Alles ändert sich….
Anfang des Jahres zog mein Sohn aus und nahm Teufelchen (Jeliah) mit in seine neue Wohnung. Sie fühlt sich dort sichtlich wohl.
Nach dem Auszug der 2 fing ich an das Haus umzubauen und aus seinem Einliegerzimmer wieder mein Schlafzimmer zu machen, was es früher mal war.
Noch bevor der Umbau fertig war, geschah das Unfassbare und Marek starb, ohne, dass ich eine Chance hatte mit und für ihn zu kämpfen. Noch bevor ich mich davon erholt hatte, folgte Lina. Ich kämpfe noch immer mit diesen Geschehnissen und es wird mich noch lange verfolgen.
Aus dem Umzug des Schlafzimmers wurde nun ein Komplettumbau des Hauses. Aus dem Haus, was auf die besonderen Bedürfnisse der Katzen ausgerichtet war, wurde und wird nun wieder ein Haus für Menschen, die mit den Katzen zusammenleben.
Für die übrigen Katzen bedeutete das natürlich einiges an Streß und Veränderung. Und das Gehen von 3 starken Charakteren blieb in der Gruppenordnung natürlich auch nicht ohne Folgen…
Und so ist viel in Bewegung seither….
Naruna hat alle Veränderungen erstaunlich gut hingenommen. Für sie ist die wichtigste Komponente das Kuscheln abends auf der Couch. So lange das Bestehenbleibt ist alles gut. Ihr Alter (mittlerweile ja auch 14) sieht und merkt man ihr noch nicht an.
Manya hat erstaunlicherweise am meisten Linas Tod mitgenommen. Die beiden waren Zeit ihres Lebens sowas wie Konkurrenten, aber auf Augenhöhe und ohne sich zu bekämpfen. Manya hat nach Linas Tod einige Zeit viel gerufen, als wenn sie sie sucht. Ihr merkt man das Alter (ca. 15) langsam an, sie wirkt zeitweilig manchmal etwas abwesend. Ich fürchte, es wird bei ihr in Richtung Demenz gehen, denn die Anzeichen kenne ich ja noch von Brille. Aber noch ist sie fit und gut drauf – und ich hoffe, das bleibt noch lange so…. mein guter Geist aus der anderen Welt… bleib bitte noch etwas in dieser Welt…
Tara hat von den ganzen Umbrüchen am meisten profitiert. Sie war schon letztes Jahr vom kleinen Zimmer in die Küche und dann auf den Wohnzimmerschrank als Save-place gewandert. Doch vor allem Marek machte ihr dabei oft das Leben schwer. Erst wenige Tage vor seinem Tod hatte er sie mal wieder beim Versuch das Wohnzimmer zu durchqueren zurück auf den Wohnzimmerschrank gejagt. Seit er nun nicht mehr da ist, beginnt sie sich hier richtig heimisch zu fühlen, fängt wieder an im Wohnzimmer zu spielen und sich auf dem Teppich zu wälzen. Auch macht sie Anstalten mit auf die Couch kommen zu wollen, hält sich viel in Hausnähe auf, schläft auf der Veranda oder auf den Bänken am Haus. Sie wird fast eine richtige Hauskatze auf ihre letzten Jahre noch… Das freut mich sehr….
Und immer öfter sieht man auch solche Bilder:
Famiro findet es „furchtbar“, läßt es aber zu, sie darf ihm sogar immer mal wieder zur Begrüßung ein Nasenküßchen geben … und ab und zu köpfelt ER sie sogar an … also soooo schlimm scheint es dann wohl doch nicht zu sein… und sie ist selig.
