Gegensätzlichkeiten
Bei der Betrachtung der zahlreichen und unterschiedlichen Lebensformen auf unserem Planeten fällt einem auch ohne besondere Fachkentnisse auf, dass zumindest einzelne Prozesse in der Lebenserhaltung gleich oder fast ähnlich ablaufen. Nun möchte ich keineswegs in Form einer wissenschaftlichen Abhandlung die unmengen, sich ähnendeln biologischen Lebensabläufe der verschiedensten Kreaturen miteinander vergleichen, nein, darum geht es nicht. Die Thematik, die ich hier kurz umreißen möchte und die letztlich auf persönliche Beobachtungen beruhen, ist die Nahrungsaufnahme, ...natürlich bezogen auf unsere Fellnasen.
Das Ess- bzw. Fressverhalten ist ja -wie soll es auch anders sein- genauso vielfältig, artenreich und teilweise sonderlich, wie auch unterschiedliche Spezies unseren Lebensraum bereichern. (Wobei ich auf so manche Bereicherung verzichten könnte...) So auch unsere fussligen Vierbeiner, die je nach Charakter und mentaler Ausrichtung in verschiedenster Art und Weise den täglichen Energieaufwand mittels eiweißgeprägter Kost mehr oder minder ausgleichen. Dabei gewinnt man mitunter recht schnell den Eindruck, dass einzelne Exemplare diesen mehrfach ablaufenden Prozess zum eigentlichen Lebensinhalt auserkoren haben, wobei andere dieses alltägliche Ritual eher als lästig empfinden und es zur notwendigen Maßnahme degradieren. Wobei bemerkt werden soll, dass eine große und die überwiegende Mehrzahl an Lebewesen wohl dosiert und einfach nur mit Freude am Genuss in der Lage sind, dass eine mit dem anderen zu verbinden.
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Die gestreifte Ausführung -genannt Felix- ist da ein ganz besonderes Exemplar. Da er uns jeden Tag auf's neue unmissverständlich klar macht, dass sein Verdauungsapparat im Verhältnis zu den übrigen Funktionsträgern in seinem Körper wohl um eine Vielfaches an Größe zugelegt haben muss, gehört er wohl eher in die Kategorie "Lustfresser". Die teils penetrante Belagerung durch diesen überaus kräftigen Kerl bei derFutterzubereitung endet erst mit dem Abstellen des geforderten Behältnisses auf den eigens dafür vorgesehenen Platz-/Sabberdecken. Gepeinigt durch ein übermäßiges, permanent wirkendes Hungergefühl schaltet jegliches Feingefühl beim Erreichen der Futterstelle ab und geht kurzerhand in den Ruhestand. Der Kopf verschwindet schleckend und schmatzend in der Fressschale und teilweise ohne einmal abzusetzen verflüchtigt sich der Inhalt in den dunklen Weiten des monströsen Verdauungstaktes. Nicht wenige Fleischschnippsel im Umfeld des Napfes verweisen schließlichauf das vergangene Fressmassaker. Der Kerl frisst einfach um sein Leben!
Gezielt richtet sich nun sein Interesse auf das Gedeck seines Fellkollegen, was gleichermaßen für uns bedeutet, diesen in Sicherheit zu bringen.
Nicht anders beim Kredenzen etwaiger Leckereien. Die Tube mit Käsepaste hat es ihm hier besonders angetan. Beim Erreichen der winzigen Austrittsöffnung wird die Paste förmlich aus der Tube gelutscht. Ggf. wird mit Hilfe einer wehrhaften Fellsocke versucht, die Tube nicht allzu weit aus dem persönlichen Empfangsradius abgleiten zu lassen. Man kommt zweifellos zu der Annahme, dass das Kerlchen der Tube eine neues Gewinde verpassen möchte, oder gar mit zu fressen vermag. Die Schleckbegabung macht sich übrigens unsere kleinere, eher gefleckte Ausführung Namens Eddie bei passender Begabung zunutze, denn mit gesenktem Köpfchen lässt man sich dort abschlecken, wo aus anatomischer Sicht kein Rankommen ist.
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