Ich habe lediglich meiner Meinung darüber kundgetan, dass man drei bereits überfahrere Katzen in einem Nebensatz nicht unkommentiert lasen sollte, oder so tun, als ob es sich um eine Art unvermeidliches Naturgesetz handeln würde.
Ich habe es nicht nur so dahingeschmissen..und seh es bestimmt nicht als Naturgesetz an.
Shania meine erste Katze...war uns zugelaufen. Plötzlich war sie in unserem Garten..abgemagert und doch so zutraulich. Ich setzte mich auf den Rasen und sie kroch auf meinen Schoß rollte sich ein und schlief dort drei Stunden. Ich hab stillgehalten..die ganze Zeit im Mai im Schneidersitz gesessen auf dem kalten Rasen und mich nicht getraut sie zu wecken.
Die ersten Versuche sie ins Haus zu locken scheiterten allerdings kläglich. Da wurde sie plötzlich zur Furie.. kratzte, biss. So ließen wir sie draussen, stellten ihr einen Korb mit Decke hin und jeden Morgen kam sie dort raus, streckte sich und forderte an der Haustür ihr Futter. Es dauerte bis Oktober bis wir sie davon überzeugen konnten zumindest die Nächte im Haus zu verbringen. Im Februar ließen wir sie kastrieren. Laut
Tierarzt sollte sie zwei Tage im Haus bleiben..es war der Horror und trotzdem haben wir 3 Tage sogar durchgehalten. Denn es war kalt und die Süße sollte doch mit ihrem kahlrasierten Bauch nicht frieren. Diese Freude als sie nach draussen durfte.. jeden Baum hoch, in den Schneeresten gewälzt, auf der Wiese ihre Kumpel getroffen.. ich hab an der Tür gestanden und geweint vor soviel Lebensfreude. Zwei Tage später kam sie auf meinen Pfiff hin Abends nicht nach Hause. Das erste Mal. Ich hab im Dunkeln gesucht, verzweifelt gerufen..nichts. Am Morgen fand ein Bekannter sie an der Strasse. Tot. Ich hab mir solche Vorwürfe gemacht weil ich dachte sie war wahrscheinlich auf der anderen Strassenseite als ich gepfiffen habe und wollte mich nicht warten lassen und ist losgestürmt. Es war ganz schrecklich... sie fehlte so. Und trotzdem bin ich der festen Überzeugung das Katzen ihr Leben nicht in Länge sondern daran messen ob sie glücklich waren. Und das war sie.
Ich hab alles weggeräumt, wollte nie wieder eine Katze. Das Gefühl hielt ein paar Wochen an. Und dann war es so leer. Morgends im Haus, im Garten. Dann der Bericht in der Zeitung..Tierheim platzt wieder mal aus allen Nähten im Katzenhaus. Also ich meinen Mann überzeugt und wir hin. Er wollte eine ältere Katze, die vielleicht schon etwas ruhiger ist und nicht mehr so rumstromert..vielleicht zufrieden ist mit unserem schönen Garten.
In das Katzenhaus und schwupp hatte ich eine kleine Katze auf dem Arm die sich festkrallte als ich sie wieder runtersetzen wollte. Da war es entschieden. Shakira zog bei uns ein.. eine Diva wie sie im Buche steht. Sie entwickelte sich prächtig, wurde groß und verprügelt stolz alle Nachbarskatzen. Lieb aber eigensinnig und eine Einzelgängerin. Ihr bester Freund ist der Haflinger auf der Weide vor unserem Haus. Ihr erster Weg morgends ist auf die Weide, Moritz begrüßen..sie geben sich Küsschen, Shakira reibt sich an seinem Bein..mir bleibt das Herz jedesmal stehen. Wenn Moritz sich mittags hinlegt kuschelt sie sich an seinen dicken Bauch..ganz eng an ihn. Sie spielt fangen mit seinem Schweif..sie lieben sich. Einmal hat er sie ausversehen getreten und ich bin mit ihr in die Tierklinik gerast. Eine schmerzhafte Prellung..mehr Gott sei Dank nicht. Zwei Tage Hausarrest. Tja..wir haben gedacht sie hätte daraus gelernt und es wäre vorbei mit der Freundschaft..Pustekuchen. Ihr erster Weg nach den zwei Tagen war der zu Moritz.
