Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread)

Diskutiere Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) im Zucht und Genetik Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Ok, Linus hat bei beiden Vorderpfoten ganz gleichmäßig "sneakersöckchen"^^. Nur die Spitzen.
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #661
Ok, Linus hat bei beiden Vorderpfoten ganz gleichmäßig "sneakersöckchen"^^. Nur die Spitzen.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread)

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  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #662
Moin,

Nachdem ich erst im falschen Fred war, hier also nochmal:

Ich weiß ja, dass die Sache mit dem Scheckungsweiß noch nicht so erforscht ist. Aber vllt gibt es ja schon eine Antwort auf meine Frage.

Viele Katzen haben ja zB vorne weiße Handschuhe, hinten Stiefelchen bis zum "Knie" (was ja eig die Ferse ist).

Wie kommt es, dass das so viele Katzen haben? Also mal zB von Lastramis ausgehend.

Hier mal ein Handschuh von Quenti, sowas meine ich...

Also es ist eigentlich schon sehr gut erforscht, wie es zum Scheckungsweiß kommt, denn es handelt sich dabei um sog. Leuzismus - man weiß nur noch nicht ganz sicher, welches Gen oder welche Gene dafür verantwortlich sind, was für das "wie" jedoch ausnahmweise nicht so maßgeblich ist. Momentan deutet einiges darauf hin, dass bei der Hauskatze der sog. White-Locus (KIT-c, wissenschaftlich bezeichnet) für alle Formen "verantwortlich ist" - aber wie gesagt, ist das für die beantwortung deiner Frage nur am Rande relevant.

Also zum Leuzismus: Leuzismus bedeutet, es besteht ein Mangel an pigmentbildenden Zellen (Melanozyten). Unter diesen Mangel fällt ein komplettes Fehlen, wie bei einer reinweißen Katze (ausgenommen Albinos) oder ein teilweises Fehlen (jede Form des Scheckungsweiß). Jener Mangel entsteht entweder dadurch, dass die pigmentbildenen Zellen erst gar nicht gebildet werden können (was eigentlich immer letal ist - Tiere mit solchen Mutationen kommen meist nicht mal lebend auf die Welt), dass die Zellen sich nicht oder nur sehr teilweise teilen können oder, dass die Zellen nicht überlebensfähig sind bzw. nicht zu tatsächlich pigmentbildenden Zellen (also Melanozyten, die unreife sich-teilende Zellversion nennt man Melanoblasten) reifen können.

Hinter dem Scheckungsweiß und epistatischen/dominanten Weiß der Hauskatze steht eine der letzten beiden Ursachen - die Melanoblasten sind nicht alle (oder alle nicht) überlebensfähig bzw. sich fähig zu teilen . Damit lässt sich auch einfach erklären, wie es dazu kommt, dass Katzen mit Scheckungsweiß eigentlich immer weiße Pfötchen haben - das also die häufigste Form der Scheckungsweiß-Variante ist. Die noch unreifen pigmentbildenden Zellen entstehen beim Embryo etwa im Bereich der Wirbelsäule und beginnen sich auch von dort aus zu teilen. Zellen teilen sich entlang sog. Teilungspfade, also zwar zu einem gewissen Grad variabel, aber keineswegs willkürlich. Bei der Hauskatze kann man jene Teilungspfade sehr schön anhand des Mackerelmusters nachvollziehen. Ich hatte mal versucht die Teilung der Zellen schematisch darzustellen:

pigmentationPathwaykl.gif


Die Pfoten (zumindest die Haarzellen der Pfoten), sowie Brust und Bauch sind die letzten Körperstellen, die erreicht werden - d.h. es sind auch die ersten, die durch einen Mangel betroffen sind.

(Es gibt auch Formen des Scheckungsweiß, die nur bestimmte Körperregionen betreffen - also z.B. nur das Gesicht, obwohl die Beine ja eigentlich "entfernter liegen". Sowas liegt daran, dass am Teilungsprozess und der "Pfadleitung" eine Vielzahl weiterer Gene beteiligt sind. Der KIT-Locus wäre jedoch nicht eines solcher Gene - da bei der Hauskatze der Schwanz sehr früh vollständig mit pigmentbildenden Zellen versorgt wird, werden weiße Schwanzspitzen bei Katzen entweder durch ein anderes Gen oder aber polygen (also mit einer zusätzlichen Mutationen, neben einer White-Mutation) verursacht und kommen deshalb auch weitaus selten vor als bei Hunden z.B.)

