Hallo Frank,
es wäre ein super Weg, wenn die Zuchtverbände das so vorschreiben würden.
Aber:
Wie du siehst, hast du hier zwei Züchter, welche die
HCM-Problematik ernst nehmen und Wert darauf legen, nur mit
HCM-normal geschallten Tieren zu züchten,
und nicht einmal diese zwei können sich darauf einigen, welche Art Kardiologen nun dafür geeignet sind, diesen Schall auch durchzuführen.
Wobei ich ja das Problem darin sehe, dass es eben im Gegensatz zu den Hunden bei den Katzen keine zentrale Datenbank der Zuchtverbände gibt, in denen dann sowohl die Schallergebnisse von zertifizierten als auch die von vergleichbar qualifizierten Fachtierärzten (was im Umkehrschluss bedeutet, dass eben nicht JEDER Fachtierarzt zur Durchführung geeignet ist, sondern nur solche Fachtierärzte, die eine vergleichbare Qualifikation besitzen) sondern nur mehr oder weniger privat geführte Listen (pawpeds ist ja auch keine offizielle Organisation) und von daher muss man da halt in meinen Augen höhere Ansprüche an die Qualifikation des Untersuchers stellen als bei einer zentralen, unabhängigen Registrationsstelle wie im Falle der Hunde.
Des weiteren kannst du HD nicht mit
HCM vergleichen.
HD (Hüftgelenksdysplasie) ist in einem gewissen Alter gesichert zu diagnostizieren - oder eben nicht.
Sprich, ein Hund, der im Alter von (ich nehme ein beliebiges Alter) 10 Monaten im Röntgenbild keine HD aufweist, wird diese auch nicht mehr bis zum Alter von (ich nehme erneut ein beliebiges Alter) 4 oder 5 Jahren entwickeln.
Also reicht ein einmaliger Röntgenbefund aus, um sicher eine Aussage darüber zu treffen, ob dieser Hund diese Krankheit hat oder nicht.
HCM dagegen ist eine Krankheit, die nicht so einfach zu diagnostizieren ist UND die sich auch noch graduell entwickelt.
Das Problem ist eben, dass ein einzelner
HCM-Schall im Alter von (angenommen) einem Jahr durchaus einen normalen Befund ergeben kann, diese Katze dann aber bis zum Alter von zwei, drei, vier, fünf, sechs Jahren durchaus eine
HCM entwickeln kann!
Deshalb ist es wichtig, je nach Disposition der Katze (sprich Rasse bzw. verwandtschaftlicher Anlage) die Katze nicht nur einmal, sondern wiederholt, für die stärker betroffenen Maine Coon empfiehlt Pawpeds z.B. jährlich schallen zu lassen.
Für andere Rassen gibt es leider keine solchen Hinweise, ich habe mich persönlich aufgrund intensiver Beschäftigung mit der Thematik und entsprechend der Hinweise meines untersuchenden Kardiologen dafür entschieden, dass ich den
HCM-Schall bei meinen Katzen alle zwei Jahre durchführen lasse, da es sich um keine besonders dispositionierte Rasse handelt und auch um keine bisher auffällig gewordenen Linien in ihren Stammbäumen.
Wirklich gesichert könnte man nur mit Einträgen in Stammbäumen arbeiten, wenn man - da die erbliche
HCM sich ja im Alter von bis zu einschließlich 6 Jahren entwickelt - nur mit Katzen züchten würde, die 7 Jahre und älter sind.
Da sich dies aber aus der Sexualbiologie der Katzen heraus selbst verbietet, müssen wir als Züchter mit Hilfskonstruktionen arbeiten, die leider niemals eine Hundertprozentige Sicherheit geben können, sondern selbst beim größten finanziellen und ideellen Engagement doch immer nur eine ungenaue Annäherung an das gewünschte Ideal hervorbringen können.
Dies ist eine sehr frustrierende Situation für Züchter als auch Liebhaber, aber ich persönlich finde es immer noch besser, 70% Sicherheit zu erreichen, als 0% Sicherheit ohne Schalls.
Das wäre eine prima Idee - aber leider trauen sich die Vereine da nicht ran (weil sie Angst haben, das ihnen die Mitglieder flöten gehen). Es gibt inzwischen einige, die das vorschreiben ... allerdings ist es zum Teil noch sehr rassebeschränkt. Da wird die Untersuchung dann z.B. für Coonies, NFO und Briten vorgeschrieben.
Das ist für mich eine absolut halbe Sache ... in allen anderen Rassen ist es genauso wichtig. Und die Untersuchung wird z.B. - zumindest bei den Vereinen, von denen ich es weiß - nur einmalig gefordert und ist damit auch nur sehr gering aussagekräftig.
Es für Norwegische Waldkatzen vorzuschreiben, aber bspw. für Heilige Birma nicht, ist auch eine sehr willkürliche Entscheidung, die von keinerlei wissenschaftlichen Erkenntnissen getragen ist (wonach die Norwegische Waldkatze ebenso wie die Heilige Birma zu den durchschnittlich betroffenen Rassen gehören).
WENN es eine Beschränkung auf Rassen geben sollte, so müsste man sich da auf die wirklich vermehrt betroffenen "einschießen".
Ich zitiere mich mal selber:
Häufig von der HCM betroffene Rassen sind der Perser, die Maine Coon, Ragdoll, American Shorthair, Britisch Kurzhaar und Rex aber auch ganz normale Hauskatzen und Mixe. Seltener betroffen sind Siamesen, Burma und Abessinier. Alle anderen Katzenrassen, darunter die Norwegische Waldkatze, rangieren im Mittelfeld.
Wobei mir aktuell aus einem anderen Forum der Fall einer Heiligen Birma bekannt ist, wo die Besitzerin (Liebhaberin) von ihrer Züchterin kontaktiert wurde, sie solle die Katze bitte einem Tierkardiologen vorstellen da bei einem der unmittelbaren Vorfahren im Besitz der Züchterin
HCM diagnostiziert wurde.
Ergo wäre es durchaus angebracht, da wirklich ALLE Katzenrassen einzubeziehen.
Wenn man sich dann aber ansieht, dass die FiFé es nun, im Frühjahr 2011 endlich fertiggebracht hat, vorzuschreiben, dass alle Norwegischen Waldkatzen auf GSD-IV untersucht werden sollen...
...dann kann man sich lebhaft vorstellen, wie lange es brauchen wird, bis solche Organisationen sich in Sachen
HCM bewegen.