so, hab dich nochmal zusammengetragen, ich will mit allen Hintergrundinformationen auf deine Frage antworten können.
Übrigens fällt mir auf, dass du klarer als klar deine Fragen formuliert und Sachangaben gemacht hast, ich hätte nicht nachfragen brauchen, wärst du isoliert hier im Faden gewesen...so schnell geht alles OT in einem Forum....
Die Züchterin und ihre Tierärztin meinten, diese kann ich bis Mitte Oktober noch machen lassen (Impfstoff Fevaxyn I-CHP). Jetzt war ich zum check-up bei meiner Tierärztin, und sie hat im PC nachgeschaut und meinte, bei diesem Impfstoff darf man nicht länger als 4 Wochen mit der Zweitimpfung warten, wir müssten also wieder von vorne anfangen. Sie selbst verwenden in der Praxis einen anderen Impfstoff, weiß aber nicht welchen. Außerdem meinte sie, eine Drittimpfung wäre bei Dustin zu empfehlen, da die erste Impfung mit 8 Wochen u. Umständen nicht richtig wirkt wegen der Muttermilch? Die Züchterin meinte 2 Impfungen reichen völlig aus.
Mmh, die Züchterin hat nochmal bei ihrer TÄ angerufen und nachgefragt. Diese vertritt die Meinung, dass die Zweitimpfung bis zu 6 Wochen nach der Erstimpfung möglich ist. Ich denke aber, dass ich da auf die Fachliteratur (danke für den Link Panthera) und auf meine TÄ vertrauen werde, und Carina lieber noch 2 mal impfen lasse.
Meine Tierärztin und ich haben uns jetzt auf einen Impftermin Ende nächster Woche geeinigt, und dann wird Carina noch 2 mal geimpft. Nicht ideal, aber dann kann ich mir sicher sein, dass die Grundimmunisierung auch passt.
Also wenn ich das alles richtig lese, würde eine einzige Impfung in der 16. Woche ausreichen?Ich bin grade am hin und her überlegen, da ich ja jetzt für Ende nächster Woche einen Termin habe (3. Impfung für Dustin und 1. Impfung für Carina). Beide sind dann um genau zu sein 15 Wochen und 4 Tage alt. Würde dann nicht diese einzige Impfung für Carina ausreichen?
Ich rede immer noch von meinem Eingangspost, da steht der Impfstoff.
Bisher wurden beide Katzen mit Fevaxyn I-CHP geimpft. Da meine Tierärztin diesen Impfstoff nicht führt, würden wir jetzt auf einen anderen Impfstoff umsteigen müssen. Wäre das ein Problem? Ich weiß leider nicht mehr, wie der Impfstoff heißt, auch eine Kombination von Seuche und Schnupfen. Die Spanne ist da etwas flexibler, 3-5 Wochen.
Also zusammengefasst:
Carina 14 Wochen alt
29. August 1. Impfung (8.Woche) gegen Katzenseuche und -schnupfen Fevaxyn I-
CHP
20. September 2. Impfung gegen Katzenseuche und -schnupfen wegen Zahnfleischentzündung nicht durchgeführt
aktuelle
Tierarzt-Empfehlung: Grundimmunsierung nochmal durchführen lassen
Dustin 14 Wochen alt
29. August 1. Impfung (8.Woche) gegen Katzenseuche und -schnupfen Fevaxyn I-
CHP
20. September 2. Impfung gegen Katzenseuche und -schnupfen Fevaxyn I-
CHP
aktuelle
Tierarzt-Empfehlung: Grundimmunsierung nochmal durchführen lassen, weil evtl. die erste Impfung (in der 8.LW) nicht wirksam war (Immunschutz durch Muttermilch).
Das mit dem anderen Impfstoff sehe ich prinzipiell als kein Problem an, da es sich ja sowohl bei Carina als auch bei Dustin um Grundimmunisierungen handelt, die die Tierärtzin durchführen möchte.
Titerbestimmungen bei Dustin wären ganz schön teuer. Habe eben einen LInk über 25 Euro für
FIV/
FeLV gefunden, kurzum: das ist nicht realistisch und wohl ausschliesslich wissenschaftlichen Anwendungen vorbehalten.
