Puh, das sind viele Fragen auf einmal
Unter anderem sind da teilweise unterschiedliche öle enthalten. Leinöl, Distelöl, Weizenkeimöl und irgendwo auch Fischöl oder Lachsöl. Welches dieser öle ist für die kleinen Fleischfresser gut und welches ist weniger gut?
Grundsätzlich sind Pflanzenöle für die Katzenernährung untauglich, weil - wie du schon schreibst - Fleischfresser. Das Fettsäurenprofil in Pflanzenölen passt nicht zum Stoffwechsel der Katze (zuviel kaum verwertbare Linolsäure, keine Arachidonsäure). Das schlägt auf Dauer und in größeren Mengen auf die Nieren, weil die ganze überschüssige Linolsäure ja irgendwo rausbefördert werden muss.
Geringe Mengen Pflanzenöl (0,5% oder sowas) dürften aber nix schaden, zumal wenn man mit anderen Futtermarken abwechselt.
Fischöl/Lachsöl enthält Omega-3-Fettsäuren, was prima ist. Aber natürlich kann man die auch überdosieren.
Dann noch so sachen wie (Natur)reis, Kartoffeln oder Volkornnudeln.
Das sind erstmal nur a) im Vergleich zu Fleisch billige Dosenfüller, die sich b) für den uninformierten Katzenhalter gesund anhören sollen.
Die haben aber gemeinsam, dass sie zu großen Teilen aus verdaulichen Kohlenhydraten (Stärke) bestehen. Verdauliche Kohlenhydrate kommen in der natürlichen Nahrung der Katze so gut wie nicht vor, sie können nur sehr begrenzt was mit ihnen anfangen, und große Mengen sind sogar schädlich (einer der wichtigsten Gründe gegen Trockenfutter).
Hier ist ein Link, der sich speziell mit den Kohlenhydraten im Trockenfutter beschäftigt und dabei erklärt, was Kohlenhydrate so im Stoffwechsel der Katze anrichten:
http://www.wer-weiss-was.de/app/faqs/list/192?entries=,2262,#2262
Letztlich seh ich das da genau wie bei den Pflanzenölen - geringe Mengen schaden nicht und taugen wahrscheinlich noch als Energielieferant, aber brauchen tut katz das auf keinen Fall.
Beim reis hatte ich gelesen das der relativ gut verdaulich sein soll oder sowas.
Ja, das gilt für das Reisprotein.
In der Broschüre von Schmusy Nature's Menü steht auch nur Pasta. Ist da dann die Volkornnudel für die katze besser als die einfache Pasta?
Nö, das ist völlig egal. So oder so können Katzen aus pflanzlichen Stoffen nur sehr wenig Nährwert ziehen.
Und das Gemüse in dem Futter. Es gibt welche mit Spinat, Rüben, Wurzelgemüse, Zuccini usw. Das scheint alles nur in sehr geringen anteilen mit 1% oder 1,5% enthalten zu sein. Schmeckt man dann davon noch etwas oder soll es nur den mageninhalt eines Beutetieres nachahmen? Und wird es denn wirklich benötigt?
Barfer setzen meistens etwas Gemüse zu, nicht um den Mageninhalt nachzuahmen, sondern um etwas Rohfaser ins Futter zu bringen, die als Ballaststoff dient. Gemüse ist da besser geeignet als Getreide, weil eben weniger Stärke enthalten ist.
Ansonsten soll auch das wahrscheinlich nur auf den Käufer "gesund und ausgewogen" wirken. Der normal uninformierte Mensch geht ja mit Allesfresserdenken an den Katzenfutterkauf dran und wird sich vielleicht komisch fühlen, wenn er so ein Futter ganz ohne "Gemüsebeilage" kauft ...
Schmecken werden Katzen das kaum, ihr Geschmackssinn ist wohl sowieso recht schwach ausgeprägt. Wenn, dann riechen.
Andere sorten kommen ohne Gemüse aus und enthalten dann Mineralstoffe oder Calciumcarbonat oder sowas. Ist es dann mehr oder weniger das selbe?
Nein, die Mineralstoffe braucht's immer, die ersetzen mehr oder weniger Blut und Knochen des Beutetiers. Wie gesagt, Nährstoffe kann eine Katze aus pflanzlichen Zutaten kaum ziehen.
Dann noch zu dem fleisch. Ich hatte gelesen das Muskelfleisch das beste bzw eines der besten sein soll im Katzenfutter.
Allerdings frage ich mich was alles unter Muskelfleisch fällt.
Mit Muskelfleisch ist das Fleisch gemeint, das wir auch essen würden.
Ich lese auf den etiketten eher so sachen wie Lefzen, Geschlinge, Herzen, Kehlkopf, Lebern, Mägen oder Fleisch (Beim Rind).
Beim Huhn dann so sachen wie Fleisch, Brustfleisch, Hälse, Herzen, Mägen, Lebern.
Also was kann man davon bedenkenlos verfüttern.
Im Prinzip erstmal alles. Katzen fressen ja auch die komplette Maus und nicht nur das Mäusebrustfilet. Es kommt auf den Anteil an. Minderwertige Eiweißlieferanten wie Geschlinge oder auch Lunge sind nicht so toll, Leber enthält sehr viel Vitamin A und kann überdosiert werden. Und mit Kehlkopf wär ich vorsichtig wegen möglicher Schilddrüsenanteile - Schilddrüse steht im Verruf, sowohl den Jod- als auch den Hormonhaushalt kräftig durcheinanderzubringen.
Dann noch zu nebenprodukten.
Gibt es irgend einen unterschied zwischen Fleischnebenerzeugnissen und dem meiner meinung nach eher allgemein gehaltenen begriff Tierische Nebenerzeugnisse?
Der Begriff "Fleischnebenerzeugnisse" wird manchmal verwendet, um die Nähe zum Fleisch zu unterstreichen, wenn man z.B. Innereien verwendet. Rein rechtlich gibt's da aber keinen Unterschied.
Und Fischtrimmings? Ist das auch nur ein anderes wort für Fischnebenerzeugnisse?
"Trimmings" sind eigentlich Fleisch- und Fischabschnitte, also das Fleisch, das beim Zerlegen am Knochen hängenbleibt und sich nicht als komplettes Filet, Bruststück o.ä. verkaufen lässt.