie würden ihrem evtl. Mörder freundlich entgegenlaufen. Sie sind es gewohnt, ausschließlich sie liebende Menschen um sich zu haben, denen sie voll und ganz vertrauen.
Zum Tierschutz gehört für mich auch, unsere Tiere vor der Böswilligkeit anderer zu schützen. Das Argument "ländliche Gegend" ist heutzutage sehr schwach.
Ich habe es auch mehrfach erlebt, dass Jäger gerne auf Katzen schießen, weil sie sich in den Wald gewagt haben oder in die Nähe des Waldes.
Ich würde meine Katzen nie als Freigänger halten.
Es ist teilweise sogar seitens der
Tierheim heute vorgeschrieben, Katzen nicht nach draußen zu lassen eben wegen der zahlreichen Gefahren. Man unterschreibt mit Abholung des Tieres die reine Wohnungshaltung. Das gibt es alles inzwischen! Und diese Maßnahmen sind keine Willkür gegen die Katzen, vielmehr dienen sie ihrem Schutz und es wird die Verantwortung für das Wohl der Katzen sehr bewusst auf den Besitzer übertragen.
Ich leide immer sehr mit verunglückten Freigängern. Jedoch fehlt es mir an Mitgefühl für die/den Besitzer. Muss ich ehrlich zugeben.
Der Mensch hat im Unterschied zum Tier den Verstand mitbekommen und diesen sollte er hin und wieder auch benutzen :wink:
Wer einen Freigänger hat, muss immer mit dem plötzlichen Verschwinden oder Ableben rechnen. Doch sind es gerade die HalterInnen von Freigängern die laut über das Verschwinden oder den plötzlichen Tod ihres Tieres klagen. Die lauten Klagen würden sich erübrigen, wenn sich die HalterInnen von Freigängern der Realität stellen würden.
Du Iwana forderst sicherlich zu Recht Toleranz innerhalb dieser Diskussion. Die Argumente für Freigänger sind ausgesprochen schwach angesichts der heutigen Möglichkeiten der Wohnungshaltung.
Ich finde es ok, wenn du dich für Freigänger stark machst. Aber ich fände es noch besser, wenn du und andere Freigängerbefürworter außerdem klar äußern würdet, dass ihr jederzeit mit dem Ableben eures Tieres rechnet. Denn dann hätte ich und sicherlich auch andere hier im Forum den Eindruck, dass ihr Freigängerbefürworter nicht völlig realitätsfremd seid. :wink:
Hoffe, es verständlich ausgedrückt zu haben, worin ich den eigentlichen "Streitpunkt" in dieser Diskussion sehe.
Liebe Grüße
Mone