HCM Gentest

Diskutiere HCM Gentest im Zucht und Genetik Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Diskussion wurde ausgegliedert aus : https://www.katzen-forum.de/zucht-genetik/49421-inzucht.html Nein, das ist ganz und gar nicht der Grund...
  • HCM Gentest Beitrag #1
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Diskussion wurde ausgegliedert aus :

Warum züchten denn so viele Maine Coon-Züchter mit Katzen, die positiv für eines der HCM-Gene sind? Sicher nicht, weil sie trotz unglaublich vielen Coonies eine so tolle Auswahl an guten, nicht zu nah verwandten Tieren haben, die frei von dem Gen sind.
Nein, das ist ganz und gar nicht der Grund! Gerade bei den Maine Coons wird
man immer auf Outcross-/Foundationtiere zurückgreifen können, da in Maine
auch heute noch wilde Maine Coons anzutreffen sind.

Der Gentest ist schlicht und einfach umstritten, viele Züchter züchten daher
noch immer mit Maine Coons die heterozygot im Gentest sind. Nichts würde
einfacher sein, als negative Nachzuchten zu behalten und die heterozygoten
Eltern auszusortieren. Selbst wenn beide Elterntiere heterozygot im Gentest
sind, können die Nachzuchten negativ sein. Daran liegt es also nicht... wo
ein Wille ist, würde es auch ein Weg geben, ohne auch nur eine Linie wegen
einen heterozygoten Ergebnis im Gentest zu verlieren!
 
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  • HCM Gentest Beitrag #2
AW: Inzucht

Es ist nicht umstritten, dass bei Katzen mit der Mutation A31P das Risiko erhöht ist, an HCM zu erkranken. Der Gentest kann nur nicht voraussagen, ob eine Katze tatsächlich an HCM erkrankt, weil das Gen, vor allem wenn es heterogen vorliegt, keine 100%ige Penetranz zeigt. Noch höher ist das Risiko für homozygote Katzen. Das konnten mehrere relativ aktuelle Studien zeigen.
Deshalb wird von Genetikern abgeraten, mit Trägern des Gens zu züchten, wenn gleich gute Verwandte verfügbar sind, die das Gen nicht tragen.

Sehr gut zusammengefasst ist das hier:

Zitat der wichtigsten Stelle in Bezug auf Zucht:

"Breeding Recommendations – Cat breeders are very knowledgeable in regards to
weighing different factors to produce healthy cats that are of good type and
temperament. Many genetic tests help a breeder make a clearer, more educated
decision. Cats that have HCM on an ultrasound exam should be eliminated from the
July 1, 2010 (Updated)

breeding population. Cats with a positive HCM genetic test should be screened by
ultrasound to determine disease status and this overall information used in breeding
decisions. Other health, type, and behavioral attributes should certainly be considered
in the overall breeding program. However, breeders need to work hard to reduce the
risks with any health issue. With the A31P mutation, every cat that has the mutation is at risk for developing HCM and every cat with the mutation will pass it on to some or all of its offspring. Cats that are homozygous for the A31P mutation will definitely pass the mutation to their offspring. The homozygous cats are at high risk of developing severe HCM. Cats that are heterozygous for the mutation should not be bred unless they have other qualities that are either highly beneficial or necessary to the breed. Kittens that test negative for the mutation should be used to replace them in the gene pool."

Kurzform auf Deutsch;
- im Ultraschall positive Katzen sollen aus der Zucht
- Jede Katze der A31P-Mutation hat ein Risiko an HCM zu erkranken und Kitten, die negativ getestet werden, sollten positive Katzen in der Zucht ersetzen.

So lange Züchter (HCM ist nur ein Beispiel) bei so etwas nicht konsequent sind, bleibt für mich Gesundheit sehr wohl ein Zuchtziel. Letztendlich ist es nämlich so, dass es die risikofreie Katze nicht gibt, wenn man nur genau genug hinschaut. Als Züchter kann man immer nur eine Risikominimierung betreiben, was schon schwer genug ist.
 
