Den Grund suchen, warum ein kastrierter Kater immer noch markiert. Definitiv ersteinmal.
Stimmt, diesbezüglich stimmen wir beide überein. Allerdings klingt das leichter als es in Wirlichkeit ist. Denn wer kann schon hinter die Gedanken einer Katze sehen. Wir haben irgendwann angefangen regelrecht Buch zu führen und so fielen uns nach und nach einige Übereinstimmungen auf. Aber ich habe ja auch nie etwas anderes gesagt.
Und ganz ehrlich: Wir haben es bei unserem alten markierenden Kater versucht mit dieser Weise (also runterdrücken und wer ist hier der Chef-Spielchen) - dieser Kater war sehr "wesensfest" um nicht zu sagen, einen Menschen hätte man Egomane genannt - und es hat nichts gebracht. Erst, nachdem wir den Grund rausgefunden haben - das Dauerpinkeln der anderen Katze und manchmal Protest, wenn er seinen Willen nicht bekommen hat - haben wir das Problem in den Griff bekommen.
Tja siehst Du ... das ist doch vielleicht schon mal ein wichtiger Hinweis für andere Katzenhalter. Den genauen Grund herauszufinden ist nunmal sehr schwer. Deshalb schreibe ich ja auch immer nur von "unseren Erfahrungen". Ich werd mich hüten das als allgemeingültiges Wissen zu verbreiten.
Nach langen Beobachten haben wir bei Floyd herausbekommen, das er dieses Verhalten teils aus Angst, teils wegen Dominanzgehabe macht. Er markierte immer um seine bevorzugten Lieblingsstellen herum oder rund um Türen oder wenigstens Orte, wo er eine Art Tür vermutet. So zum Beispiel die Haustür, einige Kellerfenster (aber immer nur zu Bereichen die außerhalb des Katzengartens liegen), ja sogar den Fernseher und einige Spiegel markiert. Spiegel sind Floyd bis auf den heutigen Tag nicht geheuer. Ebenso wie der Fernseher. Wobei Floyd manchmal dermaßen Angst hat, das er überhaupt nicht mehr derselbe zu sein scheint. Er rennt dann mit weit aufgerissenen Augen im gesamten Haus hin und her und macht den Eindruck als suchte er nach einen Artgenossen oder Rivalen.
Andererseits hatte Floyd vor allem Anfangs keinerlei Autorität akzeptiert. Wobei es mir nun wirklich nicht darum geht den Chef rauszukehren. Aber seit wir Floyd haben, herrscht bei uns der permanente Ausnahmezustand, sprich sämtliche Lebensmittel müssen permanent unter Verschluss gehalten werden. Und wenn trotz allen das Aalbrötchen plötzlich aus der Hand verschwindet und in Sekundenbruchteilen lediglich ein Kratzer zurückbleibt ist das schon etwas zu viel des Guten. Aber ab und an passiert es halt dennoch, das er mal ein Stück Schokolade erwischt. (Gestern wollte er glatt ein Stück "Fishermans Friend" lutschen, Salem übergibt sich schon fast beim Geruch) Dann heißt es schnell sein. Dazu drücke ich ihn flach auf den Boden, halte mit der rechten Hand seine Vorderpfötchen zusammen und greife mit der linken in sein Mäulchen und hole das Stück wieder heraus. Wer aber nun denkt, das diese Prozedur ihm irgendwie Angst gemacht haben würde, der irrt gewaltig. Schon kurz danach köpfelt er wieder, nach dem Motto... einen Versuch war's wert und schläft seit Jahren bei mir im Arm unter der Bettdecke ein.
Deshalb kann ich es immer nur wiederholen. Ich finde, man sollte Katzen nicht verallgemeinern. Übrigens ist das Problem mit Floyd schon sehr viel besser geworden. Er versucht zwar nach wir vor zu klauen, aber er hat begriffen, daß es gewisse Regeln gibt, die auch unter Katzen gelten. Ich meine, auch eine Katze kann nicht einfach ungestraft ein fremdes Revier betreten und dort womöglich nach Mäusen jagen. Auch bei Katzen gibt es strenge Gesetze die es strikt zu befolgen gilt. Ich sehe nicht ein, weshalb die gleichen Katzen diese Regeln ausgerechnet bei ihren Dosis nicht zu befolgen brauchen.
Mal abgesehen davon immer noch: Am Nacken hochheben ist saugefährlich. Und das ist das, was hier beschrieben, verbreitet und wahrscheinlich praktiziert wird.
Jepp ... deshalb steht ja auch geschrieben, daß man eine Hand unterstützend unter den Pfötchen halten sollte. Anders ginge es meiner Meinung nach auch gar nicht, da erwachsene Katzen schließlich keine Kittenstarre mehr haben und mit einigen Kilo ja auch nicht wenig Gewicht auf die Wage bringen.