Tiere und Senioren

Diskutiere Tiere und Senioren im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Heute vormittag war ich bei einer alten Dame, 83 Jahre alt, die auch ziemlich "Katzennärrisch" ist, und derzeit einen eigenen alten Kater und zwei...
  • Tiere und Senioren Beitrag #1
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Inge

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Heute vormittag war ich bei einer alten Dame, 83 Jahre alt, die auch ziemlich "Katzennärrisch" ist, und derzeit einen eigenen alten Kater und zwei betagte Pflegemiezen hat.

Ich kenne sie seit etwa 10 Jahren durch eine Tierschutzinitiative, und war immer sehr fasziniert, weil sie durch und durch "preussisch" ist - Generalswitwe und eine "von" mit viel Traditon und Bildung - und weil sie sich auch so verhält: Knappe Ansagen die meist im Befehlston artikuliert sind und eine brilliante Auffassungsgabe. Kurz: Jemand, der im Stehen sterben wird.

Leider macht ihre Gesundheit nicht mehr alles mit und sie kann das Haus immer seltener verlassen. Aus diesem Grund beliefern sie meine Mädels regelmässig mit ihrem persönlichen Lebensbedarf und natürlich auch schweren Katzenstreu, Futter und so weiter. Den Haushalt bekommt sie derzeit noch alleine geregelt. Das dauert zwar, aber es klappt. Allerdings ist sie noch in einer Seniorengruppe und lässt sich auch ab und zu zu Veranstaltungen kutschieren. der Drang "mitzumischen" ist also ungebrochen.

Heute kamen wir jedenfalls ins Gespräch, und sie brachte die These auf den Tisch, dass in jeden willigen (!) Seniorenhaushalt auch ein Tier gehört! Idealer Weise natürlich Katzen, weil das Gassigehen oft altersbedingt, bzw. gesundheitsbedingt eben nicht mehr in dem Masse stattfinden kann, wie es für einen Hund sinnvoll oder wünschenswert wäre.

Sie ist der Meinung, dass sie sicher schon ein paar jahre tot wäre, wenn ihr die Freude und auch die Pflicht gegenüber den Miezen nicht immer wieder Auftrieb gegeben hätte, was ich - 39 jahre jünger - absolut nachvollziehen kann.

Um so etwas in breiterer Form zu realisieren, braucht es natürlich auch ehrenamtliche Helfer, die u.U. regelmässig Streu und Futter vorbeibringen etc. um den alten Menschen auch ein Gefühl des Rückhaltes, bzw. "Netztes" zu geben, da viele eben einfach denken "In meinem Alter?", bzw. "Was mache ich, wenn ich krank werde?" usw.

Alte, bzw. schwer(er) vermittelbare Katzen gibt es in den Heimen relativ oft. Die "Beschaffung" wäre also nicht das problematischste.

Einen weiterer interessanter Aspekt dabei ist nicht zuletzt sind auch die verbesserten sozialen Kontakte für diese Menschen, die dann natürlich auch über das Katzenthema hinaus gehen würden.

Um es kurz zu machen: Wir haben zunächst "grob" beschlossen, zunächst einen generellen Vortrag und entsprechende Materialien zum Thema auszuarbeiten (Rede / Multimedia / Infomaterial) die wir bei Seniorenveranstaltungen etc. pp. zum Besten geben wollen, um das Ganze grundsätzlich zu thematisieren.

Da es noch ein sehr "pränatales" Stadium hat, wurde ich mich über Anregungen, Gedanken etc. zum Thema sehr freuen.
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #2
Stimmt,ich seh immer wie meine Großeltern aufblühen,wenn ich mir Hund vorbeikomm.
Die 2 sind Stubenhocker und Sauerstoff ist Gift :roll:

denen würd ein Tier sicher guttun,aber sie haben gesundheitlich zu kämpfen.....von daher wärs vielleicht nicht so wirklich sinnvoll.....ausserdem kann ich sie ja nicht zu ihrem Glück zwinken und ihnen einfach ne Katze vor die Nase setzen :wink:

Da blaibt dann nur,sie mit meinem alten,dicken,faulen Hund besuchen gehen :D

LG,Simone
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #3
Ich glaube schon, dass Tiere auch "Medizin" sind. Gerade für alte Menschen, die sich primär um ihre Wehleiden kümmern (müssen), und sich sicher auch z.T. "nutzlos" fühlen, weil sie eben keine Aufgaben mehr haben und teilweise schlicht darauf warten, dass sie sterben.

