Hallo zusammen,
wir haben große Probleme bei der Zusammenführung von 2 Katzendamen und sind für jede Anregung und Hilfestellung dankbar. Ich versuche das Ganze mal umfassend zu schildern ...
Erstkatze ist Frida. Sie ist 11 Jahre alt, kastriert, etwas übergewichtig, aber ansonsten gesund. Sie hätte die Möglichkeit auf Freigang (Erdgeschoss, Fenster mit Kletterhilfe), aber seit etwa 2-3 Jahren interessiert sie das nicht mehr so sehr. Sie ist lieber zu Hause. Im Sommer geht sie ab und an mal mit uns auf die Wiese vor dem Haus und lümmelt herum. Meist aber nur 10-20 Minuten, danach will sie wieder rein. Sie ist noch verspielt, aber die meiste Zeit verbringt sie kuschelnd auf dem Bett oder der Couch. Frida ist erst seit ca. 6 Jahren alleinige Katze. Vorher hat sie sich unser Zuhause mit einem Kater und einer weiteren Katze geteilt. Die drei waren nie beste Freunde, aber man kam miteinander aus. Seitdem die beiden anderen verstorben sind, ist Frida - wie gesagt - Einzelkatze.
Jetzt der Neuzugang:
Smilla ist 1,5 Jahre alt. Kastriert, verspielt und verschmust. Sie hat in ihrem kurzen Leben bereits 4 verschiedene Besitzer gehabt- wir sind das 5. Zuhause. :-( Die letzten Besitzer (Bekannte von uns) hatten sie nur vorübergehend in Pflege und mussten/wollten sie zu einem fixen Datum abgeben. Wir haben versucht, ein neues Zuhause für sie zu finden, aber das ist uns leider nicht gelungen. Wir haben dann beschlossen, Smilla zu uns zu nehmen und eine Zusammenführung zu versuchen, weil Frida ja früher auch mit anderen Katzen klar kam. Hinzu kommt, dass Smilla sich wohl in Zuhause Nr. 3 von 2 Katern hat drangsalieren lassen und völlig verschüchtert nur in einem Raum gesessen haben soll. Wir haben deswegen gedacht, dass eine eher ängstliche Katze bei Frida bessere Chancen hat, weil auch unsere ältere Dame eher zurückhaltend ist.
In den ersten 2 Wochen sah auch alles ganz gut aus. Wir haben für Smilla unsere Küche als Rückzugsort "hergerichtet" - Klo, Kratzbaum, Futter etc. Am ersten Tag hatten wir die Tür zu. Danach haben wir die Tür angelehnt und innerhalb von 3-4 Tagen hat sich Smilla immer mal wieder ins Wohnzimmer getraut. Kurze Ausflüge, aber immerhin. Frida hat sich zu dem Zeitpunkt noch völlig frei in der Wohnung bewegt und hat auch in der Küche gefressen, obwohl Smilla auch dort fraß. Frida hat ein wenig geknurrt und gefaucht, aber mehr ist nicht passiert. In den folgenen 2 Wochen wurde die Situation leider schlechter statt besser. Smilla hat mehr und mehr die Wohnung erkundet und bewegt sich angstfrei in allen Zimmern. Im Gegensatz dazu hat Frida sich immer mehr zurückgezogen. Hat viel mehr geknurrt und gefaucht, wild gespuckt und ist vor Smilla weggelaufen. Schlussendlich hat Frida ab Woche 4 nur noch im Schlafzimmer gesessen und hat sich nicht mehr raus getraut. Nicht auf's Klo, nicht in die Küche zum Fressen. Insgesamt sind nun 5 Wochen vergangen und Frida "haust" inzwischen fast nur noch in der "Kiste" ihres Kratzbaums im Schlafzimmer. Nachdem sie einmal sogar in diese Kiste gepinkelt hat, haben wir das Klo ins Schlafzimmer gstellt (was vermutlich falsch ist!?). Auf den rat einer Verhaltenstherapeutin hin haben wir dann angefangen beide Katzen im Schlafzimmer zu füttern. Das funktioniert aber nur bedingt gut. Frida kommt zwar aus der Kiste, aber nur sehr sehr widerwillig und nur mit dem halben Körper. Steht der Futternapf weiter weg, kommt sie nicht raus. Zum Pinkeln schafft sie alle 24 Stunden mal in einem unbeoachteten Moment. Seit 4 Tagen aber z. B. hat sich keinen Kot abgesetzt. Ich vermute, dass das große Geschäft einfach zu lange dauert und sie Angst hat, so lange außerhalb der Kiste zu sein. Fakt ist, dass Smilla alles beobachtet, was Frida macht und sofort losstürmt, wenn Frida sich bewegt. Ich kann nicht beurteilen, ob sie spielen will oder aggressiv ist. Sie knurrt und faucht nicht, Frida umso mehr. Frida schlägt auch aus der Kiste heraus, weil sie Panik hat. Wenn die Schlafzimmertür mal für ein paar Stunden zu ist und Frida Smilla eine Weile nicht sieht, kommt sie raus und legt sich auch mal auf die Fensterbank. Aber das ist undenkbar, wenn Smilla im Raum ist.
