Katzen mit leichter HD dürfen noch zur Zucht eingesetzt werden.Soweit ich weiss sollte man dies auch tun.Gefährlich wirds erst ab einer mittelgradigen HD.
das kommt immer auf die Häufigkeit von HD in einer Rasse an. Sind 95% der Tiere HD-frei, so macht es keinen Sinn, welche mit leichter HD zur Zucht einzusetzen, weil es dann keine zu starke Selektion auf 1 Merkmal ist. Zeigt allerdings ein Drittel einer Rasse Anzeichen von HD, dann sind die HD-verursachenden Gene in einer Population so häufig, dass eine strenge Selektion nicht sinnvoll ist, weil man dann den
Genpool zu stark verkleinert und sich andere Probleme reinholt. Der schwedische Maine Coon-Club versucht immerhin, sich einen Überblick über die
Häufigkeit von HD bei
MCO zu verschaffen und leider scheint HD nicht gerade selten zu sein. Hat man eine Katze mit leichter HD, dann ist es umso wichtiger einen Deckkater zu wählen, der HD-frei ist und in dessen Verwandtschaft viele durch Röntgenaufnahmen als HD-frei diagnostizierte Katzen sind.
Würde man ausschließlich mit Katzen züchten wollen, die sowohl in allen Tests bestens abschneiden und auch bei genauer Stammbaumforschung keine Risiken für alle möglichen Krankheiten (FORL, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Allergien, Magen-Darm-Empfindlichkeiten, Krebs in frühem Alter, Autoimmunerkrankungen, ...) innerhalb der letzten 4-5 Generationen aufweisen, dann kann man seine Zuchtplanung gleich aufgeben. Zusätzlich sollte die Katze schließlich auch noch ein angenehmes Wesen haben und dem Ideal des Standards nahe kommen.
Es dürfte hoffentlich klar sein, dass es das perfekte Zuchttier nicht gibt! Ein Züchter muss immer zwischen erwünschten und nicht erwünschten Merkmalen sowie Chancen und Risiken abwägen.
Dazu ist natürlich erforderlich, dass man möglichst viele verlässliche Informationen nicht nur über die eigenen Katzen hat. Und daran hapert es leider oft, weil es meines Wissens kaum entsprechende rassespezifische Datensammlungen gibt. In der Hundezucht ist das bei einigen Rassen in Bezug auf die wichtigsten Krankheiten üblich und ein Züchter kann dann wirklich was damit anfangen. Bei den Australian Shepherds gibt es sogar eine weltweit arbeitende Beratungsstelle, die einem eine Stammbaumanalyse erstellt, d.h. man bekommt dann ein Schreiben, in dem man Wahrscheinlichkeiten für etwa 10-20 Erbkrankheiten mitgeteilt bekommt und das in die Entscheidung bei der Deckpartnerwahl einfließen lassen kann. Leider nutzen diese Möglichkeit auch dort lange nicht alle Züchter. Von solchen Möglichkeiten ist man in der Katzenzucht leider noch meilenweit entfernt.