Das liegt hierzulande auch daran, dass es die klassische "Groß-", bzw. Generationenfamilie nicht mehr gibt.

Mein Vater, 74, lebt auch bei uns, seit meine Mutter gestorben ist. Allerdings zieht er auch sein "eigenes Ding" durch, weil er gesundheitlich und mental gut beieinander ist, und auch noch oft verreist etc. pp.
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #4
Ich meine mich auch an Studien zu erinnern, die belegen, dass Tiere auch in Seniorenheimen einen sehr positiven Effekt auf die Bewohner ausüben können. Allerdings sind in vielen Heimen Tiere verboten, wegen Hygiene, mehr Arbeit fürs Personal was weiß ich.
Bei deiner Idee (die ich grundsätzlich sehr gut finde) könnte es allerdings hinsichtlich einiger Aspekte zu Problemen kommen:

1. Wenn/Falls die pflegenden Senioren ins Heim müssen und ihre Tiere nicht mitnehmen dürfen:
a.) wer ist dann für die Tiere verantwortlich?
b.) wie schlimm wirkt sich die Trennung auf das Tier/den Senioren aus?

2. Wenn der Senior zu Hause lebt, aber mehr Pflege benötigt:
a.) was tun wenn pflegende Verwandte sich weigern die Pflege des Tieres zu übernehmen?
b.) was tun wenn der Pflegedienst sich weigert (...)?

3. Wie das (ehrenamtliche) Personal organisieren, falls eine gesteigerte Pflege des Tieres nötig wird, die der Senior nicht leisten kann?

4. Wie die evtl. anfallenden Kosten decken, falls ein Tier krank wird und der Senior/die Seniorin sich die Behandlung nicht leisten kann?

5. Wie überhaupt anfallende Pflegekosten des Tieres decken? Oder sollen Tiere nur an Leute gegeben werden, die sich den Unterhalt auf jeden Fall leisten können?

Das sind alles keine wirklichen Gegenargumente sondern Punkte, für die man Lösungen bereithalten sollte, falls jemand bei der Vorstellung eines solchen Projektes Bedenken äußert.

Mehr fällt mir erstmal nicht ein,
wünsche Dir viel Erfolg bei dem Projekt!
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #5
Ds sind in jedem Falle schon mal äußerst konstruktive Aspekte, die man im einzelnen natürlich unter die Lupe nehmen muss, bzw. entsprechende Lösungen zu finden sind.

Ich danke Dir jedenfalls schon mal für Deine Mühe! :D

Das mit der Studie stimmt! Ebenso wie bei kranken und behinderten Kindern haben Tiere auch auf Senioren einen nachweisbar positiven Einfluss. Nur stehen leider immer irgendwelche dummen Beamten oder Bürokraten im Wege...
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #6
Gern geschehen! :D
Es gibt meiner Ansicht nach nur sehr wenige Dinge, die man nicht ändern kann. Es müssen sich eben nur genug Unterstützer und Befürworter finden, dann geht fast alles.
*Bin Mitglied im Club der Optimisten* :wink:
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #7
Hallo Berlin,

