Also,
ich muss sagen ich habe da so meine Zweifel an der 'Therapeutin'. Mit 'deiner Katze eins auf die Nase geben' zeigst du ihr nur eins: Der Mensch ist launisch und aggressiv. Statt sieso zu maßregeln, wäre es ratsamer ihr einmal kurz und stoßartig ins Gesicht zu Pusten. Das fühlt sich für die Katze vergleichsweise an wie das Fauchen eines Artgenossen. Allerdings solltest du dabei darauf achten das du nicht zu kurz 'Fauchst', denn da unterscheiden Katzen sehr sensibel. Kurzes Fauchen bedeutet so viel wie "Das ist meine Grenze keinen Schritt weiter/ Du nervst mich grade", Wenn du es Intensivierst sagst du ihr dadurch schon aggressiver das sie dich in ruhe lassen soll. Das ist schwer zu erklären

Jedenfalls ist die letzte Stufe (Kurz bevor eine Katze zu haut) Das Fauchen/Spucken. Das wäre in Menschensprache in etwa 'Junge ich schlag dir eins auf die Fresse':lol:
Hat die Therapeutin das Wort "Pica-Syndrom" genannt? Denn das was deine Katze da für Verhalten an den Tag legt (Das fressen von dingen welche nicht zum Verzehr gedacht sind) ist eines der Hauptsymptome des Pica- Syndroms. Sollte es sich um das Pica- Syndrom handeln kannst du ihr höchstens Medikamente zum Schutz des Magens geben. Alles andere ist Sinnlos. Da hilft wirklich nur an dem Verhalten zu arbeiten.
Mein Kater Merlin hatte dieses Fress-Problem auch lange, er hat damals Fussel und Haare gefressen und Plastiktüten abgeschleckt. Durch Verhaltens Training haben wir (Meine Mutter und ich) das allerdings dann in den Griff bekommen. Heute Schleckt er nur noch selten mal an einer Plastiktüte. Bei Merlin hat damals das ganz plumpe "Nein" Geholfen. Sobald wir gesehen haben das er wieder etwas Frisst haben wir einfach laut (Nicht Schreien!) Nein gesagt, oder einmal laut in die Hände geklatscht. Das hat da schon geholfen. Und den Rest haben wir mit Clickertraining, Ernährungsumstellung und ausreichendem Spielen wieder ins Loth gebracht.
Und zu dem Schlafrhythmus deiner Katze: Du gewöhnst sie schnell an deine Schlafzeiten wenn du mit ihr bestimmte Rituale einführst. Mit Merlin habe ich auch solche Rituale, während wir zu Abend essen, isst er auch (Das haben wir eingeführt damit er nicht immer versucht uns die Wurst vom Brot zu klauen ) Danach kommt er mit in mein Zimmer, wir machen noch etwas Clickertraining eben so lang er Lust hat, dann möchte er meist noch etwas spielen, und danach mache ich das Licht aus (Grade am Anfang brauchst du selbst einen geregelten Schlafrhythmus und Schlafzeiten, sonst kannst du das vergessen das sich deine Katze dir anpasst) und er kuschelt sich neben mich und ich kraule ihn noch etwas. (Die Katze muss natürlich nicht in deinem Bett schlafen ;-) ) Dan schläft meine Katze auch wie ich bis ca 7 Uhr und dann weckt er mich liebevoll damit ich ihm sein Frühstück serviere ;-)
Und (ich hoffe ich habe das alles nun richtig gelesen, ich habe meine Brille nicht auf, und es ist ziemlich schwer für mich so weiß auf lila zu lesen xD) das deine Katze dich anknabbert wenn du schläfst, hat einen ganz einfachen Grund: Langeweile. Deiner Katze ist Nachts einfach stink langweilig und sie möchte Interaktion mit dir. Das hat nichts mit dieser ganzen 'Wer ist der Boss' Sache zu tun. Wahrscheinlich (ich gehe nun einfach mal davon aus) hat deine Katze Tagsüber nicht ganz so viel Interaktion mit dir, vielleicht weil sie Tagsüber viel schläft und/oder du arbeiten bist. Dadurch denkt sich die Katze dann Nachts, das du doch jetzt wo du da bist und sie wach ist, mit ihr spielen könntest, und sie versucht dich dazu zu animieren. Wenn du ihr auf diese Art Grenzen bieten willst, wie deine Tierpsychologin geraten hat, wirst du genau das tun, und deine Katze wird immer Penetranter.
Wir haben seit ich auf der Welt immer Katzen gehabt, und meist Pflegefälle, zu dem habe ich eine Zeit in einer Katzen-Auffangstation geholfen, daher kann ich dir, aus Erfahrung also, sagen: Die Tipps der Tierpsychologin werden wenn überhaupt, nur kurzfristig helfen. Das Klappt vielleicht bei Hunden, aber nicht bei Katzen. Und du kannst Katzen nur dadurch erziehen, das du sie auf Artgerechte, und für sie Stimmige Art und Weise in die Richtige Richtung weist. Sollte sie dich z.B beim Toben zu fest Kratzen, sag laut 'Au' steh auf, ignoriere die Katze eine Zeitlang (NICHT den ganzen Tag) und versuch es später wieder. Dadurch lernt sie. Nicht durch Machtkämpfe.
Also tue deiner Katze und vor allem dir den Gefallen, schlafe in deinem Bett, und spar dir das Geld für die Therapeutin nächstes mal. Diese Person hat nicht viel Nützliches bei getragen...
Ps: Und wegen dem Essverhalten, versuch's mal mit Barfen. Die Meisten Katzen, die ungenießbares Fressen und NICHT das Pica-Syndrom haben, tuen dies um bestimmte fehlende Nährstoffe zu bekommen. Und in Trockenfutter ist (Auch wenn Hersteller das gerne sagen) nicht alles das drin, was Mietze braucht. Vielleicht löst auch das dein Problem schon. Es gibt auch gute Rezepte für gekochte Katzennahrung, falls du dem Rohen nicht so vertraust. Wichtig ist dabei nur das auch beim Barfen bestimmte Gemüse sorten (in sehr geringen Mengen) und z.B Reis hinzugefügt wird, da Katzen auch einige wenige Pflanzliche Nährstoffe brauchen, welche sie in Freiheit durch den Magen/Darm Inhalt von Beutetieren zu sich nehmen.
Falls du das mal ausprobieren willst, ich kann dir einige Rezepte per PN schreiben. Und du musst deiner Katze nicht jeden Tag so ein Essen servieren. Es reicht 2-3 mal die Woche wenn du weiterhin Trockenfutter gibst. Da ist noch zu beachten, lieber 4-5 kleine Mahlzeiten als eine Große! Da Katzen nur fressen was sie auch brauchen. Und in der Natur fressen sie viele kleine Mahlzeiten.
Und vielleicht reicht auch eine Futterplatz Änderung.
Entschuldige das der Post so lang geworden ist u__ú
Falls du Fragen hast, kannst du gerne ne PN schreiben.