Hallo zusammen,
nur ganz kurz, bevor ich auf'm Stuhl einschlafe, aber ich wollte Euch ja zeitnah auf dem Laufenden halten..
Heute Vormittag habe ich dann nochmal erneut mit Frau Taulien telefoniert. Leider ist mein Brief erst am Samstag bei ihr angekommen und lag daher noch bei dem Stapel der ungeöffneten Post. Sie käme auch frühestens am Donnerstag dazu sich Emmas Fell anzuschauen unabhängig wie arg/ ernst es um Emma steht.. Da Emma heute Mittag noch ein Termin in der TK bevorstand, bin ich mit ihr dann so verblieben, dass ich diesen Termin erstmal abwarte und mich dann nochmal mit ihr (bzw. ihrem AB) in Verbindung setze..
Gegen Mittag ist dann meine Mom mit Emma in die TK gefahren: Chefarzt-Behandlung..dank der direkten Kontaktaufnahme durch unsere Haus-TÄ haben wir einen Termin beim Chef-Onkologen und Mitinhaber der TK bekommen und sind "nicht an den Assistenzärzten hängen" geblieben.. Er hat sich ne gute Stunde Zeit gelassen um Emma kurz zu begutachten, einen kurzen Blick in die Unterlagen der TiHo Han. zu werfen und Muttern dann über das weitere Vorgehen abzustimmen.. Er hätte keine Bedenken, Emma einzuschläfern, andererseits sollte man niemals nie sagen.. Emmas Chancen seien zwar denkbar gering, er schätzt auf eine 1:9 Chance, dass eine Behandlung anschlägt und Emma noch ein paar Monate bei einigermaßen guter Lebensqualität schenken würde.
In Hannover haben sie uns gesagt, es gäbe kein Mittel (Chemo), dass bei Metastasen im Kopf/ Rückenmark wirken würde, weil bei Säugetieren eine Art "natürliche Schwelle" existieren würde, die Blutkreislauf und die Ströme im Hirn/Rückenmark voneinander trennen und filtern würde. Beim Menschen, wo nicht die Lebensqualität sondern grundsätzich das (über)leben im Mittelpunkt steht, würde man dann Chemo-Medikamente direkt ins Rückmark spritzen. Den Betroffenen würde es danach aber besonders dreckig gehen und das ist eine Behandlung, die keinem Tier zuzumuten wäre. Der Onkologe heute stimmte dem letzten Teil zu, aber es gäbe sehr wohl Medikamente, die von dieser Bio-Barriere nicht aufgehalten werden würden. Und solange man nicht sämtliche Wirkstoffgruppen gegeben hätte, besteht auch noch Hoffnung!
Wir haben uns daher entschlossen, bei Emma die medikamentöse Behandlung wieder aufzunehmen. Sie sollte daraufhin weiter untersucht werden, ich nehme mal an, dass sie die Niere ultraschallen und Blutwerte checken. Sie wollten in jedem Fall auch noch ein Röntgenbild der Lunge machen, da Emma irgendwie erschwert atmet.. Ferner sagte er, dass sie Emma schmerzmittel verabreichen wollen, schlechtestenfalles wäre es prophylaktisch.. sie wurde dann stationär aufgenommen.
Das war schon ganz schön komisch heute nach Hause zu kommen und keine Emma war da.. Hab mich deshalb auch gar nicht erst beeilt nach Hause zu kommen vonner Arbeit..
Der Doc sagte im Verlauf des Gespräches noch, dass ein Entfernen der entarteten Niere sinn- bzw. nutzlos wäre, da man im Körper überall Lymphknoten etc. hätte und sich die krankhaft veränderten Lymphomzellen überall dort verteilen würden.. (sinngemäß, ein gewisser "Stille-Post-Spiel" Effekt nicht ausgeschlossen, denn ich geb ja nur das wieder, was mir meine Mom erzählt hat). Umso überraschter war er, als Muttern ihm erzählte, dass seine Ärzte Emma die Niere entfernen wollten, nichts von einer anschließenden Chemo erwähnt haben (wäre ja auch aus Kostengründen mal interessant für den Patientenbesitzer gewesen) und auch keine Gewebe-/ Zellprobe vorher entnehmen wollten. Muttern hat ihn dann gebeten in den eigenen Unterlagen nochmal nachzuschauen bzw. mit der ursprünglich behandelnden TÄ zu sprechen..
So long.. bitte weiterhin alle kollektiv die Daumen drücken und glauben, dass Emma "die 1 von 10" ist..
LG Solveig