  • HCM Gentest Beitrag #4
AW: Inzucht

Wenn man also noch keine eindeutig fundierte Aussage dazu hat, sagt einem der gesunde Menschenverstand denn dann nicht, dass man vorsichtshalber die HCM/N Katzen mit deren N/N Nachkommen ersetzen sollte? Zumindest ich würde sagen, weiß ich etwas nicht, gehe ich auf Nummer sicher. Dass das nicht von heute auf Morgen geht ist klar, aber man kann daran arbeiten, oder?
 
  • HCM Gentest Beitrag #5
AW: Inzucht

Ja, so sollte es im Idealfall laufen, allerdings kann ich schon verstehen, dass
es Züchter gibt, die skeptisch sind nach den widersprüchlichen Ergebnissen.

Meine ursprüngliche Aussage sollte eigentlich keine Diskussion über den HCM
Gentest auslösen (darüber wird es immer unterschiedliche Meinungen geben,
da man bis heute sich aussuchen kann, welcher Studie man mehr vertrauen
schenkt). Ich habe lediglich berichtigt, dass es einen anderen Grund für die
Weiterzucht mit heterozygoten Zuchttieren gibt als einen geringen Genpool.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • HCM Gentest Beitrag #6
AW: Inzucht

Auf was denn sonst? Schließlich züchten wir "am Standard"?
Und wenn du jetzt auf "Gesundheit" anspielst, muss ich an der Stelle immer sagen, dass das für mich kein Zuchtziel ist. Kein Ziel im Sinne von: .."was ich mal irgendwann erreichen will" - sondern absolute Voraussetzung meiner züchterischen Arbeit.
Ich weiß, dass das deine Priorität ist, aber deshalb wird das nicht automatisch zur Definition für Zucht. Wenn andere Züchter wertschätzen, dass in einem Wurf eine bunte phänotypische Vielfalt besteht und/oder sehr pingelig nach Fitness und Wesen selektiert wird, dann ist das nicht mehr oder weniger Zucht, als was du betreibst. Ob man diese oder jene Zucht nun nachvollziehen kann, gut heißt oder nicht, ist ein völlig anderes Thema und absolut subjektiv.

Das würde ich jetzt so nicht sehen. Ich hatte in meinem Posting ja erwähnt, dass es eben zwei Gründe für Inzucht gibt.
Na, Gründe gibt es vielleicht sogar noch mehr aber das was du hier beschreibst - Verfestigung und Ausschluss - das geht doch beides zwangsläufig mit der Inzucht einher, das hattest du doch auch selbst geschrieben, wenn ich mich nicht täusche. Man züchtet also zwangsläufig immer auf rezessive Genformen bei Linienzucht.

HIer bedeutet züchterische Verantwortung für mich aber ganz klar, dass jeglichen notwendigen Konsequenzen aus solchen Verpaarung gezogen werden. Treten bereits bei der Geburt Missbildunge - welcher Art auch immer - auf, ist die Linie "tot". Alle Tiere dieser Linie gehören kastriert.
Das ist uns beiden ja klar aber zum einen meinte ich ja mit "Züchter sind auch nur Menschen", dass ich mir sehr gut vorstellen kann, dass ein Züchter dann doch mal ein Auge zudrückt, wenn die Tiere "nur mal öfters kränkeln" oder "nur einen etwas empfindlichen Magen haben" aber doch so typvoll aussehen... oder auch Totgeburten nicht ernst genug nimmt, "denn das kommt ja in allen Zuchten mal vor" oder über ein erkankenden Nachwuchs hinwegsieht, da ja alle anderen gesund sind... oder ja nicht jedes Tier, das heterozygot in Bezug auf A31P ist, auch an HCM erkrankt ;).
Zum anderen hat man rein theoretisch schon einige Nachkommen, wenn man merkt, dass die Tiere aus der Linie plötzlich mit 6-8 Jahren erkranken. Evtl ist's dann noch was polygenetisches. Worst case scenario: am Ende sind mehr Tiere gestorben als ohne Linienzucht.

