Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht

Diskutiere Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht im Neuankömmlinge Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo, ich habe seit zwei Jahren eine Katze (Lilly), die ich selbst aufgezogen habe und die sehr scheu ist gegenüber allem und jeden außer ihren...
  • Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht Beitrag #1
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Jumbine

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Hallo,
ich habe seit zwei Jahren eine Katze (Lilly), die ich selbst aufgezogen habe und die sehr scheu ist gegenüber allem und jeden außer ihren drei Bezugspersonen. Jetzt habe ich einen kleinen Kater (ca.10 Wochen) zur Gesellschaft geholt. Er ist sehr aufgeschlossen und verspielt. Die Alte zieht sich allerdings komplett zurück. Zuerst hat sie noch geknurrt und gejammert, jetzt zittert sie nur noch wie wild, wenn sie den kleinen nur sieht. Sie verkriecht sich nur noch im oberen Stockwerk und ist auch ihren Bezugspersonen über ganz misstrauisch geworden. Der Kleine dagegen würde auch auf die Alte zugehen, wenn sie ihn ließe. Zwar sind jetzt erst fünf Tage vergangen, aber die Alte lässt überhaupt keinen Kontakt zu. Es wäre schade, wenn ich den Kleinen wieder abgeben müsste. Hat jemand vielleicht einen guten Rat für mich? Das würde mir sehr weiterhelfen.
Liebe Grüße
 
  • Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht Beitrag #2
Hallo, das ist äußerst ungünstig.

Ich vermute, dass Lilly eine Handaufzucht war?
Und der kleine Kater ist auch noch nicht fertig sozialisiert.
 
  • Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht Beitrag #3
Ja genau, ich hab sie mit der Flasche aufgezogen. Sie traut sich nicht raus, obwohl sie die Möglichkeit bekommt und ist somit eine reine Hauskatze. Da wir viel Arbeiten, ist sie schonmal länger allein. Der Kater sollte ihr Gesellschaft leisten. Er kommt vom Bauernhof, ist andere Katze gewohnt und ganz zahm. Aber ich weiß einfach nicht, wie ich Lilly die Angst nehmen kann...
 
  • Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht Beitrag #4
Bitte versteh das, was ich dir jetzt schreibe, nicht als Angriff. Ich versuche nur, dir ein paar Informationen und auch Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Lilly hat als Handaufzucht wesentliche Teile der Prägung nicht von ihresgleichen erhalten können. Sie versteht kätzisch nicht richtig und muß es erst lernen.

Auch euer kleiner Kater ist früh von der Mutter weggenommen worden, aber es könnte, weil er mit vielen Katzen zusammengelebt hat, gerade für die Sozialisation gereicht haben. Lilly hat Angst, weil er noch jung und ungestüm ist. Und er versteht nicht, dass Lilly nicht kätzisch kann.

Stell dir vor, du wärst auf einmal in einem Raum mit einem wild geschminkten Häuptling in Festpracht, der nur seine Stammessprache spricht, allein. Da hättest du sicher auch Angst. :wink:

Dein kleiner Kater kennt es bisher so, dass andere Katzen positiv auf ihn reagiert haben. Und Lilly kennt andere Katzen nicht.

Wäre es evt. möglich, dass du noch ein zweites Zwergerl mit aufnimmst? Dann wäre Lilly nicht in Bedrängnis und Katerchen hätte einen gleichwertigen Spiel- und Raufkumpel.
Lilly könnte sich von zwei Zwergen sicher sehr viel abschauen und würde so nach und nach noch kätzisch lernen.

Ich weiß, wie schwer es mit Handaufzuchten sein kann. Habe selber einen Kater hier, der aber zum Glück von meinen Katzen noch etwas geformt werden konnte. Ok, die eine oder andere seltsame Verhaltensweise hat er, aber meine Katzen kennen ihn von klein auf und verstehen auch seine "Sprachfehler".
 
  • Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht Beitrag #5
Hey, erstmal danke, das hört sich alles ganz verständlich für mich an und in so eine Richtung habe ich, was Lilly angeht auch schon gedacht.
Leider stoße ich mit dem dritten Kätzchen hier auf großen Widerstand. Das ist also für unseren Haushalt leider keine Lösung mehr.
Andere Vorschläge gibt es nicht oder? Ich würds nämlich wirklich gern versuchen, dass der Kleine (er heißt übrigens Ferdinand) hier bleiben kann...

