Oh je, welch harte Worte hier....
Natürlich habe auch ich Mitleid mit den beschriebenen "Bauernhofkatzen", da ich auch ein Katzenliebhaber, wie alle hier, bin.
Man sollte das aber den Hintergrund betrachten:
Auf Bauernhöfen befinden sich keine Katzen, um Liebhabertiere zu sein. Ein Bauer schafft sich auch keine Katze gezielt an, sondern die Streuner siedeln sich aufgrund des reichen Nahrungsangebotes (z. B. Mäuse in Getreidelagern) und der vielen Unterschlupfmöglichkeiten (z.B. Heuböden, Scheunen) von selbst an.
Ein Bauer hat eine andere Sichtweise in Bezug auf Tiere, die er auch haben muss, um wirtschaften zu können. Tiere sind für ihn Nutztiere und eben ein Wirtschaftsgut, das einer "Kosten-Leistungs-Rechnung" unterliegt. Deutlich gesagt: wenn eine Kuh nach der Geburt eines Kalbes dauerhaft kränkelt, kommt sie zum Schlachter. Das klingt hart, aber es wäre sonst für einen Bauern finanziell nicht tragbar. Die Tiere bilden seinen Lebensunterhalt.
Daher ist es auch nachvollziehbar, warum ein Bauer nicht die Katzen, die übrigens immer mehr werden wg. der "attraktiven" Lebensumstände, tierärztlich versorgen lässt. Wir alle wissen, wieviel Geld man beim Tierarzt lassen kann...
Auch hat der Bauer keinerlei Nutzen von den Katzen, sie nisten sich eben einfach bei ihm ein. Warum sollte jemand, der Tiere als Wirtschaftsgüter betrachtet, in ein Tier investieren, von dem er keinen Nutzen hat?! Er lässt die Katzen einfach Katzen sein und duldet sie. Den Rest überlässt er der natürlichen Selektion, wie sie auch bei Wildtieren üblich ist.Sicherlich gibt es auch manche, die Kitten "verschwinden" lassen, wenn sie sie finden...
Ich weiß, es klingt wirklich hart für uns. Und ich selbst bin auch nicht in der Lage, Tiere als Wirtschaftsgüter zu sehen. Aber ich finde es trotzdem unangemessen, den Bauern so extrem so verurteilen und dabei von Hass zu sprechen.