Die Idee ist super, zumal die Erfolge der Tiertherapie ja für sich sprechen. Ich arbeite zwar nur bedingt mit Senioren, aber dafür in einem Wohn - und Pflegeheim für Menschen mit Behinderung. Wir haben einiges an Tieren, hauptsächlich Kleintiere wie Hasen, Meerschweinchen, etc., aber auch Katzen und demnächst sogar zwei Lamas. "Haus - und Hofhund" Eddie gehört eigentlich unserem Kaplan, ist aber mittlerweile zum Maskottchen der Einrichtung avanciert. Bei uns ist das Ganze so geregelt: Wenn die jeweiligen Tiere zu einer Wohngruppe gehören, dann übernimmt diese auch die Versorgung, das Finanzielle ist über ein Tierkonto geregelt. Da zahlt jeder Bewohner, der das möchte (Zustimmung des gesetzl. Betreuers natürlich vorausgesetzt) monatlich was ein, da die Tiere jedem zu Gute kommen. Manch' skeptischer Betreuer konnte schon überzeugt werden, wenn er die positiven Einflüsse der Tiere auf die Menschen gesehen hat. Natürlich leben die Tiere in ihren jeweiligen Gehegen/Ställen und die Mietzen haben gesicherten Freilauf, da wir ein entsprechend großes Gelände zur Verfügung haben. Aber auch unsere Tagesförderstätte hat Tiere, die Finanzierung läuft hier über den jeweiligen Satz, den die TAF pro Bewohner vom Kostenträger erhält. Käfig - und Tierpflege wird hier mit dem Bewohnern zusammen gemacht, es gehört einfach zur täglichen Arbeit ( da in die Tagesstruktur der Bewohner integriert) und zwar praktisch, therapeutisch und pädagogisch. Kostenträger sind meist nur am Finanziellen interessiert, da muss man schauen, dass das im Rahmen bleibt. Andere Möglichkeit wäre vielleicht ein Förderverein. So finanziert sich z.B. die hiesige Hippotherapie.
Sorry, das war jetzt ein langes Posting, aber vielleicht sind ein paar Ansätze dabei.
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #8
1. Wenn/Falls die pflegenden Senioren ins Heim müssen und ihre Tiere nicht mitnehmen dürfen:
a.) wer ist dann für die Tiere verantwortlich?
b.) wie schlimm wirkt sich die Trennung auf das Tier/den Senioren aus?

2. Wenn der Senior zu Hause lebt, aber mehr Pflege benötigt:
a.) was tun wenn pflegende Verwandte sich weigern die Pflege des Tieres zu übernehmen?
b.) was tun wenn der Pflegedienst sich weigert (...)?

3. Wie das (ehrenamtliche) Personal organisieren, falls eine gesteigerte Pflege des Tieres nötig wird, die der Senior nicht leisten kann?

4. Wie die evtl. anfallenden Kosten decken, falls ein Tier krank wird und der Senior/die Seniorin sich die Behandlung nicht leisten kann?

5. Wie überhaupt anfallende Pflegekosten des Tieres decken? Oder sollen Tiere nur an Leute gegeben werden, die sich den Unterhalt auf jeden Fall leisten können? !

1.a.) Meine Idee ist, das im Rahmen von Pflegestellen zu organisieren, d.h. im Sterbe- oder akuten Pflegefall, der eine weitere Haltung ausschliessen würde, müsste man eine neue Stelle für das tier finden.

1.b.) Sowas ist natürlich immer eine schlimme Sache für beide "Fraktionen", aber ich würde es nicht als Hinderungsgrund sehen. Solche Fälle kommen ja auch in anderen Altergruppen vor, wenn auch naturgemäss nicht so häufig, wie bei alten Menschen.

2.a.) Hier ist meines Erachtens eben die ehrenamtliche "Patenschaft" für Tier- und u.U. auch den Halter das wichtigste an der Sache überhaupt. D.h. es müsste ein Verteiler von Helfern aufgebaut werden, die sich regelmässig und bedarfsorientiert dem einzelnen Fall annehmen. Ich gehe aber auch nicht davon aus, dass es überwiegend kranke oder gesundheitlich stark angeschlagene Menschen sein müssen. Es gibt ja immer mehr Senioren, die noch gut beieinander sind, aber trotzdem zunehmend vereinsamen.

2.b.) Wenn eine starke Pflegebedürftigkeit besteht, müsste man das sicher im Einzelfall betrachten. Dann kann es ehr schweirig sein. Aber das sind wie gesagt eher Fälle, die ich als Ausnahmen betrachten würde.

3.) Ich habe die Feststellung gemacht, dass es garnicht so schwer ist, Helfer zu finden. Die Leute brauchen nur einen Anstoss, und viele Leute denken sicher auch, dass sie gerne was sinnvolles machen würden, aber nicht wissen Wie und Wo, bzw. sich nicht alleine zum ersten Schritt aufrappeln können. Aus meinem Umfeld wüsste ich einige Leute, die ich sicherlich schnell davon begeistern könnte, etwas ihrer Freizeit zu investieren.

4. + 5.) Was die Kosten betrifft, ist es ja so, dass die Heime mit nicht vermittelten bzw. kaum vermittelbaren Tieren eh Kosten haben. Bei einer Pflegestelle müsste dann eben danach entschieden werden, welche Einkünfte der Senior hat. Wer es sich leisten kann, zahlt es selbst, bei Sozialrentnern müssten die Tierarzt-Kosten dann eben durch die Heime getragen werden. Unter dem Strich wäre das für die Heime sogar billiger.

