Hallo,
vorab folgende Info: Ich habe mit "nur ~10 Jahren" bestimmt nicht die größte "Katzen-Erfahrung" hier, aber vielleicht kann ich ja doch etwas beitragen. Trotzdem die Info, daß ich zwar eine gewisse schulmedizinische Ausbildung genossen habe, ich aber zum einen kein Arzt bin und zum anderen meine Ausführungen / Vermutungen natürlich auch deshalb komplett falsch sein könnten, eben da man halt nicht Alles aus der Human- in die Tiermedizin übertragen kann.
Prinzipiell gibt es ja mehrere Optionen für eine akute Leberinsuffizienz: Entzündung (=
Hepatitis, gibt zumindest beim Menschen auch verschiedene Varianten davon), Tumor, Leberzirrhose, (chronische) Intoxikation, sonstige Ursachen.
Wenn der Körper bereits eine bzw. sogar zwei Infektionen zu bekämpfen hat (in der Niere und im Zahnfleisch) könnte dies natürlich durch das dadurch geschwächte Immunsystem die Entstehung weiterer Infektionen - eben z.B. eine der Leber - begünstigen. Dies müsste der
Tierarzt aber eigentlich ohne Probleme am Blutbild erkennen können, da bei einer Infektion die entsprechenden Leukozyten-/Lymphozyten-Werte erhöht sind. "Eigentlich", weil ich natürlich nicht sagen kann, ob das nun hier einen erkennbaren Unterschied macht, ob nun neben der Niere und dem Zahnfleisch auch noch die Leber betroffen ist oder nicht. Auf der anderen Seite ist das aber auch egal, da der
Tierarzt zum einen mit Sicherheit weiß, was er tut, und zum anderen wohl auch das Ultraschallbild weiteren Aufschluss zur Diagnosefindung geben dürfte.
Zum Hepatosan: Ich habe mir gerade mal die Zusammensetzung gegoogelt und es handelt sich hier in erster Linie um eine Art Mix aus pflanzlichen Wirkstoffen und einigen Vitaminen. Ich bitte mich da nicht falsch zu verstehen, natürlich ist das Zeug bestimmt oftmals sehr hilfreich, aber weil Du ja schriebst
"Vor einem halben Jahr waren seine Leberwerte leicht erhöht! Leicht erhöht!!!! Dafür nimmt er Hepatosan. Das sollte eigentlich helfen! Und jetzt sowas!"
muß dann auch gesagt sein, daß man davon eben keine Wunder erwarten darf. Nur weil der Kater das Präparat schon seit einem halben Jahr bekommt, heißt das ja nicht gleich, daß dadurch "automatisch alles gut wird und auch bleibt". Zumal wie gesagt nun wohl der Einsatz "richtiger" Medikamente gefragt ist (ich meine mit "richtig" den Wechsel von einer prophylaktisch-/unterstützenden zu einer kurativen Arznei).
Antibiotika spritzen, Schmerzmittel, gut ist
Sollte der
Tierarzt eine Entzündung der Leber feststellen, ist ja auch überhaupt nicht gesagt, ob dann Antibiotika das richtige sind - denn eine Antibiose wirkt grundsätzlich nur gegen Bakterien, nicht aber gegen Viren.
Zurück zur eigentlichen Hauptfrage von Dir, ob es eine Erklärung dafür gibt, warum die Leberwerte in so kurzer Zeit so dramatisch angestiegen sind. Und eine Antwort darauf wird Dir hier niemand per Ferndiagnose geben können, höchstens Vermutungen (so wie ich sie ja nun auch geäußert habe - alles reine Vermutungen!). Bei einer Infektion kann die Leber ja sehr schnell in Mitleidenschaft gezogen werden, eine Leberzirrhose (bindegewebiger Umbau des Hepatoparenchyms) entwickelt sich eher langsam (wohlgemerkt - beim Menschen!), ein Tumor kann sich langsam oder sehr rasch entwickeln, das hängt auch von der Art des Tumors ab.
Lange Rede, kurzer Sinn: Es wird Dir nichts anderes übrig bleiben, als auf die Ergebnisse des Ultraschalls und damit auch verbindlichere Aussagen des TAs zu warten und in der Zwischenzeit die Daumen zu drücken.
Mit gedrückten Daumen (und Pfoten),
Spike2 & Trampelchen