Sind bei der Geburt alle scheinbar gesund, ist es ebenfalls notwendigh alle Tiere dieser Verpaaprung im Auge zu behalten und auch in den Folgejahren entsprechender Test zu unterziehen (eben auch auf Krankheiten, wie HCM die sich erst in späteren Jahren zeigt).
Hört sich ja gut an aber wenn man nicht weiß, was die Tiere rezessiv tragen, kann man ja schlecht entsprechend drauf testen.

Ich habe auch an keiner Stelle behauptet, dass es einfach ist. Ich gebe dir da vollkommen recht, weshalb ich Züchtern mit ... sagen wir mal: begrenztem Verständnis von der Materie dringend von Linienzucht abrate.
Na leider gibt es dafür aber ja keinen "Führerschein"...

Tja, es gibt mehrere Studien darüber - mindestens 2 davon besagen, dass der Gentest nichts und wieder nichts aussagt
Wenn du die Studie von 2009 genau gelesen hättest, wüsstest du aber, dass die das nicht aussagt. 44 Katzen mit A31P Mutation wurden getestet, davon waren 38 mischerbig. 4 von diesen 38 hatten LVH (Linksherzhypertophie) und nur 10 der übrigen 34 waren älter als 4 Jahre. Bei den 34 mischerbigen Katzen ohne LVH wurde jedoch festgestellt, dass sie alle eine regionale diastolische Dysfunktion haben - also eine Missbildung. Über den Gentest sagt diese Studie gar nichts aus, die behandelt nur das Auftreten von LVH bzw. die A31P Mutation - , aus dem das alles hervorgeht. Ob die 24 heterozygoten Katzen mit über 4 Jahren schließlich LVH bekommen, behandelt diese Studie nicht, es wird lediglich festgestellt, dass Heterozygotie nicht konstant zum selben Resultat zur selben Zeit führt, was daraufhin deutet, dass HCM polygenetisch ist und dass scheinbar auch andere Mutationen ohne A31P zu HCM führen können (was ja nun nichts neues ist). Daraus zu schließen, dass A31P nicht relevant für Zuchtentscheidungen sei, ist in meinen Augen ignorant. Wie Silke schon sagte: es ist nach wie vor unumstritten, dass A31P das Risiko auf HCM erhöht. Das , auf das sie sich bezog, das u.a. sehr schön begründet, warum man A31P nicht verharmlosen soll, stammt übrigens von einer der führenden Genetikerinnen (feline Genetik versteht sich) unserer Zeit... aber die Züchter haben natürlich mehr Ahnung von der Materie.
 
  • HCM Gentest Beitrag #7
AW: Inzucht

Schlussfolgerungen: Mit der untersuchten Patientenzahl wurde keine Assoziation zwischen der HCM und den untersuchten Polymorphismen gefunden. Der Goldstandard für die Zuchtauslese besteht weiterhin in der jährlichen echokardiographischen Untersuchung.
Das war das Ergebnis der Studie aus Deutschland... ich denke, da gibt es
nichts misszuverstehen, da es sehr deutlich und konkret ausgedrückt wird
von der Ludwig-Maximilians-Universität.

Die eine Studie besagt das, eine andere Studie wieder das Gegenteil, was
soll man da nun glauben? Ich züchte nur mit negativen Zuchttieren - aber
nur um auf der sicheren Seite zu sein und nicht weil ich so überzeugt vom
Gentest bin. Und ich kann nach wie vor Züchter verstehen, die bewährte
Zuchttiere nicht ohne wenn und aber aus der Zucht rausnehmen möchten.