Was "Notgelder" etc. betrifft, mache ich mir auch keine großen Sorgen. Es gibt auch noch eine Menge Senioren, die finanziell gut dastehen und solche Dinge gerne unterstützen. Für den Berliner Zoo beispielsweise sind Spenden aus dieser Klientel und auch das "Testamentsmarketing" von großer finanzieller Bedeutung. Auch das Berliner Tierheim bekommt einiges an Finanzen aus Spenden und Erbschaften. Oftmals machen das alte Menschen auch schlicht aus Frust, wenn sich die Kinder "nur" sehen lassen, wenn sie etwas brauchen oder die Alten schlicht abschieben...

Natürlich ist sowas relativ leicht ausgedacht und unweit schwerer realisiert. Aber dazu gehört eben in erster Linie - neben aller Rationalität - auch immer Idealismus und eine gute Portion "Utopie".

Ich sehe das auch nicht als Massenbewegung, sondern mir würde es jetzt erstmal darum gehen, die Akzeptanz bei den Tierheimen, Senioren und infrage kommenden Ehrenämtlern abzuklopfen. Selbst wenn dabei nur 5 solcher Fälle herauskommen würden, dass ein alter Mensch ein altes Tier nimmt, wäre das in meinen Augen ein Erfolg. Und wenn sowas Schule machen würde, wäre es natürlich fantastisch.

Selbst, wenn es keine ausreichende Resonanz finden solte, was schade wäre, aber möglich ist, sollte man es aucf jeden Fall ernsthaft versuchen. Mehr als Zeit und etwas Geld kann es letztlich nicht kosten.
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #9
Hallo Berlin,

Die Idee ist super, zumal die Erfolge der Tiertherapie ja für sich sprechen. Ich arbeite zwar nur bedingt mit Senioren, aber dafür in einem Wohn - und Pflegeheim für Menschen mit Behinderung. Wir haben einiges an Tieren, hauptsächlich Kleintiere wie Hasen, Meerschweinchen, etc., aber auch Katzen und demnächst sogar zwei Lamas. "Haus - und Hofhund" Eddie gehört eigentlich unserem Kaplan, ist aber mittlerweile zum Maskottchen der Einrichtung avanciert. Bei uns ist das Ganze so geregelt: Wenn die jeweiligen Tiere zu einer Wohngruppe gehören, dann übernimmt diese auch die Versorgung, das Finanzielle ist über ein Tierkonto geregelt. Da zahlt jeder Bewohner, der das möchte (Zustimmung des gesetzl. Betreuers natürlich vorausgesetzt) monatlich was ein, da die Tiere jedem zu Gute kommen. Manch' skeptischer Betreuer konnte schon überzeugt werden, wenn er die positiven Einflüsse der Tiere auf die Menschen gesehen hat. Natürlich leben die Tiere in ihren jeweiligen Gehegen/Ställen und die Mietzen haben gesicherten Freilauf, da wir ein entsprechend großes Gelände zur Verfügung haben. Aber auch unsere Tagesförderstätte hat Tiere, die Finanzierung läuft hier über den jeweiligen Satz, den die TAF pro Bewohner vom Kostenträger erhält. Käfig - und Tierpflege wird hier mit dem Bewohnern zusammen gemacht, es gehört einfach zur täglichen Arbeit ( da in die Tagesstruktur der Bewohner integriert) und zwar praktisch, therapeutisch und pädagogisch. Kostenträger sind meist nur am Finanziellen interessiert, da muss man schauen, dass das im Rahmen bleibt. Andere Möglichkeit wäre vielleicht ein Förderverein. So finanziert sich z.B. die hiesige Hippotherapie.
Sorry, das war jetzt ein langes Posting, aber vielleicht sind ein paar Ansätze dabei.

Über das Thema Seniorenheime etc. habe ich bisher nocht garnicht nachgedacht, weil die ursprüngliche Intention war, allein lebenden Alten mit einem Tier zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. Aber das ist sicher auch ein Thema.

Ich kenne hier in Berlin ein Sterbehospiz für unheilbar krebskranke Kinder und Jugendliche. Dort haben sie einen Esel (mit einem unglaublichen Stimmvolumen!), sowie Ziegen und Schafe, wenn ich mich recht erinnere.
Die z.T. leider schon sehr hinfälligen Patienten sind natürlich sehr gerne in der Nähe der Tiere. Im Haus selbst gibt es, wohl aus medizinisch-hygienischen Gründen, meines Wissens leider keine Tiere.

