Liebe Nancy und Mennemaus,
danke ihr Lieben, ja es stimmt das weinen und reden hilft und ich merke wie wichtig es ist, auch das schreiben.
So viele Gefühle, die schuldgefühle, der Hass auf die Klinik, das Herz rast und dieses Gefühl fremd im eigenen Körper zu sein, so weit weg, so entwurzelt. Wenn meine Wohnung nun abbrennen würde, dann wäre es egal, alles was ich hatte, war Miky, was wirklich wichtig war. Alles andere ist so ersetzbar. Sie war meine Familie, mein Halt. Ich weiß es klingt ja vielleicht übertrieben oder in euren Augen villeicht gestört, aber ich hatte nie ein Gefühl zuhause zu sein. Meine Familie war so kaputt und alles was immer gut war, seit ich 16 war und Miky zu mir kam, war sie. Mit ihr war ich eine eigene Familie, alles war so einfach. Der Umzug in die erste eigene Wohnung, das Treffen von Entscheidungen. Da war niemand, den ich fragen konnte, kein Ansprechpartner, keine Eltern, die dafür da waren, aber ich hatte mich und Miky.
Jetzt wo ich so viel älter bin, hatte sich vieles geändert, das Verhältnis zu den Eltern, ich stehe im Leben, bin erfolgreich, habe eine schöne Partnerschaft, aber trotzdem blieb weiterhin Miky das wichtigste im Leben. Der ganze Alltag drehte sich um unser Leben. Selbst mein Freund liebt sie so, sie war wie unser Kind. Und nun ist sie weg. Wenn ich könnte, würde ich mich nun einfach auflösen. Einfach gehen, denn alles ist leer, keine Wurzeln, keine Bindung die je so eng war, sie war ein Teil von mir, nun bin ich nicht mehr ganz nun bin ich nur noch halb.