Zu klären ist noch in wievielen % der Fälle eine einzige [Kombinations(!)]-Impfung nach der 16.LW zu einem kompletten Impfschutz führt und welches Impfrisiko da gegegenübersteht.
Hier ergibt sich eine Klarheit aus der Impfempfehlung der Bundesvereinigung praktizierender Tierärzte.
Hier ist der Link von der Uni Leipzig aus dem Jahre 2007(!!!), der als pdf.-Dokument im Internet zu finden ist. Ich zitiere die wichtigen Inhalte aus dem Dokument.
Grundimmunisierung
Als Grundimmunisierungen von Welpen gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren
Im Alter von
8 Lebenswochen: RCP
12 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern
16 Lebenswochen: RCP, Tollwut bei Freigängern*)
15 Lebensmonaten: RCP, Tollwut bei Freigängern
In einem höheren Alter vorgestellte Tiere erhalten ihre Impfungen in denselben Abständen. Ab einem Alter von 12 Lebenswochen ist eine zweimalige Impfung im Abstand von 3 – 4 Wochen, gefolgt von einer weiteren Impfung nach 1 Jahr, für eine erfolgreiche Grundimmunisierung ausreichend.
*)Die im Alter von 16 Lebenswochen empfohlene 2. Impfung geht über die gesetzliche Anforderung hinaus, ist aber aus immunologischen Aspekten sinnvoll.
Wiederholungsimpfungen
Wiederholungsimpfungen sind alle Impfungen, die nach abgeschlossener Grundimmunisierung erfolgen.
Tollwut:
In Deutschland gelten seit Änderung der Tollwutverordnung v. 20.12.2005 nunmehr die in den Packungsbeilagen genannten Wiederholungsimpftermine.
RCP:
Für die Mehrzahl der in Deutschland zugelassenen Kombinationsprodukte sind jährliche Wiederholungsimpfungen empfohlen.
Für die Panleukopenie-Komponente sind Wiederholungsimpfungen im Abstand von 3 Jahren ausreichend.
Für die Rhinotracheitis- und Calicivirus-Komponente werden Wiederholungsimpfungen im Abstand von 1 Jahr empfohlen.
Bei Katzen, die keinem hohen Infektionsdruck ausgesetzt sind (z. B. Wohnungskatzen), ist eine Wiederholungsimpfung der Rhinotracheitis- und Calicivirus-Komponente im Abstand von 2 Jahren ausreichend.
Das Parvovirus-Impfantigen kann nach der Impfung ausgeschieden und übertragen werden, verursacht aber keine klinischen Symptome.
Felines Leukämie-Virus (FeLV):
Es sind in Deutschland inaktivierte, adjuvantierte Impfstoffe sowie eine FeLV-Vektorvakzine ohne Adjuvans zuge-lassen, die als monovalente Impfstoffe und in Kombination mit den Core-Komponenten zur Verfügung stehen.
Die Impfung ist vor allem bei hohem Expositionsrisiko (Freiläufer, Kontakt zu Katzen mit unbekanntem Status etc.) zu empfehlen. Bei unbekanntem Immunstatus ist ein FeLV-Antigentest durchzuführen: FeLV-positive Katzen sind nicht zu impfen, da eine Impfung während der Virämiephase unwirksam ist. Das Mindestimpfalter liegt i. d. R. bei 8 Wochen. Zwei Injektionen im Abstand von 3 – 4 Wochen sind erforderlich; die jährliche Revakzination wird empfohlen. Bei alten Tieren muss die Notwendigkeit einer Impfung individuell entschieden werden.
Feline infektiöse Peritonitis (FIP), Felines Coronavirus (FCoV):
Es ist ein intranasal zu applizierender Lebendimpfstoff gegen die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) zugelassen.
- Das Mindestimpfalter der Katzen beträgt 16 Wochen. Die Tiere erhalten zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen.
- Die Dauer des Impfschutzes ist nicht bekannt. Jährliche Wiederholungsimpfungen werden vom Hersteller empfohlen.
- Die Impfung ist nur bei FCoV seronegativen Katzen und Katzen mit einem niedrigen FCoV-Titer (< 100, getestet im Immunfluoreszenztest) sinnvoll.
Bordetella bronchiseptica
– Bei Katzen mit viel Kontakt zu Artgenossen (Tierpensionen, Tierheimen, Katzenzuchten) oder bei Kontakt zu anderen für Bordetella bronchiseptica (B. br.) empfänglichen Tierspezies wie Hunden.