Auch das Resultat der französischen Studie spricht nicht für den Gentest,
zumindest nicht ohne wenn und aber! Der Gentest ist und bleibt eine ganz
kleine Chance um HCM einzudämmen... der große Durchbruch ist es nicht.

Die regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen sind noch immer viel wichtiger
und aussagekräftiger... ich finde es verwerflicher, wenn Züchter zwar mit
negativen Zuchttieren züchten, dafür aber auf Ultraschalluntersuchungen
verzichten, als Züchter, die zwar mit heterozygoten Zuchttieren züchten
aber regelmäßig zum Ultraschall gehen.
 
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  • HCM Gentest Beitrag #8
AW: Inzucht

Das war das Ergebnis der Studie aus Deutschland... ich denke, da gibt es
nichts misszuverstehen, da es sehr deutlich und konkret ausgedrückt wird
von der Ludwig-Maximilians-Universität.
Bitte Leute, lest euch die Studien SELBST durch und nicht irgendwelche verdrehten Schlussfolgerungen von offenbar nicht neutralen Quellen. Les doch auch bitte mal selbst das durch, was man hier von Lyons gelinkt hat.
Also, die Studie aus Deutschland ergabt folgenes: die lief 2 Jahre und man untersuchte u.a. 83 MC, 50% aus DE, rund 20% aus den USA, aber nur 18(!) davon waren misch- oder reinerbig auf A31P, inwieweit diese von eng verwandten Linien abstammen, ist nicht ersichtlich - das sind also schonmal deutlich weniger als in den vorherigen Studien und statistisch gesehen ein Witz. 3 Davon (das sind bei 18 Katzen 17%) hatten HCM, 2 waren mischerbig und eine reinerbig A31P. Das Durchschnittalter der getesteten Katzen war zwar höher als in der Studie vom Vorjahr, jedoch waren die HCM-positiven Katzen im Schnitt 25 Monate älter als die scheinbar HCM-negativen. Die zwei, die reinerbig A31P waren, aber HCM-negativ, waren fast 6 Jahre jünger als die reinerbig A31P Katze mit HCM! Die 13 HCM-freien, die mischerbig A31P waren, waren im Schnitt 5 Jahre alt, was auch kein Alter ist.

Die Schlussfolgerung, die du hier zitierst, steht NICHT in dieser Studie von Wess et al. Da steht in den Discussions am Ende lediglich, dass auch die Katzen, die dort negativ auf A31P getestet wurden HCM-positiv waren, einige Katzen, die A31P-positiv getestet wurden, zum Zeitpunkt der Studie keine HCM hatten, dass HCM polygenetisch ist und dass Zuchtentscheidungen nicht allein auf HCM-Gentests basieren sollen. Da steht nirgendwo, dass es unbedenklich ist, mit A31P positiven Katzen zu züchten, das ist ein großer Unterschied. (zum selbst lesen: )

Die eine Studie besagt das, die andere Studie wieder genau das Gegenteil,
was soll man da nun glauben?
Da "behauptet" doch keine Studie das Gegenteil. Die Zahlen, die darin stehen sind Fakten aber man muss jede Zahl doch auch im Verhältnis sehen. 44 Katzen mit A31P sind mehr als doppelt sie viel wie 18 und wenn man da liest, dass bei Mischerbigkeit eine anatomische Veränderung im Herzen mit festgestellt wird (die in der zweiten Studie gar nicht untersucht wurde) und die Zahlen statistisch vor A31P warnen (auch wenn 44 Katzen nicht wirklich viel sind), dann schenke ich dieser Studie und allen davor, die gewarnt haben, doch mehr Gewichtung.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • HCM Gentest Beitrag #9
AW: Inzucht

Bitte Leute, lest euch die Studien SELBST durch und nicht irgendwelche verdrehten Schlussfolgerungen von offenbar nicht neutralen Quellen.
Nicht neutrale Quelle? So wie ich das nun auf den zweiten Blick verstanden
habe (ist schon einige Zeit her als ich mich damit beschäftigt hatte) wurde
der gesamte Artikel und die von mir oben zitierte Aussage ursprünglich von
der Uniklinik Giessen am 06.02.2008 verfasst? :?