Liebe Grüße
 
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  • Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht Beitrag #6
Ich befürchte, dass der Kleine, wenn er nur mit Lilly zusammenlebt, viel Frust oder auch Aggressionen aufbauen wird. Das kann Jahre dauern, aber irgendwann wird es eskalieren. Oder ihr bekommt ein Pieselproblem. Oder eine der Katzen wird krank durch den permanten Stress des Nichtverstehens.

Es kann aber, je nach Charakter des Kleinen und von Lilly, auch gut gehen.

Ich gehe lieber vom worst case aus, denn dann kannst du dich darauf vorbereiten. Würde ich dir hier rosarot erzählen, wird schon werden, dann wärst du irgendwann überfordert. Lieber machst du dir Gedanken und rechnest mit Unannehmlichkeiten und wägst ab, ob du sie in Kauf nehmen und den Katzen zumuten möchtest, bevor du dann da stehst und verzweifelst.

Wobei du schreibst, dass Lilly auch Freigang haben könnte. Das würde wenigstens dem Zwerg gut tun, wenn er vollständig geimpft und kastriert ist.

Bedenke, dass du wahrscheinlich zwei Katzen haben wirst, die nebeneinander leben. Beobachte Lilly gut, ob sich ihr Verhalten ändert. Jetzt kann man noch nicht viel sagen, für sie ist es im Moment Stress. Aber vielleicht ist sie ja neugierig genug - bei aller Vorsicht - um sich auf den Zwerg einzulassen, auch wenn sie Sprachschwierigkeiten miteinander haben werden. Vorhersagen kann das aber leider keiner.

Ich drücke auf jeden Fall die Daumen, dass es ein gutes Zusammenleben werden wird.
 
  • Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht Beitrag #7
ich stimme mit Streunerhof überein.
Ich habe vor Jahrn auch den Anfängerfehler gemacht, aber zum Glück selbst schnell gesehen, dass meine Katze das nicht so toll fand und sofort ein Findelkind dazu adoptiert (lief mir sozusagen in die Arme) - wir wollten auch keine drei Katzen, aber es war wesenlich entspannter. Die beiden haben zusammen gekuschelt und gespielt und die ältere Katze kam wieder vor, nachdem sie merkte, dass sie in Ruhe gelassen wird. Bis heute können sich die beiden und die erste Katze nicht wirklich leiden, lassen sich aber meist in Ruhe - bis auf gelegentliche Sticheleien. Leben also nebeneinander her.
Keiner will dir eine dritte Katze aufschwatzen, aber intensive Gedanken und beobachten des Verhaltens deiner Erst-Katze sind wirklich wichtig, sonst bist du selbst auch unglücklich mit der Situation und das auf Dauer oder du gibst ihn doch später wieder ab, das wäre auch nicht schön.
 
  • Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht Beitrag #8
Also gut, dann kann ich damit rechnen, dass das bei den beiden eher ein schwieriges Spiel wird. Naja, keine Angst, ich lass mir schon keine weitere Katze aufschwatzen, kann mich nur nich gegen die restlichen Hausbewohner durchsetzen ;-)
Ich sehe mir das Verhalten jetzt erst nochmal ein paar Tage an. Gestern wurde mir der Tipp gegeben, Feliway oder Catitude zu benutzen, damit sie sich etwas entspannt. Aber ich weiß nicht, ob ich won dieser Lösung so sehr überzeugt bin. Hat einer von euch schon Erfahrung damit gemacht? Und würde es Lillys Problem, die Angst zu mindern, überhaupt helfen?
 
  • Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht Beitrag #9
Hi,

ich glaube du hast eine sehr sehr ungünstige Konstellation für eine Zusammenführung: Ältere, mit der Hand aufgezogene Katze und Katerbaby.
Wenn der Kleine erst noch richtig rüpelig wird, wird es für deine Katze vermutlich noch ätzender.

Du wolltest ja offenbar eine Gesellschaft für deine Katze holen, damit sie nicht so allein ist, wenn du nicht da bist. Was ist dabei rausgekommen? Die vorher recht scheue , aber vermutlich halbwegs zufriedene Katze hat nun enorm Stress, ist noch scheuer und zieht sich zurück. Also hast du ja eher das Gegensteil von dem erreicht, was du wolltest.

Ich frage mich auch, wie du auf die Idee gekommen bist, ein Kitten dazu zu holen?? Gerade bei deiner Katze wäre eine sehr sorgfältige Auswahl der Zweitkatze enorm wichtig gewesen. "Wird schon irgendwie hinhauen" ist da nicht. Da hättest du dich besser vorher richtig informiert. Z.B. hätte nach kurzem Stöbern hier im Forum schon klar werden müssen, dass die Kombination mehr als unglücklich ist. Warum wird immer erst gefragt, wenn es schon passiert ist?? Das regt mich ehrlich gesagt ziemlich auf.

