Aber insofern haben die Farbbezeichnungen dann doch mit Genetik zu tun, als nämlich der übliche Gencode (ok: das bisschen vom Genom, was bisher entschlüsselt ist ) bei den verschiedenen black-tabbys identisch ist.
Nämlich A- B- C- D- ii .... usw. Die Unterschiede werden ja durch Polygene verursacht, die im eben nicht im Code fassbar sind.
Na jetzt les doch nochmal, was ich im zweiten Absatz ab etwa der Hälfte geschrieben hatte :smile: Dir ist doch unabhängig davon bestimmt auch schon aufgefallen, dass gerade die Genformen, die im „üblichen Gencode“ erwähnt werden, mit einer anerkannten Farbe in Verbindung stehen? Warum denkst du, ist das so? Nicht etwa, weil nur die Genformen
monogen wären oder zu Merkmalen führen würden oder weil die Anerkennung der Farben abhängig von Genetik gemacht werden würden... sondern ganz einfach, weil die Farben schon vor den jeweiligen Gentests entstanden (teilweise lange Zeit davor) und benannt wurden und im Nachhinein dann geforscht wurde, was denn hinter diesen Farben überhaupt steckt. Wann
Agouti identifiziert wurde, weiß ich jetzt nicht auswendig aber nicht vor Ende des 20., Brown und Colouration wurde 2005 identifiziert, Dense/
Dilute 2006... die Farbbezeichnungen gab's aber alle schon vorher, soviel dazu. Das Gen hinter
Silber hat man noch nichtmal identifiziert, so gesehen ist es auch noch quasi-hypothetisch, könnte also auch sein, dass es mehrere Genorte gibt, die zu einem Silberfarbschlag führen (zwar nicht so wahrscheinlich, da der ungefähre Genort anhand einer nicht nähers verwanden Katzenpopulation schon bestimmt wurde, dennoch nicht unmöglich). So wie es mehrere Genorte geben könnte, die zu rot, weiß oder Scheckungsweiß führen, da man bei den Merkmalen auch noch nicht weiß, welche Gene sie bewirken – trotzdem tauchen sie im „Gencode“ auf aber eben nicht aus Wissenschaftlichkeit. Genauso könnte man also
Rufismus im Gencode erwähnen –
ticked ist schließlich auch
polygen und wird genannt (übrigens gibt’s kein
Polygen, es gibt nur
Polygenie als Substantiv). Dass
Rufismus oder Eumelanismus immer auf
Polygenie zurückzuführen sei stimmt nicht, ich könnte dir eine Reihe Verpaarungen zeigen, bei denen ganz deutlich ist, dass jener
Rufismus ganz klar
monogen und dominant im
Erbgang ist – dass es dann noch Modifier gibt ist klar aber bei jedem Farbschlag gibt’s Modifier, sonst gäb's ja auch keine „gute“ oder „schlechte“ Farben.
Das sind jetzt aber keine black-tabbys .... Leeroy ist chocolate-tabby (oder cin?) und Zazou kann ich jetzt so nicht identifizieren.
Natürlich sind das keine black tabbies, ich hatte die zwei doch auch den black tabbies gegenübergestellt. Leeroy ist ein
cinnamon tabby und Zazou ein
golden shaded und die zwei Farben ähneln sich in meinen Augen eben optisch mehr als jene black tabbies.
Zwecks der
Musterung bei
golden tabbies: Typisch
golden ist ja, dass das schwarze
Eumelanin nicht nur aus dem gebänderten Haar verschwindet, sondern auch aus dem Muster und dabei im Gegensatz zum
Amber-Farbschlag nicht durch
Phäomelanin ersetzt wird, sondern unter verminderter Pigmentdichte durch ein braunes bis hellbraunes
Eumelanin, wodurch das klassische blass-sandige
golden shaded mit blassbeigem bis weißem Kragen und ebenso heller Körperunterseite entsteht. Ist die Katze zusätzlich rufistisch oder hat eine gesteigerte Pigmentbildung, wie das in den meisten
Golden-Zuchten angestrebt wird, reichen die Farbnuancen von einem satten
golden bis zum leuchtenden gelborange. Das sonst einfarbig schwarze Haar kippt bandweise farblich ins graubraune bis hellgelbe über wodurch die
Musterung optisch verschwindet - bei einer
shaded bleibt nur die Haarspitze dunkel getippt (
Bild), bei einer
golden tabby ist das Muster zwar aufgehellt aber noch sichtbar (
Bild). Im Gegensatz zum
Amber-Farbschlag sind auch die Augpigmente vom "
Eumelanin-Schwund" betroffen, weswegen viele
golden shadeds grüne bis türkisfarbene Augen haben (wie
das Mädel) .