Ich kann zwar den Anhang nicht sehen, kann dir aber sagen, dass Scheckungsweiß nicht zwingend etwas mit Handschühchen zu tun haben muss, denn die Birmchen haben ein Extragen - unabhängig vom Scheckungsweiß, das die Weißfärbung der Pfoten "regelt".
Soweit ich weiß ist's gar nicht nachgewiesen, dass es sich beim glove-Scheckungsweiß um ein anderes Gen handelt, oder? Eine andere Genform ist auch wahrscheinlicher als ein anderes Gen. Wie gesagt geht man seit der letzten Untersuchung ja wieder davon aus, wie einst, dass es sich um einen einzigen Genort handelt, bei allen Formen des Leuzismus: W (dominantes/epistatisches Weiß) w^s ("normales", variables Scheckungsweiß) w^h (high-white/harlequin) w^g (gloves) w (non-white)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #663
Ok das klingt einleuchtend. Danke für die Antwort!
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #664
Heißt in ganz ganz einfachen Worten für nicht-Genetiker: Die Farbe im Topf hat bei Linus einfach nicht gereicht, um die Pfötchen und den Brustfleck auch im Tigerlook erscheinen zu lassen?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #665
Heißt in ganz ganz einfachen Worten für nicht-Genetiker: Die Farbe im Topf hat bei Linus einfach nicht gereicht, um die Pfötchen und den Brustfleck auch im Tigerlookerscheinen zu lassen?
lol naja, eher: der Topf war nicht groß genug für genug Farbe :mrgreen:
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #666
Ok! Ich wüßte schon immer, das diese Kater ein Nimmersatt ist:)! Aber man kann nicht immer alles haben;-).
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #667
[...] Soweit ich weiß ist's gar nicht nachgewiesen, dass es sich beim glove-Scheckungsweiß um ein anderes Gen handelt, oder? Eine andere Genform ist auch wahrscheinlicher als ein anderes Gen. Wie gesagt geht man seit der letzten Untersuchung ja wieder davon aus, wie einst, dass es sich um einen einzigen Genort handelt, bei allen Formen des Leuzismus: W (dominantes/epistatisches Weiß) w^s ("normales", variables Scheckungsweiß) w^h (high-white/harlequin) w^g (gloves) w (non-white)

Ahh, o.k, das hatte ich dann wohl falsch in Erinnerung - Danke für den Hinweis!
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #668
ich hatte als junges mädel mal nen kater tabby mit weißem bauch und pfötchen (rosa nase und rosa fußsohlen)
mein Tiger (RIP) hatte dunkelrote nase und dunkle fußsohlen, und absolut kein weiß im fell, ging eher ins bräunliche.

meine 2 Jungs (schwarz /weiß und tabby) haben beide weiße pfötchen, hinten weiße stiefelchen , weißen bauch und weißes Mäulchen


also hatte mein Tiger nicht das scheckungsgen?
und haben dann alle Hellhäutigen katzen dieses gen, und die dunkelhäutigen nicht?
oder ist das zufall?
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #669
ich hatte als junges mädel mal nen kater tabby mit weißem bauch und pfötchen (rosa nase und rosa fußsohlen)
mein Tiger (RIP) hatte dunkelrote nase und dunkle fußsohlen, und absolut kein weiß im fell, ging eher ins bräunliche.

meine 2 Jungs (schwarz /weiß und tabby) haben beide weiße pfötchen, hinten weiße stiefelchen , weißen bauch und weißes Mäulchen


also hatte mein Tiger nicht das scheckungsgen?
und haben dann alle Hellhäutigen katzen dieses gen, und die dunkelhäutigen nicht?
oder ist das zufall?
Genau, dein Tiger hatte die Scheckungsgenform wohl nicht :)
Ich weiß nicht, ob ich deine zweite Frage nun richtig verstehe. Meinst du mit "hellhäutig" Katzen mit weißen Bereichen im Fell oder verdünntfarbene/rote Katzen? Scheckungsweiß ist auf jeden Fall völlig unabhängig von anderen Farbformen (wie Verdünnung oder Orange). Es muss aber nicht jeder weiße Fleck im Fell durch Scheckungsweiß verursacht worden sein. Auf der anderen Seite soll es auch Katzen geben, die tragen die Scheckungsweiß-Genform, ohne weiß gescheckt zu sein. Das sind aber alles Ausnahmen - als Grundregel kann man sich merken, dass alle Katzen, die weiße Abzeichen haben die Scheckungsweiß-Genform tragen und alle, die's nicht haben, das eben nicht tun.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #670
mit hellhäutig meinte ich die hautfarbe.
aber ich nehme jetzt mal an das alle hellhäutigen katzen auch weißanteil im fell haben???

oder hat jemand dunkelhäutige katzen mit weißem fellanteil?
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #671
Na das' mir schon klar, dass du die Hautfarbe mit "hellhäutig" meinst :mrgreen: Deshalb ist mir die Bezeichnung dunkel- und hellhäutig auch missverständnlich, denn rote & cremefarbene Katzen sind z.B. ebenso "hellhäutig" im Vergleich zu schwarzen Katzen (oder verdünntfarbene Katzen im Vergleich zu nicht-verdünntfarbenen Katzen). Du meinst bei "hellhäutig" also wohl nicht "heller pigmentiert", sondern pigmentlos?