War es nicht vielleicht so, dass du das Kitten sehr süss fandest und es aus dem Grunde dazu holtest? Das war ein - vermutlich unbewußtert - Fehler, der sich jetzt rächt. Daher solltest du diesen wieder gut machen. Das bist du deiner Katze irgendwie schuldig. Da du dir ja "offenbar keine zweite Katze hier aufschwatzen" lassen willst :roll:, wäre eine andere sinnvolle Möglichkeit, für den Kleinen ein anderes Zuhause zu suchen. Und dann für deine Katze eine passende Gesellschaft. So sind beide Katzen unglücklich. Deine Katze fühlt sich bedrängt und der Kleine hat niemandem zum Spielen, Toben und Kuscheln. :-( . Und es besteht ein nicht kleines Risiko, dass es auch so bleibt. Und dass Protestverhalten von beiden Katzen kommt - Tapeten, Möbel zerfetzen, Pieseln, usw.
Auch mit Feliway wird man dieses Problem vermutlich nicht lösen können. Es paßt einfach nicht zusammen. Vorgeschichte, Alter, Charakter ..... es spricht viel dafür, dass es nicht klappt.

Die beste Lösung wäre sicher ein zweites Kitten - wie oben schon beschrieben wurde. Aber das kommt ja nicht in Frage, daher sehe ich dann die Abgabe des Kleinen als die in diesem Fall sinnvollste Lösung an.
Jetzt ist er noch klein, da wird es nicht so schwer sein, ein passendes Heim zu finden. Auch wenn es dir vermutlich schwer fällt - aber willst du im worst case 15 - 20 Jahre 2 Katzen haben, die sich nicht mögen und bestenfalls ignorieren? Du wolltest deiner Katze was Gutes tun. Das war der Ausgangsgedanke. Greif ihn auf und handele im Sinne der beiden Katzen.

Gruß

kaba
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht Beitrag #10
Hey nochmal,
also zu meiner Verteidigung: der Kater wurde nicht einfach mitgenommen, weil er süß war. Haben die Zusammenführung längere Zeit geplant und so gut es geht vorbereitet, mit allen nötigen Utensilien (katzenklo, Fressnapf, Spielzeug etc.) und uns schlau gemacht, wie es am besten ablaufen sollte (Gerüche über Tücher verteilen, nicht direktes Aufeinanderprallen etc.). Zugegeben: es hat einfach nicht geklappt!
Trotzdem Danke nochmal für eure Tipps. Falls sich in den nächsten Tagen keine Änderung einstellt, wird der Kater in andere gute Hände gegeben. Auch diese Option hatten wir schon offengehalten, für den Fall, das solche Probleme auftreten.
Die Idee der Drittkatze ist ein guter Vorschlag und scheint für viele hier ein unproblematischer Vorgang zu sein, allerdings ist das in unserem Haushalt keine Alternative. Die weiteren Bewohner haben sich dagegen ausgesprochen aus Angst, dass Lilly sich noch weiter zurückzieht und bedrängt fühlt.

Und jetzt noch viele Grüße an alle Katzenkenner und -liebhaber
 
  • Alte Katze akzeptiert neuen kleinen Kater nicht Beitrag #11
Ich bin mir auch sicher, dass du für alle das Beste wolltest und willst - nur manchmal haut es halt nicht hin. :sad: Und ich finde es super, dass du da alle Möglichkeiten offen hälst. Schade, dass deine Mitbewohner nicht einsehen, dass die aus ihrer Sicht schlechte Lösung vermutlich die Beste wäre. Kannst du ihnen nicht dieses Geschreibsel mal zeigen?

Dass die Zusammenführung mit dem kleinen Kater nicht klappte, heißt allerdings ja nicht, dass deine Katze allein bleiben muss. Vielleicht würde es mit einem passenden Gegenstück (in etwa gleichalt, gut sozialisiert, ählicher Charakter/kein Haudegen) viel besser laufen. Eva vom Streunerhof kann dir da sicher wertvolle Tipps geben oder dir sogar einen Partner empfehlen. Sie hat Erfahrung für 10 ;-)

Wenn es also nicht besser werden sollte und der Kleine umzieht, wirf bitte nicht die Flinte ins Korn, was das Thema "Katzenkumpel" angeht. Wäre doch toll, wenn deine Kleine einen Kumpel bekäme, mit dem sie dann zufrieden leben könnte und der ihr hilft, ihre Scheu ein bisschen abzulegen.

Gruß

kaba
 
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