Ich kennen auch ein Projekt in der Normandie, wo es ein kleines Pflege- und Altenheim gibt, wo sowohl schwerst- bzw. unheilbar kranke Kinder, als auch Senioren (!) leben und sich auf dem Gelände auch ein "Gnadenhof" befindet, auf dem es nur so von Tieren verschiedenster Art wimmelt! Da die Plätze begrenzt sind es es auch bleiben sollen, um eine möglichst "familiäre" Atmosphare zu erhalten, sind die Plätze leider immer auf lange Zeit "ausgebucht". Die entsprechenden Erfahrungen sind auch dort mehr als susgezeichnet. Selbst wenn die "Patienten" die Tiere nur aus dem Fenster beobachten können, weil sie u.U. immobil sind, hat das definitv einen therapeutischen Wert und "Erholungscharakter".

Ich beobachte unsere drei Rentner-Gäule auch sehr gerne zwischendurch aus dem Bürofenster, wenn sie auf der Weide herumspinnen oder einfach auch nur grasen. Das hat definitiv mit allerhöchster Lebensqualität zu tun.
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #10
Hallo,

interessantes Thema. Meine Mutter hat sich vor einigen Jahren, als sie auch schon recht krank war, sehnlichst eine Katze gewünscht. Natürlich stand damals auch die Frage im Raum, wer sich um die Katze kümmert, wenn es für sie nicht mehr möglich ist. Für mich war klar, das wir uns im Falle des Falles um die Katze (etwas später kam noch eine zweite dazu), kümmern. Auch wenn sie nur noch kurze Zeit für die Katzen da war, haben sie ihr diese Zeit um einiges schöner gemacht. Als meine Mutter dann in ein Pflegeheim kam, kamen die Katzen zu uns. Meine Mutter litt unter schwerer Demenz und hat auf uns kaum noch reagiert. Bei unseren Besuchen waren regelmäßig unsere Hunde dabei. Und ob man es glaubt oder nicht, auch wenn sie auf uns kaum mehr regiert hat, beim streicheln der Hunde hat man Reaktionen und häufig ein Erkennen und Lächeln bemerkt. In diesem Pflegeheim sind kleine Haustiere erlaubt. Allerdings müssen sich die Leute selbst bzw. die Angehörigen drum kümmern. Und zweimal in der Woche kommt eine Frau mit Therapiehunden. Das ist finde ich, eine super Sache.
Ich glaube wirklich daran, das viele alte Leute durch ein Tier bzw. dessen Versorgung neuen Lebensmut bekommen würden. Natürlich muss die Zukunft und Versorgung des Tieres in jedem Fall gesichert sein.

LG Simone
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #11
Hallo Berlin,

Die "Hundetherapie" bei uns in der Einrichtung findet sozusagen privat statt. Schlicht dadurch das Kollegen ihre Hunde mitbringen, sofern sie in einer Wohngruppe arbeiten meist in ihrer Freizeit, weil das im normalen Tagesablauf zeitlich einfach nicht geht. In der Tagesförderstätte gibts allerdings dafür feste Tage, dann ist die Tagesplanung bzw. die Aktivitäten auf das Tier ausgelegt. Ähnlich halt wie bei den o.g. Therapiehunden. Möglicherweise ist das ja im Ansatz übertragbar. So a la "Hundebesuchsdienst" (sorry blödes Wort, aber mir fällt grad nix Besseres ein) oder so ähnlich. Es müssten sich doch Hundebesitzer finden lassen, die da gerne mitmachen würden.
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #12
bei uns gibts sowas....da gabs mal Flyer,wenn man Lust hat und Zeit soll man sich melden.

Ich hab das nicht gemacht,weil ich mit ganz frischem Baby zu Hause etwas zeitlich angebunden war :wink:

aber so an sich..... :D

LG,Simone
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #13
Ich gehe auch sicher davon aus, dass man entsprechende Leute mit "Gesellschaftshunden" finden würde. Man muss solche Themen einfach nur anschieben. Dass sowass seitens der Pflegeeinrichtungen aus zeitlichen odr finanziellen Gründen nicht oder nur schwer realisierbar ist, ist z.T. natürlich verständlich, aber da muss sich m.E. ebenso wie in der Kinderbetreuung noch vieles ändern, bzw. verbessern.

