Hallo Tina,
Du glaubst gar nicht, wie gut ich Dich und Deine Ängste verstehen kann!!
Seit letzten Freitag geht mein „Baby“ (6 Monate) raus. Wir wohnen in einer ruhigen Wohnsiedlung am Feldrand (Spielstraße). Direkt hinter dem Haus befinden sich aneinandergrenzende Gärten und in der Nachbarschaft gibt es unzählige Katzen. Es war von Anfang an keine Frage für mich, dass ich sie raus lassen werde. Aber Sie die ersten Tage draussen rumlaufen zu sehen, hat mich doch an den Rand einer Panikattacke gebracht.... Andererseits hat es mich unendlich gefreut, sie so glücklich zu sehen. Die ersten Kontakte mit den Nachbarkatzen, Näschen in den Wind halten und ganz aufgeregt alles erkunden, ihre ausgelassenen Sprünge im Gras, das alles hat mich für die Angst entschädigt, die ich um sie habe und auch weiterhin haben werde! Trotz ruhiger Wohnlage müssen wir uns doch des Risikos bewußt sein, dass mal etwas passieren könnte. Aber ich frage mich dann immer, wie meine Katze entscheiden würde, wenn sie könnte und ich glaube nicht, dass sie ein „Leben hinter Gittern“ wählen würde. Trotz 130 m² im Haus hätte ich nicht das Gefühl, dass sie ohne Freigang wirklich glücklich ist.
Ich habe es jetzt in den ersten Tagen so gehalten, dass ich sie raus gelassen habe und „Blickkontakt“ gehalten habe. Das hat auch gut funktioniert, ich weiss nicht, was ich gemacht hätte, wenn sie aus meinem Blickfeld gelaufen wäre...? Hinter unserem Haus grenzen mehrere Gärten aneinander und dort hat sie sich aufgehalten. Gestern war ich dann schon mutiger und habe sie auch mal kurz aus den Augen gelassen. Sie war aber immer nur in der direkten Umgebung, d. h. in den Nachbargärten und auf einen kurzen Ruf hat sie sich immer „gemeldet“ (d. h. kurz „gegurrt“), so dass ich wußte, sie ist da.
Auf Dauer erwartet sie eine Katzenklappe, damit sie sich tagsüber nach Herzenslust draußen rumtreiben kann. Ich werde jetzt abwarten, wie sich der Freigang weiter gestaltet und dann so in 3-4 Wochen die Klappe tagsüber offen lassen, auch wenn ich nicht da bin. Ich versuche sie abends immer zur gleichen Uhrzeit zu füttern, so dass sie ab abends im Haus ist und habe vor, sie dann auch in Zukunft nachts drinnen zu lassen.
Es kommt wahrscheinlich auch darauf an, wie Deine beiden so von ihrem Charakter her sind, eher zurückhaltend und ängstlich? Meine Kleine ist sehr forsch und hat auch dem Nachbarkater schon eins auf die Nase gegeben, obwohl der ungefähr 3x so groß ist wie sie. Um eine solche Katze mache ich mir natürlich noch mehr Gedanken, weil sie eben keine Angst zu kennen scheint... Außer vor Autos, da huscht sie ganz schnell in „ihren“ Garten zurück...
Ich denke schon, dass sie sich anfangs an ihrer Mama orientieren, sie sind doch die ersten Tage vorsichtig. Gedanken müssen wir uns dann erst richtig in wenigen Wochen machen, wenn sie aus unserer näheren Umgebung verschwinden und wir evtl. mal etwas länger auf sie warten müssen...
Berichte mir doch mal, wie es bei Euch klappt...