Famiro selbst ist in der Zeit der Veränderung für die meisten der Truppe „der Fels in der Brandung“ an dem sie sich orientieren können. Er hat zeitweilig Höhenflüge bekommen und war der Meinung nun der King zu sein – dann fängt er an die anderen wieder unterdrücken zu wollen, aber meist reicht dann wieder ein verstärktes Einregeln von mir und er wird wieder friedlicher. Ich bin sein Mittelpunkt und so ist er ohne Probleme mit mir mit dem Schlafzimmer nach oben ins neue Zimmer gezogen und bewacht weiterhin das Haus, in dem er gurrend Stöckchen heranschleppt. Gerade derzeit merke ich, wie wichtig in einer Großgruppe so ein Mittelspunktskater ist. Es hat zwar länger gedauert, aber er hat nun tatsächlich Marous Stellung in der Gruppe komplett übernommen
Erada-Püppi hat mir mit ihrer frechen Art in der Zeit jetzt viel Streß bereitet. Bei ihr hat der Wegzug von Teufelchen bewirkt, dass sie Höhenflüge bekommen hat und ihre Stellung in der Gruppe neu ausloten wollte. Sie fing an mit allem und jedem zu stänkern, hat während der Umbauphase im OG die Zeit genutzt und den Bereich oben für sich okkupiert und als ich Enna und Motte nach oben in das neue Schlafzimmer gesetzt hatte, hat sie das Zimmer vehement belagert und war nicht bereit dieses an die beiden abzutreten. Nach langem Kampf hab ich dem nachgegeben und Enna und Motte wieder in das - mittlerweile renovierte – kleine Zimmer nach unten zurückgesetzt.
Witzigerweise war es gerade Tara, die ihrem Hochmut Einhalt geboten hat. Nachdem Püppi es auch bei ihr versucht hat, hat diese das kleine freche Ding auf den Kieker gehabt um ihr zu zeigen, dass man sich mit einer stolzen Streunerin besser nicht anlegt. Püppi ist dem unerwartet Duck dann ausgewichen und Püppi ist nun komplett nach oben gezogen, hält sich abwechselnd im neuen Schlafzimmer oder im Kinderzimmer auf, geht fast gar nicht mehr nach unten und geht sogar über die Katzentreppe vom Balkon aus in den Freigang.
Sie hat jetzt das Mäusefangen für sich entdeckt, hält sich lange Zeit hinten im Feld auf, um dann stolz eine Maus ins Schlafzimmer zu bringen – zum Glück bereits meist tot. Seit sie diese Beschäftigung für sich gefunden hat, hat das Stänkern mit den anderen nachgelassen und sie macht mehr oder weniger ihr eigenes Ding. Aber auf ihre abendliche Spielerunde besteht sie weiterhin und Famiro ist jetzt ihr best buddy, mit dem sie auch mal Fangen spielt.
Als Deko macht sie immer und überall eine gute Figur
Bei Enna hatte ich am meisten Angst vor den ganzen Umbrüchen im Haus, wie sich das bei ihr auswirkt. Aber nach anfänglichen Problemen hat es jetzt sogar das Gegenteil bewirkt: Enna kommt aus sich heraus und fängt an aktiv im Alltag mitzuleben! Bis dato hatte sie sich ja im kleinen Zimmer aka Schlafzimmer verschanzt, lebte hauptsächlich auf dem Schlafzimmerschrank. Nachdem ich sie oben ins neue Schlafzimmer gesetzt hatte, hat sie erwartungsgemäß einige Zeit gebraucht um in der ungewohnten Umgebung Fuß zu fassen. Dabei hat ihr aber ihre Nefreya-Motte gut geholfen. Sie hat sich an der neugierigen Maus orientiert und so bald gut eingelebt gehabt. Doch dann kam Motte nicht mehr aus dem Freigang zurück und Enna litt sehr, rief nach ihr und war sichtlich einsam. Da aber Famiro ja immer nachts mit im Schlafzimmer war, fing sie an sich an ihm zu orientieren, kam ihn begrüßen, wenn er reinkam, ging fressen, wenn er was fraß