Ich wollte hier nur mal was zu dem Thema sagen, ob man einer Katze, oder einem Tier eine längere Rehabilitationsphase zu muten sollte oder nicht:
Mein Vater ist Tierarzt, eines Sonntagsabend kam die Polizei bei uns zu Hause vorbei und brachte uns ein undefinierbares Knäul aus Beulen, Schrammen und Blut...Spaziergänger hatten in einem Ameisenhaufen einen halbtot geprügelten Hund gefunden und die Polizei alamiert.
Die traurige Bilanz nach den Untersuchungen und Röntgen war ein multipler Schädelbruch, der Brüche von Ober- und Unterkiefer einschloss, und der eine Augenrand war zertrümmert. Desweiteren kamen diveres Rippenbrüche und ein Bruch des Vorderlaufes hinzu.
Zu allem Übel hatten die Ameisen der armen Dame so sehr zu gesetzt, das einige Teile der Haut sich lösten, und große Wunden hinterließen.
Viele hätten den Hund wohl eingeschläfert, mein Vater wachte Nächte lang am Tropf. Das Resulat nach ca. 6 Monaten Genesungszeit, war eine zugegeben ziemlich hässliche Hündin, die auf einem Auge blind war, und bei viel Aufregung so röchelte das man glaubte sie möge ersticken, sie hatte zeitlebens kahle Stellen im Fell, aber sie entwickelte sich zu dem charakterstärksten Hund den ich je erlebt habe. Sie war lieb und verschmust, und tobte wie eine Wilde mit unsere andern Hündin.
Wir haben noch 4 glückliche Jahre mit ihr verbracht, und ich hatte nie den Eindruck, das sie unter ihren Handicaps gelitten hat...viel mehr hat sie die Vorzüge genossen, denn sie bekam eine Menge Aufmerksamkeit.
Ja, ok...in freier Wildbahn hätte sie es sicher nicht überlebt, selbst wenn ihre Verletzungen verheilt wären...aber wir sind schließlich nicht in freier Wildbahn, oder?
Lieben Gruss und Gute Besserung!