Zu zweitens: Getreide wird in Unmengen quer durch die Welt transportiert; selbstverständlich mit der entsprechenden C02-Emission. Alleine beim Weizen gelangen pro Jahr rund 100 Millionen Tonnen auf den Weltmarkt, werden also außerhalb der Erzeugerländer konsumiert.
Natürlich ist Landwirtschaft deutlcih umweltfreundlicher als Viehzucht. Aber noch lange nicht umweltfreundlich an sich. Und hier spielt eben auch wieder die steigende Weltbevölkerung die Hauptrolle. Immer mehr Menschen müssen versorgt werden. Und in Schwellenländern wie China und Indien steigt das Pro-Kopf-Einkommen und damit auch die Nachfrage an hochwertigeren Lebensmitteln.
China beispielsweise importiert seit einigen Jahren Lebensmittel, die es vorher exportiert hat mit rasant steigender Tendenz, die über kurz oder lang auch hier zu drastischen Teuerungen führen wird, wie es bei Milcherzeugnissen bereits der Fall ist. Ergo muss in Zukunft wieder mehr landwirtschaftliche Fläche erschlossen werden, was in jedem Falle auch die Umwelt nachhaltig betreffen wird: Rodungen, Monokulturen, vermehrter Transportbedarf etc.pp.
Beispiel Indien:
"Der durchschnittliche Fleischkonsum der Inder: Pro Kopf 4,4 kg/Jahr
(Hier sind fleischessende Christen und Moslems eingerechnet.)
Der Fleischkonsum in Deutschland: Pro Kopf 61,5 kg/Jahr (2003)
• Es wird immer wieder behauptet, dass es viele Haustiere/Nutztiere nicht mehr gäbe, wenn alle Menschen Vegetarier wären. Indien hat aber statistisch die höchsten Tierbestände (Rinder/Schafe/Ziegen, Hühner etc.), obwohl die Inder Vegetarier sind und keine Tiere töten..."
D.h. die Inder essen kein Fleisch, exportieren aber Unmengen Tiere nach China.
Um das Ganze in einfach uns abstarkt in Relationen zu bringen und nur vier Werte zu nennen, versteht man schnell, was das bedeutet:
Die EU hat ca. 470 Millionen Einwohner, die USA 300 Millionen.
Also insgesamt 770 Leute im "alten Markt"
China hat 1,3 Mrd. Indien 1,2 Mrd., insgesamt 2,5 Mrd. Dieser neue Markt hat in ca. 20 Jahren den Lebensstandard, den wir jetzt haben.
man kann sich vorstellen, was das bedeutet: Zunächst extreme Teuerungsraten und in der Folge ein drastischer weitweiter Ausbau der landwirtschaftlichen Flächen. Und zwar logischer Weise zu Lasten der Fleischindustrie, deren Flächen für die Viehfuttererzeugung dann nämlich auch effizienter genutzt werden müssen, denn Getreideanbau ist in Hinsicht auf Kosten/Nutzen deutlich ertragreicher als Viehzucht und für einen heutigen Viehtüchter wird sich der Wechsel zu Getreide durch die gesteigerte Nachfrage in einigen Jahren lohnen
Selbst wenn alle Menschen Vegetarier würden, wird die Umwelt schon aufgrund der zunehmenden Weltbevölkerung, des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern und den Folgen auf dem Weltmarkt unausweichlich extremen Schaden nehmen. Sobald die Märkte in der EU und den USA daran nämlich Schaden nehmen werden, was unausweichlich ist, wird auch kein Geld für den Umweltschutz mehr fliessen, weil wir es uns nicht mehr leisten können werden.
Solche Entwicklungen werden also nicht im vergleichsweise gut aufgeklärten Europa entschieden (Biowaren haben im letzten Jahr in DE einen Zuwachs von 20% gehabt), sondern auf globaler Ebene.
Und bis China und Indien auf einem Kulturlevel angekommen sind, dass sich ernsthaft mit der Umwelt, geschweige denn dem Tierschutz auseinandersetzen wird, sind wir alle schon lange tot.