Golden ist
polygen (aber nicht
rezessiv), wie man durch Farbfremdkreuzungen festgestellt hat, und deshalb gibt es auch ein relativ großes Durcheinander was die Farbnunancen anbelangt. So laufen auch Katzen offiziell als
golden tabby, die eher wie die typisch rufistische Katze aussehen ... da es aber ja in vielen Vereinen hier kein brown
tabby gibt, find ich's nun nicht schlimm, wenn sie eher zur
golden als zur black
tabby Kategorie gezählt werden. Zumal sie, insofern sie aus
Golden-Linien stammen, im Gegensatz zu einer "normal" rufistischen Katze je nach Partner "richtig" goldenen Nachwuchs hervorbringen können (weshalb
Golden-Züchter oft von
Golden-
Träger sprechen)... ich persönlich unterscheid dann eben gerne zwischen black
golden tabby und
golden tabby, weil ich dir in dem Sinne zustimme, als dass die erste Farbangabe Aussage über die Musterfarbe machen sollte. Der Unterschied zur
cinnamon oder
chocolate tabby ist natürlich der, dass
golden tabbies kein einheitlich gefärbtes Muster besitzen (wenn sie eines haben), aber eben auch kein schwarzes. Demnach kann die Grundfarbe nach deiner eigenen Logik auch nicht schwarz sein.
Dein "genetische Farbe"-Argument geht übrigens eh nicht auf: Eine graue Katze ist genetisch genauso viel oder wenig schwarz wie eine
golden tabby. Sollte
golden ein B, Mc1R, MSH oder A-Modifier sein, wäre sie genetisch sogar weniger schwarz als eine graue Katze, da die
Eumelanin-Produktion bei grauen Katzen nicht gestört ist, es ist nur die Pigment/Melanosomeinlagerung betroffen. Aber abgesehen davon ist eine black
tabby immernoch wenn dann genetisch sowohl schwarz als auch gelb...
Mein "Problem" hat jetzt an sich nichts mit Katzen zu tun. Ich bin von Haus aus Gestalterin - und in der Farbenlehre ist die "Grundfarbe" immer die Hintergrundfarbe ... und darauf sitzt ein Muster...
Also wenn ich mich jetzt so an Farblehre zurückerinnere, dann hieß es da, dass Grundfarben diejenigen Farben seien, die zum Mischen genommen werden. Sogesehen ist schwarz schon eine Grundfarbe...bei einer black
tabby gibt es dann aber eben noch die zweite Grundfarbe gelb... wenn's das ist, was dich stört, dann ja, das stört mich auch schon immer, dass behauptet wird, die Grundfarbe einer black
tabby sei nur schwarz...man nehme schwarz weg (msh oder mc1r) und die Katze ist rot. Man nehme Rot weg (
Agouti) und die Katze ist schwarz. Also Grundfarben schwarz und rot. Huhu Logik...
Wenn ich jetzt eine black-silber-tabby habe, hat sie ein schwarzes Muster auf silbernem Grund ... aber ihre "Grundfarbe (genetisch) ist Schwarz ... das ist jetzt ein rein sprachliches Problem.
Wenn du Grundfarbe wörtlich nehmen magst, dann orientiere dich doch an der
Grundfarbe, also der Hautfarbe (Nasenlederrand), dann wäre das sprachliche Problem doch behoben? Nein? Ok :mrgreen: