Liebe Gunda, ich kann dich so gut verstehen.

Ich habe oft die gleichen Zweifel, ich hatte sie auch bei Merlin, der ja dann doch noch gestorben ist. Manchmal denke ich eine richtige Diagnose hätte ihn vielleicht retten können, aber ich konnte die zwei- bis dreihundert Euro nicht auftreiben und mache mir auch noch Vorwürfe nicht alles versucht zu haben. Mehr war zu dem Zeitpunkt leider nicht machbar.:-(
Dann der sinnlose Tod von Micky, das hat mich auch mehr mitgenommen, als ich je geglaubt hätte. Ich habe jetzt noch manchmal Tränen wenn ich zur Futterstelle gehe und an ihn denke.
Ich bin dann emotional fast in ein tiefes Loch gefallen und musste doch weitermachen. Auch bei Merle habe ich mich oft gefragt, ob es richtig war, sie nicht mehr an der Futterstelle auszusetzen. Jetzt denke ich es war ein Glück für die kleine Katze und die Chance ihres Lebens.
Selbst bei der dreibeinigen Madita habe ich manchmal Zweifel ob es gut für diese Katze ist sie einfach in eine andere Umgebung zu bringen, bin aber auch sehr froh, dass sie die Chance auf ein behütetes Leben bekommt.
Wenn ich nur daran denke, dass wir die Schlafplätze für die Katzen alle wieder entfernen mussten, packt mich die Wut. Wie können Menschen nur so sein?
Mit den Zweifeln an unserm Tun müssen wir leben und ich würde immer noch alles tun um einem Tier zu helfen. Tierschutzvereine sind da ja oft viel schneller mit dem Einschläfern.
Ihr habt richtig gehandelt und alles versucht, manchmal muss man damit leben nicht mehr tun zu können. Es ist gut, dass du eine Pause machst und vielleicht etwas Abstand bekommst und denke mal daran wie vielen Katzen du schon geholfen hast.
Und dann hast du ja auch noch deine eigenen Katzen, das waren doch teilweise Streuner die bei dir ein Zuhause gefunden haben, die brauchen dich auch und freuen sich über ein paar Streicheleinheiten mehr.