Wir haben übrigens von Anfang an Feliway verwendet (2 Stecker), haben versucht mit Rescue-Tropfen, Baldrian und Katzenminze die Situation aufzulockern, aber das alles hat bisher nicht funktioniert. Richtigen körperlichen Kontakt hat es zwischen den beiden Katzen noch nicht gegeben - außer dem Schlagen von Frida aus der Box heraus.
Wenn Smilla nicht in der Nähe ist, lässt sich Frida von uns streicheln und reibt ihr Köpfchen an uns, leckt uns ab. Wenn die neue Katze aber in der Nähe ist, können wir Frida nicht anfassen. Sie faucht, kratzt und beißt.
Nun hat die Therapeutin empfohlen, Konstitutionsmittel auszuprobieren. Ich verstehe darunter Bachblüten, richtig? Das könnten wir nächste Woche machen (Termin). Ich weiß aber nicht, ob das wirklich so effektiv ist, dass Frida ihre panische Angst los wird. Ich denke eher, dass sie sich beruhigen würde, wenn Smilla nicht direkt losspurten würde, sondern einfach mal Abstand hält, damit sich die beiden in Ruhe kennenlernen können. Sollen wir z. B. Smilla per Wasserpistole von ihren "Attacken" abhalten? Oder verursacht das dann bei Smilla langfristig Aggressionen gegenüber Frida? Wir wissen wirklich nicht, wie wir Frida dazu kriegen, sich wieder normal in der Wohnung zu bewegen. Sollen wir sie "zwingen", indem wir Futter und Klo wieder an die alten Plätze stellen?
Momentan ist es so:
Im Bad sind 2 Klos. Eines davon hat Frida sonst immer im Bad genutzt. Ein drittes Klo ist im Schlafzimmer vor dem Kratzbaum. Futter und Wasser kriegt Frida ebenfalls im Schlafzimmer, weil wir dachten, dass das Stress abbaut. Smilla füttern wir auch im Schlafzimmer, aber das bewirkt, dass Frida nur das Nötigste frisst. Ist sie allein, frisst sie mehr.
Puh, was für ein Roman. Ich hoffe, ihr seid jetzt nicht erschlagen, aber ich wollte euch alle Fakten geben. Wenn ihr noch etwas wissen wollt, einfach fragen.
Wir sind echt verzweifelt und möchten natürlich nicht, dass Frida ihr Leben weiter so fristet wie sie es gerade tut. Das ist nicht Sinn der Sache. Wir würden gern noch weiter hoffen, aber so langsam macht sich Sorge breit, dass wir Smilla ins Tierheim oder in ein anderes Zuhause geben müssen. Uns wird bei dem Gedanken richtig übel ... Zuhause Nr. 6! :-(
Wenn ihr Erfahrungen habt und uns Tipps geben könnt, wären wir unendlich dankbar!!!
Von einer vorübergehenden Trennung der Katzen durch eine Fliegengittertür wurde uns übrigens abgeraten. Das würde den Prozess nur verzögern. Was meint ihr dazu?
1.000 Dank im Voraus
Sunny u. Micha