Ich sehe es auch garnicht alleine nur im therapeutischen Bereich, sondern auch in der Vorsorge. Man weiss ja, wie viele Leute beispielsweise in ein Loch fallen, wenn sie pensioniert werden und von heute auf morgen ohne Aufgabe, bzw. Pflicht und Verantwortung den Rentner mimen sollen. Insbesondere heute, wo die Leute immer älter werden. Die medizinische Versorgung sorgt zwar für eine längere Lebenserwartung, aber zur Lebensqualität gehören eben auch soziale Aspekte, und der Faktor Psychosomatik wird zur "Privatangelegenheit" erklärt.

Als großer Befürworter sozialer Dienste, insbesondere bei Jugendlichen als Pflichtveranstaltung, aber auch als grundsätzliche "freiwillige "Verpflichtung" ist hier mit Sicherheit ein riesiges Potential vorhanden. Leider wird das Altwerden im Bezug auf die eigene Person aber sehr gerne verdrängt, und so hält sich die Empathie auch in Grenzen. Vorurteile spielen ja auch eine große Rolle, denn Altenheime etc. pp., bzw. wie sich der Alltag dort gestaltet, kennen zumeist nur die dort tätigen, die Angehörigen der Senioren und das war es ja dann im Grunde schon.

In Ländern des mittleren und nahen Osten, wo ich viel und lange gearbeitet habe, ist das übrigens ein "Skandalthema". Man versteht es schlichtweg nicht, dass "im Westen" die Alten sehr oft in Heime kommen. Dort sind sie zumeist integraler Bestandteil der Familie - auch mit den entsprechenden Rechten und Pflichten, und werden im Normalfall nur im Falle schwerer Krankheit, die zuhause nicht versorgbar ist, in Heime ausgenommen oder wenn es Menschen ohne Familie sind, was dort sehr selten vorkommt. Es wäre auch in Hinsicht auf die Ehre eine Riesenschande, Oma oder Opa abzugeben. Und natürlich halten Kinder und Enkel auch "frisch"! :) Ebenso, wenn vielliecht auch nicht in diesem Maße, wie der "Familienersatz" Hund oder Katze, als den man ihn bei vielen Alleinstehenden sicher bezeichnen kann.

Man kann dort sicher vieles kritisieren, aber das sicher nicht. Mich hat mal jemand in so einer Diskussion gefragt: "Sind die Menschen bei Euch glücklicher?". Ich wusste keine Antwort, tendiere aber sehr stark zum "Nein". ;-)

Und das unsere Individualistengesellschaft letztlich zwar temporäre Selbstverwirklichung bringt, macht es halt nicht wett, dass es eine "Singlegesellschaft" geworden ist, die letztlich mehr darunter leidet als erblüht. Auch gesundheitlich, was psychosomatische Ursachen betrifft!

Aber das Thema "Alte" ist leider auch halt nicht chic, weil viele eben auch an die Situation der Solidarkassen denken und der Meinung sind, dass man in Dinge, die nicht unmittelbar der Leistungssteigerung (im Sinne von Leistungsträgern) oder der Kostensenkung dienen, nicht gerne investiert. Außerdem macht das Thema natürlich auch Angst, weil wohl keiner will, dass er irgendwann mal hilflos und siech in einem Heim liegt, dem Wohlwollen anderer ausgesetzt ist und seine persönlichen Wünsche im schlimmsten Falle keine Resonanz erfahren.

Die Sache gefällt mir zunehmend besser!
 
  • Tiere und Senioren Beitrag #14
Habe mir jetzt mal aus aktuellem Anlass dieses Buch bestellt. Kennt es zufällig jemand?

"Companion Animals in Human Health.

Cindy C. Wilson and Dennis C. Turner (eds.); 310 pages. Sage Publications Inc., Thousand Oaks, CA and London. ISBN 0-7619-1061-1 hardcover; ISBN 0-7619-1062-X paperback.

«As a state-of-the-science document, Companion Animals in Human Health is a must reading for all health and social science professionals caring for clients who already have companion animals or for clients who might benefit from such interaction and thus will be of interest to those in the fields of clinical psychology, cognition, developmental psychology, family studies, gerontology, nursing, patient care, psychology, public health and sociology.»"

Noch ein kurzweiliger Artikel zum Thema:
 
Thema:

Tiere und Senioren

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