[...] Nusspli ist diesbezüglich speziell, was die Ursache in seiner frühen Kindheit hat. Als er so 5/6 Wochen war, hat er sich (keiner weiß wie genau, evtl. beim Verschleppen durch die Uroma) den linken Oberschenkel gebrochen. Zur Behandlung gibt es in dem Alter leider nicht viele Optionen, da eine Narkose in dem Alter extrem riskant und ein Verschrauben des Oberschenkels in der Hauptwachstumsphase nicht wirklich sinnig ist. Also blieben nur "Nichtstun", was aber zu anderen Komplikationen hätte führen können oder die berühmt-berüchtigte Käfigruhe, in seinem Fall "Sturdiruhe". Auch wenn ich versucht habe, das so sozialverträglich wie möglich zu gestalten, ist bei dem Zimtstängchen einfach hängen geblieben, dass ich die böse Tante bin, die ihn davon abgehalten hat, die große weite Welt zu erkunden als genau die Zeit dafür war, die ihn von seinen Geschwistern und seiner Mama stundenweise getrennt hat und wenn er mir doch mal entwischt ist, ihn wieder zurück gesetzt hat. Das war nicht fein - für keinen von uns, aber notwendiges Übel.
So schön der Oberschenkel dank dieser Prozedur zusammen gewachsen ist, so wenig Vertrauen hatte der Bub danach zu mir bzw. Menschen. Immer Angst, man könnte ihn wieder "wegsperren".
Also immer schön in Hab-Acht-Stellung und nur so weit Vertrauen, dass sicher gestellt ist, dass man ihn nicht anfassen kann. Er kam durchaus zum Kuscheln, aber nur, wenn er sicher war, dass ich ihn nicht anfassen kann (gerne genommen ankuscheln zwischen Rücken und Sofalehne).
Irgendwie konnte ICH ihm diese Angst auch nie wieder nehmen. Das ist wirklich ein Frühkindliches Trauma ganz fest verknüpft mit meiner Person und darüber auch mit Menschen im Allgemeinen. [...]