Du warst sehr tapfer. Es ist besser so, als den Kleinen leiden zu lassen. Ich glaube, die Tiere ahnen es auch irgendwie. Mein Kater war auch ganz ruhig beim Einschläfern, obwohl er sonst beim Tierarzt die halbe Einrichtung verwüstet hat. Ach Gott, das war eine furchtbare Geschichte, über die ich selbst 4 Jahre später nicht hinweg bin:
Ich wollte mit meinem Katerchen zu einer Routine-Impfung, der Tierarzt untersuchte ihn ein wenig und fragte, wie es ihm denn ginge (er war damals auch schon knapp 14 - was aber noch kein Katzenalter ist) und ich antwortete Wahrheitsgemäß, dass er in den letzten Wochen häufiger epileptische Anfälle hätte, die auch schwere ausgefallen sind, als die vorherigen (mein Katerchen hatte schon von kleinauf Epilepsie, hat aber immer gut damit gelebt).
Irgendwann meinte der Tierarzt, dass wir mal röntgen müssten, er hat einen Verdacht. Da wurde es mir schon ganz mulmig und ich hätte am liebsten geheult. Das Röntgenbild offenbarte dann auch das unvermeidliche: Mein Liebling hatte einen Tumor, der auf die Lunge drückt und die schweren Anfälle mit bedingt.
Der Tierarzt meinte dann, dass er eingeschläfert werden müsste und ich konnte mich gar nicht mehr beruhigen. Ich fragte dann, ob das nicht meine Eltern machen könnten, wenn sie von der Arbeit kommen (ich war in den Semesterferien alleine mit meinem Süßen beim Tierarzt), ich könne das nicht. Der Tierarzt erklärte mir, dass der Kater bei lebendigem Leibe erstickt und er ihn mir nicht mehr mitgeben könne und wolle, da er sich schon seit Tagen quält.
Ich hatte den letzten heftigen Anfall von Lexy erlebt und dachte dabei schon, dass er sterben würde und entschloss mich schweren Herzens, ihn einschläfern zu lassen. Das kam so unerwartet und ich war so fertig, dass mich die Tierarzt-Praxis erst einmal nicht mehr Auto fahren lassen wollte.
Im Nachhinein weiß ich, dass es das Beste war. Wäre an diesem Tag zufällig mein Vater mit ihm zum Impfen gefahren, hätte ich mich nicht einmal mehr verabschieden können. Seitdem habe ich aber eine Tierarzt-Phobie und gehe nur im äußersten Notfall alleine dorthin.