Hallo ihr Lieben,
es tut mir leid, dass ich mich erst jetzt melden kann. Ich bin aber sehr dankbar für all eure Ideen und dass ihr so mitgefiebert habt. Mein freund und ich wollten uns eigentlich auf den Weg vom Osten Richtung Köln machen, haben aber noch den Umweg über den Norden gemacht, um mit dem Lackfellchen aus dem Kippfenster zum Tierarzt zu fahren. Wir haben also Kilometer ohne Ende gekloppt mit dem Auto, sodass ich erst jetzt zum Schreiben komme.
Als wir nach 3 Stunden bei meiner Oma ankamen, hatte sich das kleine Lackfellchen hinter Omas Sofa verzogen, die Besitzerin war noch nicht da. Wir haben sie direkt in unseren mitgebrachten Katzenkorb gesteckt und ab zur nächsten Tierärztin. Wir durften direkt an allen Wartenden vorbei und bekamen sofort die Behandlung. Leider durfte die TÄ nicht soviel machen, wie notwendig gewesen wäre, weil ich nicht die Besitzerin war. Sie wurde untersucht und bekam eine Schmerzspritze. Die Ärztin hat uns noch ganz toll beraten und sagte, die Katze müsse mit der Besitzerin dringend ganz shcnell in die Tierklinik.
Mein Freund telefonierte sich dann kreuz und quer durch das Telefonbuch des 11.000-Seelen-Ortes, bis wir die Oma der Besitzerin am Telefon hatten. Die rief ihre Enkelin an, welche sich im Nachbarort bei der Mutter aufhielt. Ist wohl ne ganz schwierige Familiengeschichte bei denen, untereinander haben alle mal Stress miteinander. Die Besitzerin kam dann auch mit ihrer Mutter und heulte wie ein Schlosshund. Die Katze sollte von der Oma versorgt werden, während sie im Nachbarort (10km weiter)bei der Mutter „wohnte“, weil sie dort auch ihr Blockseminar hatte, welches sie im Rahmen ihrer Ausbildung machen musste. Die Oma war aber so verbiestert, dass die Enkelin wieder Kontakt zur Mutter hat, dass sie der Katze einfach nur Brocken Trockenfutter hinschmiss und das Fenster kippte, weil alles so furchtbar nach Katze gestunken habe.
In die Tierklinik wollten Mutter und Tochter zunächst nicht fahren, weil sie das Geld nicht hatten. Ich bat ihnen an, das Geld, welches ich eigentlich für die Erstbahndlung zu bekommen hatte, erst in 2,3 Monaten bei meiner Oma vorbei zu bringen und dann dieses in die Tierklinik zu investieren. Ich gab ihnen noch den Tip, auch dort nach Ratenzahlung zu fragen. Ich sagte auch, dass die TÄ meinte, es könne sonst sein, dass die Katze innerhalb von 24 h sterben könnte. Sie durften auch meine Transportbox behalten, um sie am Wochenende meiner Oma wieder hochzubringen. Damit verbunden war auch, dass ich einen ausführlichen Bericht der Klinik haben will. Sollte dies alles nicht geschehen, würde ich den Veterinäramt Bescheid geben. Ich war höflich, tröstend, hilfreich, aber auch sehr bestimmt. Ich hab gleich noch Impfungen, Kastration, gutes Nassfutter und einen Kumpel angeraten, sollte sie die Katze unbedingt behalten wollen. Ich hab alles fein säuberlich aufgeschrieben.
Die Katze war dann zwar nicht in der Tierklinik, aber bei einem anderen Tierarzt mit Röntgenmöglichkeit. Ihr fehlt soweit wohl nichts, aber durch die Klemmung im Fenster hatte sie an der haut Schwielen und Schmerzen. Sie muss nun auch besser ernährt werden und hat eine Fehlstellung des Beckens, welche aber wohl shcon zuvor da war. Die wollten sie aber erstmal noch nicht beheben. Lt. Tierarzt ginge es der Katze soweit sonst gut.
Nun lebt die Katze bei der Mutter, die allerdings auch nen Kater hat. Ratet mal: Sind beide natürlich nicht kastriert und im „besten“ Alter. Da ich bei dem Gespräch nach der zweiten Untersuchung nicht dabei war, sondern sie alles meiner Oma erzählte, konnte ich das leider nicht auch gleich „rügen“. Ich hab meiner Oma gesagt, sie soll dem Mädel ausrichten, dass es zwar „schön“ ist, dass die Katze nun nen Kumpel hat, aber das beide so schnell wie möglich kastriert werden MÜSSEN….Stellt euch mal vor, die kleine mit ihrem kaputten Becken bekommt Kinder!!! Mal abgesehen, dass es ja nun wirklich nicht noch mehr „Ups“- Katzen braucht. Am liebsten würde ich wirklich das Veterinäramt anrufen, aber wir kennen die Adresse und Namen der Mutter nicht, das Mädel ist nicht mehr in ihrer Wohnung und die Oma legt sofort wieder auf, wenn man sie deswegen anruft.
Meine Oma hat dem Mädel angeboten, sollte die Katze wieder zurück in ihre Wohnung kommen (das wusste das Mädel noch nicht, wollte sie sich mal Gedanken drüber machen, wie es nun weitergehen soll), dann würde sie die Katze gerne versorgen. Jetzt hab ich natürlich die Befürchtung, dass die Katze entweder schwanger wird und/oder von ihrem Kumpel, mit dem sie unter Stress zusammengeführt wurde, wieder weggerissen wird und wieder nicht gut versorgt wird. Es ist alles zum kot..en, aber langsam bin ich auch mit meinem Latein am Ende….
Sorry, dass es soooo ausführlich geworden ist, aber die Geschichte war und ist wirklich herzzereißend!