Moin,
als Zahnarzthelferin in der Humanmedizin kann ich bei Katzen von der im Link erwähnten Kronenamputation nur abraten. Ein langwieriger und schmerzhafter Prozeß mit geringen Erfolgschancen. Ich denke, eine Katze kommt ohne Zahn besser klar als mit einem übrig gebliebenen Stummel.
Sorry, wenn ich den alten Thread noch mal hochholen muss, aber das ließ mir keine Ruhe.
Ich finde es schwierig, hier Vergleiche zur Humanzahnmedizin zu ziehen. So etwas wie FORL haben wir sehr selten bis gar nicht.
Bei einer Kronenamputation bleibt auch kein Stummel übrig. Sie wird nur dann durchgeführt, wenn die Wurzel bereits im Resorptionsprozess begriffen ist und gar nicht mehr gezogen werden könnte. Dann nimmt man das obere Stück vom Zahn ab, packt eine Schmerztablette drauf und näht das Ganze zu.
So kann der obere Teil des Zahnes nicht mehr zerbröseln oder abbrechen und zu einer (womöglich sogar Kiefer-) Entzündung führen. Die Wurzel löst sich im Zahnfleisch dann ziemlich schmerzfrei auf (wenn es so weit gekommen ist, dass man eine Kronenamputation machen muss, sind die größten Schmerzen eh schon vorbei).
Ist die Wurzel eines FORL-Zahnes noch so weit intakt, das sie problemlos gezogen werden kann, ist das natürlich der Weg, der gegangen werden sollte.
Um das zu entscheiden, muss aber geröntgt werden. Anders lässt sich das nicht feststellen.
Profilaktisch alle Zähne zu ziehen, empfiehlt sich bei FORL-Typ 1. Ist eigentlich sogar ein Muss, wenn man der Katze Schmerzen ersparen will. Bei Typ 2 ist das Ziehen aller Zähne oft einfach gar nicht möglich.
Ich würde jedem empfehlen, mit Katzen alle 2 Jahre zur Zahnkontrolle zu gehen. Ja, es ist teuer und aufwändig, aber das sind uns die kleinen Fellnasen doch wert, oder?