Es steht vielleicht nicht direkt in der Studie, wurde aber von einer anderen
Uniklinik so interpretiert. Und ich würde schon sagen, dass die neutral sind.

Der genannte Artikel erscheint sogar in der Tierklinik Kaiserberg, sogar dick
hervorgehoben, dass die Ultraschalluntersuchungen weiter wichtiger sind:



Die Schlussfolgerung der Studie wurde also von keinen Züchter erfunden,
das haben schon Veterinärmediziner verfasst.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • HCM Gentest Beitrag #10
AW: Inzucht

Vielleicht reden wir gerade aneinander vorbei aber selbst wenn seitens der Uni Gießen behauptet werden würde, Züchter sollten die Gentests nicht berücksichtigen (wofür ich in keiner der Veröffentlichungen der Uni Belege sehe, ich sehe das nur auf irgendwelchen MC-Züchterseiten geschrieben, aber du darfst mir gerne einen Direktlink zur Uniseite geben), sagen mir die Studien und Zahlen was anderes und die sind es, die aus einer Behauptung ein wissenschaftliches Statement machen. Mal ganz abgesehen davon sagt "Mit der untersuchten Patientenzahl wurde keine Assoziation zwischen der HCM und den untersuchten Polymorphismen gefunden. Der Goldstandard für die Zuchtauslese besteht weiterhin in der jährlichen echokardiographischen Untersuchung." nicht aus, dass mit HCM-positiv gengetesteten Tieren gezüchtet werden soll oder das die Mutationen nicht im Zusammenhang mit einer HCM stünde - ein Zusammenhang konnte nur nicht in dieser Studie mit der untersuchten Patientenzahl (18) bestätigt werden, aber ebensowenig widerlegt. Dass ein Echokardiogramm nicht wegfallen darf (gerade auch weil HCM auch ohne die bekannten Mutationen auftritt), sollte ja wohl klar sein.
Übrigens bezweifel ich mal, dass die Ausdrucksweise eines Wissenschaftlers wäre "Das Ergebnis zeigt, dass der Gentest nichts bringt" (Zitat aus dem Text der von dir gelinkten Seite) - da denke ich doch mal, das ist einfach eine von Züchtern frei übersetzte Zusammenfassung der Müncher Studie mit selbstgestrickten Schlussfolgerungen ;)
 
  • HCM Gentest Beitrag #11
AW: Inzucht

Ich habe es gefunden:

Darin ist auch mein Zitat zu finden... den ersten, selbstgeschrieben Absatz von
der Homepage der Züchterin habe ich übrigends nie gemeint, sondern das hier:

Schlussfolgerungen: Mit der untersuchten Patientenzahl wurde keine Assoziation zwischen der HCM und den untersuchten Polymorphismen gefunden. Der Goldstandard für die Zuchtauslese besteht weiterhin in der jährlichen echokardiographischen Untersuchung.
 
  • HCM Gentest Beitrag #12
AW: Inzucht

ich finde, man sollte sich niemals nur die Artikel raussuchen, die einem gut gefallen.

Es ist unbestritten, dass es Mutationen bei bestimmten Gruppen von MCOs für eine bestimmte Form von HCM verantwortlich ist. Das bestreitet keiner der Artikel.

Frau Schinner, die bei einer Tagung in Gießen einen Preis für den Artikel erhielt, selbst aber in München forscht, kam 2008 zu dem Schluss, dass die erhältlichen Gentests nicht geeignet sind, um das Risiko einer HCM-Erkrankung bei einer Katze vorherzusagen.

Erst zwei Jahre später erschien der entsprechende Artikel in einer Fachzeitschrift mit etwas vorsichtigeren Statements. 2010 May-Jun;24(3):527-32. Epub 2010 Apr 16.