usw. Nachdem ich sie dann wieder nach unten ins frisch renovierte alte kleine Zimmer gesetzt hatte, wollte sie da gar nicht mehr drin sein, sondern orientierte sich weiter an Famiro und zog ins Wohnzimmer. Auch als Motte dann wieder da war, blieb dieser Trend erhalten. Ich hatte zwischendurch überlegt Stava zu behalten, damit Enna eine Freundin hat, wenn Motte auf Trebe ist. Aber das scheint nicht mehr notwendig. Sie freut sich nach wie vor sehr, wenn Motte da ist, aber wenn nicht, dann sucht sie jetzt immer öfter die Nähe der anderen, läuft hier fast wie selbstverständlich durchs Wohnzimmer oder liegt auf dem roten Kissen. Aktuell fängt sie gerade an die Küche für sich zu entdecken, geht da auch mal vom Futter naschen oder setzt sich dazu, wenn Famiro und Tara auf ihr Fleischleckerli warten. Sogar in der Küchen-Terrassentür sitzt sie ab und an guckt zu, wie die anderen draußen auf der Terrasse chillen. Irgendwann gesellt sie sich bestimmt auch dazu. Ich freue mich unglaublich über ihre Entwicklung – endlich erlaubt sie sich ein normales Katzenleben haben zu dürfen…
Nefreya ist aktuell mein Sorgenkind. Sie hat das Hin und Her nebst Püppis Belagerung massiv verunsichert und vorsichtig gemacht. Nachdem ich sie mit Enna nach oben ins neue Schlafzimmer gesetzt hatte war sie gut drauf und rockte das Zimmer. Aber nach einiger Zeit wurde ihr sichtlich langweilig, sie wollte wieder stromern gehen dürfen. Und damit fing das Drama an. Anfangs kam sie zuverlässig über die Katzentreppe zurück, doch Püppi lauerte ihr immer unten auf und irgendwann wich sie dem Druck aus und traute sich nicht mehr zurück. Ich musste Püppi mehrere Nächte im Kinderzimmer einsperren, damit sie den Freiraum bekam sich wieder zurück zu trauen.
Danach setzt ich sie runter ins alte kleine Zimmer und dachte, dass nun wieder alles gut für sie sein würde, da Püppi ja ihr Zimmer nun oben hatte und Motte dann die alten Wege gehen konnte, die sie kannte. Aber auch das traute sie sich nicht mehr und sie kam nur noch selten nach Hause. Anders als die anderen geht sie nicht nach hinten ins Feld stromern, sondern in die Nachbargärten – bevorzugt auf die andere Straßenseite.
Und beim Nachbarn gegenüber wurde sie dann ca. 4 Tage ungewollt im Keller eingesperrt. Nachdem ich es bemerkte und sie befreien konnte, fing ich sie ein und setzte sie erneut im kleinen Zimmer für ein paar Tage fest. Sie war sichtlich verstört und brauchte eine ganze Weile um sich wieder halbwegs normal zu verhalten.
Jetzt ist sie zwar soweit wieder okay, kommt auch täglich ans Haus, traut sich aber nicht mehr ums Haus herum, um dann hinten die Katzenklappe ins kleine Zimmer zu nehmen. Aber sie kommt nach vorne zur Haustür, tut sich dann aber schwer dort reinzukommen, da der Flur ihr zwar nicht fremd ist, aber eben nicht zu „ihrem“ gewohnten Bereich gehört. Nun übe ich also mit ihr den Weg von der Haustür ins Wohnzimmer und hoffe auf diesem Wege sie wieder richtig integrieren zu können - und auch dabei hilft mir Famiro, da er ja gern ums Haus läuft und wechselnd durch alle Türen spaziert, sobald man sie öffnet. Diese gechillte Art und Weise hilft der kleinen Motte ihre Unsicherheit zu überwinden und hinter ihm her ins Haus zu spazieren
Ich wünsche mir sehr, dass die verkleinerte Truppe nun wieder sich neu gut zusammenfindet. Es wird wohl noch ein bisschen dauern, aber ich denke, wir sind auf gutem Wege.