In dem Fall, ja: dort, wo pigmentlose Haut ist, ist sehr wahrscheinlich auch pigmentloses Haar darüber. ABER: nicht überall dort, wo pigmentloses Haar ist, muss auch pigmentlose Haut darunter sein. Deshalb empfinde ich es als ratsamer nicht die Hautfarbe als Ausgangspunkt zu verwenden, sondern einfach die White-Mutation.

oder hat jemand dunkelhäutige katzen mit weißem fellanteil?
Ich denke nicht sonderlich viele Leute bekommen je die Haut ihrer Katzen zu sehen (mal Nacktkatzenbesitzer ausgeschlossen) oder schenken dessen Pigmentierung viel Aufmerksamkeit :)

Aber wo du schon fragst, ja, ich hab dir hier eine "dunkelhäutige" Katze mit weißem Fell:

chinchilla.jpg
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #672
danke für die erklärung, ich bin sehr neugierig, hab mich aber bisher noch nie so intensiv mit genetik bei katzen beschäftigt, ist aber ein interessantes thema.

ja die hautfarbe habe ich auch meist nur beim Tierarzt gesehen, wenn der Blutprobe abgenommen hat und rasiert hat.
mir fiel halt nur auf, das alle katzen die ich kenne mit weißanteil im fell helle pfoten haben, und daher kam ich ins grübeln.
keine falschen hoffnungen, es wird nicht meine letzte frage sein, werde mich damit gerne etwas später mehr auseinander sehten, wenn es mir wieder etwas besser geht.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #673
Aber wo du schon fragst, ja, ich hab dir hier eine "dunkelhäutige" Katze mit weißem Fell:

chinchilla.jpg

Sira ... ist das eine silver chinchilla? Oder eine weiße, die genetisch schwarz ist? (dann wäre die Augenfarbe ungewöhnlich)

mir fiel halt nur auf, das alle katzen die ich kenne mit weißanteil im fell helle pfoten haben, und daher kam ich ins grübeln.

Nicht nur die Pfoten auch der Nasenspiegel - aber nur wenn sie im Weiß liegen. Wenn eine Katze jetzt z.B. eine Pfote ohne Weiß hat, ist der Pfotenballen hier normalpigmentiert.

Ich hatte in meinem letzten Wurf zum ersten mal Lilac ... es hätte auch Fawn sein können. Da ich beide Farbe noch nie hatte, war ich mir mit der Farbbestimmung ziemlich unsicher - dann viel mir auf, dass eine Züchterfreundin meinte, am Pfotenballen Bzw. Nasenspiegel könnte man den Unterschied ganz locker sehen .... Tja - und meine Questi war im Farbton auch heller als ihr Bruder. Und siehe da: die Pfotenballen waren ganz zart rosa ... komplett anders als bei dem Bruder, so dass ich für 10 Minuten sicher war, sie wäre fawn :mrgreen::mrgreen::mrgreen:

Bis mir dann dämmerte, dass diese Katze:
02.jpg


Eben in absolut JEDER Farbe (bei der Weißverteilung) rosa Nasenspiegel und Pfotenballen hätte. :oops::oops:

Grüße,
Nic
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #674
Sira ... ist das eine silver chinchilla? Oder eine weiße, die genetisch schwarz ist? (dann wäre die Augenfarbe ungewöhnlich)

Die Katze oben ist eine black silver chinchilla. Alle aufgrund des epistatischen W-Gens weißen Katzen haben unabhängig von den sonstigen Genen auch unpigmentierte und deshalb rosa Haut.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #675
Die Katze oben ist eine black silver chinchilla. Alle aufgrund des epistatischen W-Gens weißen Katzen haben unabhängig von den sonstigen Genen auch unpigmentierte und deshalb rosa Haut.

Also hat das Silber keinen Effekt auf die Hautfarbe? Würde mir auch diese ganz unwissenschaftliche Beobachtung erklären: Unsere black-silver Somali liegt im Sommer gern stundenlang in der Sonne, ich habe mir schon Sorgen gemacht, wegen Sonnenbrandgefahr, aber mir dann gedacht, Silber ist ja nicht gleich Weiß, auch wenn es an manchen Stellen genau so aussieht. Unser rotgetigerter Hauskater dagegen bleibt nicht lange in der Sonne, wir sagen immer scherzhaft, dass er halt eher der keltische Typ ist.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #676
Nein, bei Silber/Smoke entspricht die Hautfarbe der Fellfarbe. Zumindest sollte das so sein. Es gibt auch bei Farben ohne Silber nicht so toll pigmentierte Katzen. Bei Silber ist ja nicht die Farbe selbst verändert, sondern das Timing der Pigmenteinlagerung im Haar.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #677
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #678
Hallo ihr Lieben,

ich hätte da auch mal wieder eine Frage.


Das ist Sammy:

16549301yx.jpg


16549302vf.jpg



So sieht Sammy etwas verwuschelt aus ;-):

16549328wr.jpg




Noch mal etwas näher:

16549339jc.jpg


16549341fm.jpg



Nun die Frage:

Ist das jetzt smoke?
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #679
jepp, smoke white ist dein Sammy :)
 
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