Es blieb der Satz: "None of the evaluated genetic tests was able to provide useful predictive information of disease outcome.", was nur heißt, dass die Tests den Krankheitsausbruch nicht vorhersagen können.

In den Folgejahren wurden Untersuchungen mit zum Teil vielen Katzen durchgeführt und die kamen zwar auch zu dem Ergebnis, dass das Krankheitsgen keine 100%ige Penetranz zeigt (d.h. nicht jedes Tier mit dem Gen erkrankt), man Veränderungen im Ultraschall erst im Laufe der Jahre sieht und vor allem viele andere Gene auch HCM verusachen können.

Auf dieser Seite wird der aktuelle Stand inkl. der neueren Studien zusammengefasst:


Die wichtigsten Fakten sind:
- für A31P heterozygote Katze haben ein 1,8 mal so großes Risiko HCM zu entwickeln
- bei für A31P homozygoten Katzen ist das Risiko 18 mal so groß wie für Katzen ohne A31P
- aus Verpaarungen zweier heterozygoter Katzen müssten erwartungsgemäß zwischen 7-16% homozygote Kitten fallen, es waren jedoch nur 3-4%, was auf eine sehr hohe Sterblichkeit von homozygoten Embryonen schließen lässt.
- weitere Faktoren und Gene beeinflussen die Entwicklung von HCM, wie Geschlecht und Gewicht der Katze.

Am interessantesten in die Studie J. Vet. Cardiology 12:155-161, 2010, weil dort die Daten sehr vieler Katzen ausgewertet wurden. Die gibt's mit etwas Suchen auch als Volltext im Internet, was immer interessanter ist als die abstracts.

Mein Fazit: das Gen A31P hat nichts in Zuchtkatzen verloren, weil es ein gesundheitliches Risiko mit sich bringt und von phänotypisch unauffälligen Elterntieren mit diesem Gen Nachkommen ein erhöhtes Risiko haben, zu erkranken.
 
  • HCM Gentest Beitrag #13
Ich habe gerade ein wenig das Internet durchforstet, da ich einen bestimmten
Artikel von Dr. Kresken zu diesen Thema und seine Interpretation zu mehreren
Studien gesucht habe. Er ist einer der führendsten Kardiologen in Deutschland:

Empfehlungen für die Gesundheitsvorsorge
Die veterinärmedizinische Genforschung hat trotz respektabler Erfolge es leider noch nicht geschafft, einen Gentest zu bieten, der aus züchterischer Sicht von Wert wäre. Von den Gentesten kann man zurzeit nur die Untersuchung auf die Genmutation I (A31P) empfehlen und das auch nur bei Maine Coon-Katzen aus Familien, die mit der Maine Coon-Kolonie von Dr. Kittleson verwandt sind. Diese Gentests (Gen I und II) bei anderen Katzenrassen, die vermehrt HCM aufweisen (s.o.) durchzuführen, macht keinen Sinn. Für Zuchttiere ist die regelmäßige Ultraschalluntersuchung des Herzens zu empfehlen. Aus juristischen Gründen (§11b TschG) sollte damit vor dem ersten Zuchteinsatz begonnen werden. Danach empfehlen wir eine Wiederholung in 1- bis 2-jährigem Abstand. Die Kontrollabstände hängen vom jeweiligen Ergebnis ab.
Quelle:

Wer nun auf die Idee kommt, dass Dr. Kresken ein Eigeninteresse daran haben
könnte den Gentest im Hintergrund zu rücken, damit die Züchter weiterhin zu
ihm regelmäßig schallen kommen, dem sei gesagt: Man beachte nur einmal die
Auftraggeber so mancher Studie, die für den Gentest spricht... die sind auch
zum Teil alles andere als neutral, erst Recht wenn es der Entwickler/Hersteller
selbst ist. Und damit verabschiede ich mich aus dieser Diskussion, da es sich
immer nur weiter im Kreis drehen wird.

