Ich wusste zu jeder Zeit, worauf ich mich einließ, denn es wurde nichts verschwiegen, ich nicht mit "ach, sobald er im neuen Zuhause ist, legt sich das ganz schnell" (was man ja leider sehr oft von schlechten Quellen bei huschigen Katzen hört) abgespeist. Dank der offenen Karten hatte ich die richtige Einstellung und auch, wenn es mir natürlich alles VIIIIIEEEEEL zu langsam geht

, hat der Bub natürlich seine Zeit bekommen, hier in seinem Tempo anzukommen.
Aber ich gebe zu, dass ich schon auch mal mitunter gefrustet war, als es (scheinbar) so gar nicht voran ging und auch an mir, meinen Methoden und der ganzen Zusammenführung kurz gezweifelt habe und bin da auch sehr dankbar, immer wieder unterstützt worden zu sein. Wenn man immer ein offenes Ohr findet und einem der Züchter mit Rat und Tat zur Seite steht und man einfach auch einmal das Vertrauen in seine Erfahrung hat (wenn er sie denn hat

), dann kann das eine wirklich für alle Seiten sinnvolle Zusammenarbeit sein.
Ich verstehe aber auch, was bezüglich des nicht Befolgens der Ratschläge gemeint ist, wenn ich höre, man rät, eine ganz langsame Zusammenführung zu machen und der Neukatzenbesitzer macht z.B. nach zwei Tagen die Türen komplett auf und lässt das neue Tier nach einer Woche abholen, "weil es nicht funktioniert"

.Da könnte man für seine Tiere wirklich mehr als heulen und fragt sich, wieso Leute sich an im Vorfeld gemachte Absprachen nicht einfach einmal halten können - zum Wohle seiner Tiere.
Klar, das ist mitunter frustrierend, wenn man wieder einen vermeintlichen Rückschritt hat, aber wenn man immer gleich aufgibt, ist das einfach nicht fair dem Lebewesen gegenüber, für das man eine Verantwortung übernommen hat.
Aber im heutigen Zeitalter muss ja alles immer "jetzt sofort" sein, deshalb landen ja auch so viele beim Vermehrer, weil man da schnell und ohne viel Vorbereitung und dem Vorweisen, dass man sich Gedanken gemacht hat, sein vermeintlich perfektes Tier bekommt, dessen man sich, wenn es eben nicht "jetzt sofort" so funktioniert, wie man sich das wünscht, auch praktischerweise "jetzt sofort" wieder entledigen kann, weil man keinem Züchter Rechenschaft ablegen muss, was mit dem Tier passiert.
Nicht so, wenn man ein Tier eben aus einer verantwortungsvollen Quelle bekommt, da kann man selbst nach Jahren immer noch Unterstützung bekommen und im Fall der Fälle wirklich auf Hilfe hoffen und im äußerten Notfall kann das sogar mit der Rücknahme der Tiere enden (was man ja nie hofft...).
Leider wird aber auch das nicht immer in Anspruch genommen, da wird versucht, am Züchter vorbei die Tiere irgendwie zu vermitteln, damit man diesem ja keine Rechenschaft ablegen muss oder erklären muss, wieso das Tier in einem medizinisch absolut unterirdischen Zustand ist - ich kann jeden guten Züchter verstehen, wenn er da irgendwann aufgibt und bin sehr dankbar, dass es sie trotzdem noch gibt: Diejenigen, die auch nach Jahren noch jedes Tier obduzieren lassen (das ist auch für einen Züchter finanziell und emotional nicht immer einfach), Forschungsinstitute nerven, wenn sie etwas in den Linien vermuten, um diese eben gesund zu halten, kranke Tiere zurückholen und für viel Geld 'sanieren', ihnen wieder Vertrauen geben und ggf. sogar fremde Tiere aufnehmen, um ihnen den Weg ins
Tierheim zu ersparen, weil sie mit den eigenen zusammen gelebt haben.
Aber so etwas wird in der heutigen Gesellschaft immer weniger, da geht es mehr darum, einen guten Ruf zu haben/als 'Saubermann' dazustehen, ohne Fehler und Schwächen ("da war NIE ein Tier krank"- so ein Schwachsinn, in jeder Cattery werden Tiere krank, gibt es Probleme oder Dinge, die hätten besser anders laufen sollen, der Punkt ist, wie man damit umgeht, ob man es verschweigt und so tut, als wäre nie etwas gewesen oder ob man sich damit auseinandersetzt, um es für das nächste Mal zum Guten zu nutzen), Geld zu verdienen (viele Jungzüchter denken das leider tatsächlich immer noch), neue Rassen/Varietäten zu kreieren (wozu?! Klar, eine
OKH im Bengalenlook fände ich auch den Hammer, aber auf Kosten der Tiere [denn nichts anderes wäre ein solches Zuchtprogramm]? Nein, danke) oder Katzen zu vermehren, deren Äußeres zwar einem vermeintlichen Schönheitsideal entspricht, sie dadurch aber gesundheitlich massiv eingeschränkt sind.
Wer da den Mut und die Ausdauer hat, über Jahre SEINEN Weg zu gehen, sich weder von Neidern noch all dem Frust und dem Schmerz, den man erlebt (s.o.), wenn man sieht, wie mit seinen Tieren umgesprungen wird oder wenn einem so ein Tierchen trotz aller Bemühungen doch unter den Händen wegstirbt (und ja, man neben dem Schmerz auch auf einem Batzen Geld sitzen bleibt), abschrecken zu lassen, der gehört unterstützt, aber so jemand verschenkt seine Tiere eben nicht, knüpft die Abgabe an Bedingungen und das sind viele heute nicht mehr bereit, zu hinterfragen, zu akzeptieren und entsprechend zu handeln.
Gäbe es mehr solcher Züchter, wäre den Tieren und dem Tierschutz SEHR geholfen, aber da viele nicht mehr bereit sind, dafür dann auch zu zahlen oder sich an Vereinbarungen zu halten, müssen immer mehr dieser Züchter aufgeben, weil sie das Ganze finanziell und emotional nicht mehr stemmen können.
Um so schöner finde ich es, wenn man einen solchen Züchter gefunden hat und an seiner Seite weiß!