Dann reifte der Wunsch nach einer weiteren Katze. Woher? Tierheim? Zu der Zeit war die Katze unserer Bauern wieder mal trächtig und ich habe mir den Mund fusselig geredet das sie das arme Tier doch endlich kastrieren lassen. Habe angeboten die Kosten zu übernehmen. Aber erstmal war sie ja schon hochträchtig. Um es erträglicher zu machen habe ich jeden Tag hochwertiges Futter dorthingebracht damit sie wenigstens Satt wurde. Dann kamen die Kleinen. Ich konnte mich nicht entscheiden. Ging jeden Tag dorthin, mit Futter und viel Liebe und Streicheleinheiten im Gepäck. Letztendlich nahm ich als die Zeit reif war 2. Oscar und Lafee. Den Rest habe ich mitgeholfen zu vermitteln. Ich habe es nicht bereut. Die beiden waren sooo süß und spielten und tobten den ganzen Tag zusammen. Shakira ignorierte sie..wollte nichts mit ihnen zu tun haben. So war es ganz gut das sie sich hatten. Wo der eine war, war auch der andere. Nach ein paar Monaten im Frühjahr folgten die beiden dann Shakira durch die Katzenklappe nach draussen. Aber sie waren anders. Zwar neugierig, aber blieben meistens am Haus. Lafee hatte Angst vor allen lauten Geräuschen.. vor allen Dingen Autos und lief sofort wenn sie in der Ferne eins hörte durch die Katzenklappe wieder ins Haus. Shakira akzeptierte die beiden im Haus, aber draussen rannte sie hinter ihnen her..das war anscheinend mehr noch ihr Revier als das Haus.
Ostersamstag dann hat mein Mann die Katzen morgends früh rausgelassen.. Shakira jagte die beiden durch die Gegend. Zwei Stunden später dann wollte ich einkaufen fahren und seh Lafee auf der Einfahrt unserer Nachbarn liegen. Es mußte gerade passiert sein. Ich hab auf der Strasse gesessen, mein Gesicht in ihr weiches Fell gedrückt und nur geweint. Da sie immer so eine Angst hatte vor der Strasse und Autos denke ich das sie vor Shakira geflohen ist und in Panik auf die Strasse.
Oscar saß auf der anderen Strassenseite..zusammengekauert und verstört. Ich hab ihn auf den Arm genommen und ins Haus getragen..ich wollte ihn nie wieder raus lassen. Das ließ er nicht mit sich machen, aber seid dem Tag hab ich ihn nicht mehr in der Nähe der Strasse gesehen.
Er hat getrauert um seine Schwester. Tagsüber war es ok, aber nachts stand er mauzend vor unserer Schlafzimmertür. So war er die erste Katze die es in unser Bett geschafft hat. Ein paar Wochen später sah ich im internet das Bild der kleinen Norah Jones..Maine Coon. Das war schon immer mein Traum. Das Schicksal nahm seinen Lauf..aus nur mal anschauen wurde..in drei Wochen abholen. Nach kleinen Eingewöhnungsschwierigkeiten wurden NoJo und Oscar ein Dreamteam.
NoJo war nur im Haus. Am Anfang habe ich gedacht das er nach der Kastration auch mal raus soll. Aber ich habe festgestellt das die Züchterin mit vielem Recht hatte. Nämlich das nicht nur Aussehen gezüchtet wird, sondern auch Charaktereigenschaften. zum Beispiel ist er total zutraulich..auch Fremden gegenüber..wo Shakira sich draussen nicht mal von mir anpacken läßt.. und ihm fehlt jegliche Angst vor lauten Geräuschen..
Den ganzen Tag wartete er nur immer darauf das Oscar von seinen kurzen Streifzügen nach Hause kam.
Dann Silvester Morgen.. Mein Mann hat Oscar und Shakira sehr früh morgends als er um Fünf von der Arbeit kam rausgelassen. Kurze Zeit später kam Oscar wieder reingeschossen und versteckte sich unterm Sofa. Thomas meinte er hätte sich vielleicht mit den Nachbarskatern gezofft, was öfter vorkam. Oscar war ein kleiner, zierlicher Kater. Immer ein bischen trottelig. Er verstand nie das die anderen ihm vielleicht nicht so freundlich gesonnen waren. Aber da er flink war hat er nie was abbekommen. Ich hab ihn dann unter dem Sofa hervorgelockt und gesehen das er eine blutige Pfote hat. Also ab in die Tierklinik, obwohl es nicht so schlimm aussah. Aber ich bin da immer übervorsichtig. In der Klinik hieß es dann auch erst das er wahrscheinlich unter ein Auto gekommen ist und sich den Zeh gebrochen hat. Nicht schön, aber auch nicht soooo schlimm. Beim röntgen verlor er dann plötzlich Blut. Naja kurz..er hatte schwere innere Verletzungen und ich mußte ihn einschläfern lassen. Es war das schlimmste was ich in meinem bisherigen Leben machen mußte. Und ich wein immer noch oft um ihn.
Vor ein paar Wochen haben wir dann einen weiteren Maine Coon Kater zu NoJo geholt damit er nicht so allein ist im Haus. Die Terasse ist eingenetzt mittlerweile und die beiden genießen es draussen zu sein. Mein Traum ist ein Freigehege. Der Platz ist da und wir werden das wohl mal in Angriff nehmen.
Ich schreibe das alles damit ihr euch vielleicht ein Bild machen könnt von mir..das ich nicht so ein Unmensch bin wie hier dargestellt. Ich liebe meine Katzen und will das beste für sie.. und was das ist..das könnten sie uns wohl nur selbst erzählen...
Ich bin auf jeden Fall sehr traurig das ich hier so angegangen wurde wegen meiner Meinung und das mir zB gesagt wird das ich wahllos Nachschub hole..weil es ja so einfach auf dem Dorf ist.