Es wird immer Befürworter für den Gentest geben und Gegner, und um es mit
den Worten von Dr. Kresken zu zitieren, haben die Zweifler durchaus Gründe:

Schon einige Monate nach Markteinführung des ersten Gentests und der großen Anfangseuphorie kamen berechtigte Zweifel an der Voraussagekraft des Gentests auf.

Eine neuere bemerkenswerte Publikation von Frau Schinner aus dem Jahre 2008 belegt den Zweifel an dem Wert der HCMGentests für hiesige Katzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • HCM Gentest Beitrag #14
Ich kenne den Artikel von Dr. Kresken. Klar ist, dass der Ultraschall unerlässlich ist und zwar in regelmäßigen Abständen. Die Gentests werden den noch lange nicht ersetzen können. Vielleicht irgendwann in der Zukunft und wenn Dr. Kresken Glück hat, dann ist er bis dahin schon in Rente.

Trotzdem kann ich Dr. Kresken nicht zustimmen, was die Sinnlosigkeit der Gentests angeht, da aktuelle Studien (Journal of Veterinary Cardiology (2010) 12, 155e161) an 3757 europäischen Katzen, darunter 2744 Maine Coons, die Relevanz des Gens bestätigt haben.
 
  • HCM Gentest Beitrag #15
Dann kann man aber nicht behaupten, dass der Gentest unumstritten ist! Das
trifft weder unter Züchter zu noch unter Veterinärmediziner, die sicher etwas
von ihren Beruf verstehen. Ich bin mir auch sicher, dass kein Kardiologe nur im
geringsten ein Interesse daran hätte einen sinnvollen Test schlecht zu reden.

Schon gar nicht ein Dr. Kresken, der unter Züchtern einen hervorragenden Ruf
hat und somit sich sicherlich keine Sorgen machen muss, plötzlich viel weniger
Kunden zu haben, weil die Maine Coon Züchter nur noch den Gentest machen.

Zumal gerade bei den akutellen Gentest der regelmäßige Ultraschall weiterhin
nötig bleibt. Somit gehört für mich Dr. Kresken zu den neutralen Quellen dazu.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • HCM Gentest Beitrag #16
Der Gentest ist nicht umstritten, denn er weißt die Gene nach, die er nachweisen soll. Umstritten ist, wie man mit den Ergebnissen umgehen soll.

Einem negativen Ergebnis des Gentest würde ich auch keine Bedeutung zumessen, da es noch genug andere Gene gibt, die auch HCM verursachen können. Trotzdem sollte man meiner Meinung nach nicht mit Maine Coons züchten, die die A13p-Mutation tragen. Die Forschergruppe der Vet.Uni von D'Alfort wird sich die Ergebnisse nicht ausgedacht haben. Zum selben Schluss kam eine Forschergruppe in Kopenhagen . Ich wüsste nicht, warum man das ignorieren sollte, wenn man züchtet. Es geht doch nicht um Farbfehler oder zu große Ohren, sondern um ein mutiertes Gen, das mit großer Wahrscheinlichkeit eine von mehreren Ursachen für HCM sein kann. Jeder, der eine A13p-positive Katze hat, wird froh sein, wenn sie bis ins hohe Alter gesund blebt, aber was sagen Züchter, die wissentlich mit positiven Katzen züchten und Nachkommen dann plötzlich an HCM erkranken? Dass sie das nicht wissen konnten, dass es Schicksal ist oder dass Dr. Kreksen gesagt hat, dass der Test nichts aussagt?

Ich persönlich würde bei einer tödlichen Erbkrankheit da kein Risiko eingehen.

