Das sehe ich eigentlich nicht so. Ich meine, nur weil ich einige Kritikpunkte anbringe, muß ich nicht gleich die Lösung zur Rettung der Welt in den Händen halten, um es mal etwas überspitzt zu formulieren. Dennoch möchte ich gerne einige Dinge nennen, die mir persönlich wichtig erscheinen.
Als erstes, nicht das ich den Zahlen misstrauen würde, aber dennoch bin ich der Meinung, daß es allerhöchste Zeit ist, endlich einmal offizielle Statistiken in Auftrag zu geben, woraus man bsw. ganz klar erkennen kann, wie viel Katzen es in Deutschland gibt, wie viel davon wirklich Hauskatzen in Wohnungshaltung oder Hauskatzen mit Freigang und wie viel wilde Streuner darunter sind.
Mit der Zählung von Streuner wirst Du echte Probleme bekommen, das ist nämlich aufgrund kätzischen Verhaltens und dem Misstrauen den Menschen gegenüber sehr schwer.
Bei uns an der Futterstelle, variiert die Zahl der pro Mahlzeit gesichteten Katzen zwischen 16 und 28. Davon sind 24 bekannt und von uns kastriert und bei den anderen kann keiner sagen, ob das immer die gleichen sind, oder ob es sogar Hauskatzen sind, die nur zum Essen vorbeischauen
Denn da die Katzenhaltung meines Wissenes in den letzten Jahrzehnten immer beliebter wurde und die Zahl der Katzen mit weit über 7 Millionen sogar die Anzahl der Hunde in Deutschland übersteigt, dürfte auch klar sein, daß damit natürlich auch automatisch die Probleme der ausgesetzen wilden Streuner zunehmen. Das liegt aber dann doch sicher nicht daran das die Menschen weniger Verantwortung gegenüber ihren Haustieren aufbringen sondern einfach an der zunehmenden Anzahl der Tierhaltung selbst.
Genau, und wenn es hier eine gesetzliche Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht gäbe, würde diese Verantwortung schon mal in einem höhren Mass übernommen werden müssen. Denn ein gekennzeichnetes Tier kann zurückgebracht oder die Kosten für Unterkunft und Verpflegung dem Halter berechnet werden.
Auf alle Fälle bin ich für eine generelle Änderung des Jagdrechtes. Die Tötung von Haustieren durch Jäger, egal ob wo sie sich auch immer aufhalten mögen, gehört kategorisch abgeschafft. Haus- und Grundstücksbesitzer sollten endlich mehr als bisher zur Verantwortung herangezogen werden, wenn es um wilde Streunerkolonien geht.
Ich kenne nur Grundstückbesitzer, die Streunerkatzen aus reiner Tierliebe und im Sinne des Tierschutz füttern und diese Menschen sind immer bemüht, die Streuner einzufangen und kastrieren zu lassen.
Und selbstverständlich müssen die Gemeinden auch endlich mehr in allgemeine Aufklärungsarbeit investieren um vor allen diejenigen Bürger zu erreichen, die sich eben nicht wie wir hier, freiwillig mit der Thematik Katzenhaltung beschäftigen und dies auf wirklich breiter Basis für die Masse der Bevölkerung.
Ich mache seit Jahren die Erfahrung, dass Aufklärungsarbeit bei denjenigen, die nicht aufgeklärt werden wollen, nichts bringt. Deswegen befürworte ich eine gesetzliche Regelung. Genauso wie das hier bereits angeführte Beispiel des Sicherheitsgurtes.
Desweiteren bin ich für eine bundesweite Vereinheitlichung bzw. Änderung des Nachbarschaftsrechtes welches bisher zum Teil in jeden Bundesland anderes ausfällt. Denn eigentlich sollte es doch auch darum gehen, die Haltung von Katzen generell sicherer zu machen. Dazu gehört auch bessere Gesetze und Verordnungen wenn es um den gesicherten Freigang geht. Bisher ist es so, daß noch nicht einmal sichere Katzenschutznetze auf Balkonen und Terrassen einklagbar sind.
Meinst Du damit, dass ein Mieter beim Vermieter einklagen darf, dass er ein Netz anbringen darf oder, dass Du als Nachbar die Sicherung des Balkones durch den Katzenhaltern einklagen kannst, egal ob der Vermieter das will oder nicht? Und wenn Du dafür plädierst, Sicherungen einklagen zu können, warum denn dann nicht die Kennzeichung und Kastration der Katzen. Gerade die Kastra ist doch schon mal ein ganz wichtiger Aspekt im Sinne der Sicherheit, weil die Horomone ausgeschaltet werden.
Und was die oft genannten Bauern betrifft, prinzipiell gibt es meines Erachtens doch gar nichts dagegen zu sagen, wenn ein Bauer auf seinen eigenen Grund und Boden eine ganze Katzenkolonie ansiedeln möchte.
Natürlich, solange er alle unkastrierten Katzen auf seinem Grund zurückhalten kann (ja ich weiß, die Katzen haben dann ein gesichtertes Grundstück beim Bauern :wink
und diese nicht fremde Katzen begatten. Die Probleme beginnen doch erst dann, wenn sich solche Leute natürlich nicht in der notwendigen Art und Weise um diese Tiere kümmern, wenn eben Katzen nicht geimpft und auch sonst in keiner Weise ärtzlich betreut werden, wenn Katzen elendig zu Grunde gehen und es niemand dort kümmert.
Und wenn sie sich ungehindert vermehren und der Bauer die Babies dann zuviel werden und er sie (ohne Narkose) ermordet. Dies ist meines Erachtens eindeutig ein Problem des Tierschutzgesetzes. Das heißt, selbiges sollte gerade in Bezug auf solche geduldeten oder bewußt gewollten wilden Streunerkolonien auf Privatgrundstücken in der Art geändert werden, daß man endlich mehr Möglichkeiten hat an die eigentlichen Verursacher heranzukommen.
Wie jetzt? Der Bauer darf sie ansiedeln, aber wenn was schief läuft muss er zahlen? Da kennst Du aber die Bauern schlecht.
Ok. ich bin mir bewußt das die Durchsetzbarkeit sicher schon bei minimalen Änderungen auf heftigen Widerstand stoßen würde. Aber notwendig wären einige dieser Schritte allemal.