– Die Impfung erfolgt mindestens 1 Woche vor einer zu erwartenden Exposition.
– Es ist zurzeit in Deutschland ausschließlich ein monovalenter Lebendimpfstoff zur intranasalen Applikation erhältlich. Die zugelassene Indikation dieses Impfstoffs besteht in einer Reduktion der durch B. br. verur-sachten klinischen Symptomatik.
– Die Dauer der Immunität beträgt ein Jahr.
– Geimpfte Katzen können den B. br.-Impfstamm oder Feldstämme über einen längeren Zeitraum ausscheiden (ohne klinische Relevanz).
– Mindestimpfalter: 1 Monat.
Chlamydophila felis (Chl. felis)
Es sind derzeit sowohl Impfstoffe in Deutschland zugelassen, die inaktivierte Chl. felis-Stämme in Kombination mit anderen Impfantigenen wie felines Herpes-, Calici- und Parvovirus sowie dem felinen Leukämievirus, als auch attenuierte Varianten (Lebendimpfstoff) enthalten. Letztere gibt es als Chl. felis Impfantigen in einer Produktpalet-te in verschiedenen Kombinationen.
- Die zugelassene Indikation besteht in einer Reduzierung der durch Chl. felis verursachten klinischen Sym-ptomatik.
- Die erste Impfung von Katzen kann ab einem Alter von 8 oder 9 Wochen (s. Packungsbeilage) erfolgen, gefolgt von einer zweiten 3 - 4 Wochen später.
- Die Dauer des Impfschutzes beträgt ein Jahr.
Dermatophytose, Mikrosporie
Es sind zurzeit inaktivierte Impfstoffe zur intramuskulären und/oder subkutanen Applikation (s. Packungsbeila-gen) zugelassen, die entweder Mikrokonidien verschiedener Trichophyton- und Mikrosporum-Pilzstämme oder ausschließlich Microsporum canis enthalten. Bei prophylaktischer Anwendung kommt es zu einer Reduktion der durch die entsprechenden Pilzarten verursachten klinischen Symptome. Bei therapeutischer Anwendung wird die Abheilung klinisch sichtbarer Hautveränderungen beschleunigt.
- Die Dauer der Immunität variiert zwischen 9 Monaten und einem Jahr (s. Packungsbeilagen) nach einer zweimaligen Impfung im Abstand von 14 Tagen an wechselnden Körperseiten.
- Das Mindestimpfalter variiert zwischen 10 und 12 Wochen (s. Packungsbeilagen).
- Tiere, die sich zum Zeitpunkt der Impfung im Inkubationsstadium befinden, können erkranken. Die Hautver-änderungen heilen jedoch innerhalb von 2 – 4 Wochen nach der zweiten Impfung ab.
Ich denke, damit ist das geklärt, dass die Entscheidung deiner Tierärztin, beide Katzen erneut Grundimmunisieren zu lassen völlig korrekt ist und die aktuelle wissenschaftliche Datenlage berücksichtigt.
Die Impfempfehlungen empfehlen einen Totimpfstoff und keine attenuierten Lebendviren. Wenn du magst, kannst du den Impfstoff nochmal bei der Ärztin erfragen und ich sage dir, in welche Gruppe er gehört, oder du schlägst einfach selbst beim
Paul Ehrlich Institut in der Liste der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe nach. Wenn du dort in den Link für den Impfstoff, der zu DMDI führt, klickst, siehst du das explizit und auch für einen nichtmediziner problemlos lösbar (ich vermute jedenfalls bei dir eine ziemlich hohe Intelligenz ;-) :mrgreen: *kicher* )
Die Auffrischimpfungen sind ebenfalls für Wohnungskatzen definiert und der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage angepasst, so dass es da eigentlich keinen Zweifel geben sollte.
Ich klinke mich nun mit dem Auffinden dieses Dokumentes aus dieser überaus wirren OT-Diskussion über Impfungen hier aus und überlasse sie ihrem weiteren Schicksal. Ich lese trotzdem weiter mit und beantworte sehr gerne noch nähere Fragen, die konkrete Probleme darstellen bzw. wirkliches Interesse zeigen.