Nachtrag: Erstaunlicherweise liest sich das auf der , in der Dr. Kresken arbeitet, doch etwas anders als in seinem Artikel (Stand 2008 ), obwohl da die neueren Forschungen noch nicht bekannt waren.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • HCM Gentest Beitrag #17
Wie schon geschrieben, ich ignoriere es nicht, meine Zuchttiere sind alle und
zwar wirklich ausnahmslos negativ im Gentest. Trotzdem halte ich nach wie
vor den Gentest für eine verschwindend geringe Chance das Risiko auf HCM
zu minimieren. Man kann nur hoffen, dass irgendwann der Durchbruch kommt,
sprich jene Gene entschlüsselt werden, die in jeden Fall zu HCM führen und
nicht nur bei einen "kleinen Teil" der heterozygoten und homozygoten Tiere!
 
  • HCM Gentest Beitrag #18
Wenig würde ich es nicht nennen, wenn man "etwas weniger als 50% der HKM-Katzen" mit den Gentests erkennen kann.

Zitat von der :
"Beide Gentests zusammen erkennen zur Zeit etwas weniger als 50% der HKM Katzen (link Gentest). Zur zeit sollte man diese Katzen trotzdem mit Ultraschall untersuchen."

Ein weitere interessanter Punkt wird weiter oben genannt:

"Bei Auffälligkeiten innerhalb eines Kennels oder Zuchtlinie: sollten auch kastrierte oder als Liebhabertiere verkaufte Katzen untersucht werden, um die Merkmalsträger der HKM durch Stammbaumanalyse zu erkennen."

Dieses Vorgehen ist bei einigen Hunderassen inzwischen als Methode der "Zuchtwertschätzung" bekannt. Dabei zählen nicht nur die Merkmale der Eltern oder Großeltern, sondern aller bekannten Verwandten. Daraus wird dann der Zuchtwert berechnet. Es hat sich gezeigt, dass vor allem bei polygen vererbten Merkmalen diese Bestimmung wesentlich wirksamer ist als nur z.B. HD-Röntgen der Elterntiere.
 
  • HCM Gentest Beitrag #19
Der HCM Gentest ist insofern umschritten, weil man auf Grund seines Ergebnisses halt nicht sagen kann "die Katze wird definitiv erkranken" oder "die Katze wird definitiv nicht erkranken".

Dass aber das erste entschlüsselte Gen definitiv mit HCM in Verbindung steht, das ist nicht zu bestreiten. Und wenn man eben mit diesem Gentest herausfinden kann, ob eine Katze dieses eine Gen, das definitiv neben anderen noch nicht entschlüsselten Genen Auslöser für eine HCM ist, trägt oder nicht, dann ist dieser Gentest in meinen Augen alles andere, aber nicht sinnlos!

Natürlich habe ich anschließend noch keine Gewissheit dahingehend, ob meine Katze gänzlich vor HCM verschont bleibt oder nicht, aber ich weiß, dass meine Katze dieses eine Gen, das einer der Auslöser für eine HCM ist, schon mal nicht trägt und die Wahrscheinlichkeit, dass meine Katze an HCM erkranken wird, somit schon mal ein wenig geringer ist (wie viel geringer, das weiß man nicht, aber definitiv geringer), als wenn sie dieses Gen hätte.

Somit ist es für mich überhaupt gar keine Frage, ob ich mit Katzen züchte, die dieses Gen nicht tragen oder ob ich mit Katzen züchte, die mischerbig oder gar reinerbig auf dieses Gen sind! :-x

Es ist durch diesen Gentest ein leichtes, zumindest schon mal diesen einen Mit-Auslöser einer HCM zuverlässig zu eliminieren. Dass das von noch so vielen Züchtern einfach ignoriert wird, finde ich mehr als verantwortungslos! :evil:
 
  • HCM Gentest Beitrag #20
Die Bedeutung von Gentests auf HCM hat Prof. Leslie Lyons in einer dargelegt. Da das für viele schwer auf Englisch zu lesen ist, hab ich eine mit Genehmigung von Prof. Lyons online gestellt. Prof. Lyons und sein Institut ist führend in der Erforschung der Katzengenetik.
 
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